Handlungen (aktive Potenzen) basieren auf Potentialen, nicht auf Handlungen

Ashitaka, Donnerstag, 10.11.2016, 20:49 (vor 3361 Tagen) @ Zarathustra13524 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 10.11.2016, 21:08

Hallo Zarathustra,

Sehe ich ähnlich, Ashitaka, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass
der Rechtsruck nicht von den Parteien ausgeht, sondern schlicht und einfach
von der Bevölkerung (social mood).

Die Bevölkerung, sie rückt nach Rechts. Der Ruck (Akt), er aber geht nicht von ihr aus, sondern vom Zentralmachtsystem in welchem das Volk erst aktiv sein "kann" (das Potential erhält, befähigt wird, Rechte erhält, rücken kann!).

Du verfolgst leider weiterhin nur das aktivische Treiben der Massen, Zara. Immer schön auf die Handlungen der Individuen blickend, sich aber vor einem Blick auf die Potentialstruktur (Möglichkeiten) und Herkunft dieser Potentiale verschließend. Wem's gefällt.

Eine Systemanalyse kann erst gelingen, wenn man sich der Tatsache bewusst wird, dass es keine Handlung (aktive Potenz) ohne Fähigkeit (Potential, Macht) gibt. Diese Erkenntnis erfordert es, nach der Herkunft der Potentiale zu fragen. So wie man es bei jeder Potentialanalyse(Machtanalyse) macht. Das Zentralmachtsystem in welchem wir alle aktiv sind (handeln), es basiert eben auf Befähigungen der Individuen (Macht- / Potentialzessionen), nicht auf einer von der Zession unabhängigen "Fähigwerdung der Individuen" (Die Macht ist mit Dir!).

Eine Anzahl von Individuen als "autopoietischer Schmarn" ist eine Simulation für Grundschüler, eine Sehnsucht, die über die für die Entstehung und Eingrenzung der Individuen notwendigen Machtstrukturen und deren Fortentwicklung hinwegtäuscht.

Die Menschen sind, um genau zu sein, Getriebene der Zentralmacht. Diese Ohnmachtstellung, deren Fundament (nicht Ursache!) die Abgabe ex nihilo bildet, sie erstickt bei genauer Überlegung jede trügerische Sehnsucht nach einem pseudointellektuellen Prozess der Selbsterschaffung (Autopoiesis).

Ich hatte schon vegan erklärt, dass es keine roten Potentialpfäden zwischen den aktiv werdenden Individuen gibt, sondern dass alles Potential, welches das Individuum nach der gewaltsamen Unterwerfung abgetreten bekommen hat, immer und ausschließlich einen zentralinstanziellen Bezug aufweist, egal wie mächtig und widerstreitend wir uns während dieser Zession auch fühlen. In der Wirtschaft wartet in Bezug auf das Gesamtsystem keine "wahre Macht" auf, sondern nur Machtzession.

Erst durch den zentralinstanziellen Bezug entsteht die Masse der Individuen, erfolgt die Eingrenzung von ursprünglich kephalen und egalitären Gemeinschaften (keine Individuen) bzw. erster Segmente mittels gewaltsamer und betrügerischer Zerschlagung in die Potential- und Handlungsräume der Zentralmacht.

Herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.


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