Ich behaupte mal, dass die Schuldentilgungsmittel (M3) für das gesamte Staatsdefizit gar nicht existieren.
Die Staatsverschuldung steigt unaufhaltbar an. Die ursächliche
Vorfinanzierungslücke bzw. Tatsache, dass es immer und zuerst einer
Finanzierung (Verschuldung) bedarf, damit und bevor die zur Tilgung
notwendigen Zahlungsmittel (spätere Einnahmen) überhaupt entstehen
können, wird gerne vernachlässigt. Das Verhältnis Verschuldung / BIP
weitet sich, wie Zarathustra immer wieder erklärt hat, zwangsweise aus.
Das Verhältnis ist eben systembedingt über die Zeit nicht gleichbleibend
(nicht konstant).
Hallo Ashitaka
Danke, dass Du dich auch mal wieder einklinkst und für die Würdigung meiner Beiträge.
Ich behaupte mal, dass die Schuldentilgungsmittel (M3) für das gesamte Staatsdefizit gar nicht existieren.
Begründung:
a) Die staatlichen Defizitsalden sind nicht nur in den Bankbilanzen sondern auch in Nichtbankenbilanzen versteckt (institutionelle Anleger). Beim Kauf durch eine Nichtbank wird M1 ausgebucht (Bilanzverkürzung) sprich plus neues Staatsdefizit aber keine neuen Zahlungsmittel. Tilgt der Staat nun bei den Nichtbanken via Steuern, findet nur ein Passivtausch statt. Steuergläubiger minus M1 - Anleihenhalter plus M1 also geldmengenneutral.
b) Die staatlichen Defizitsalden sind zwar in den Bankenbilanzen (wenn Banken die Gläubiger sind) aber die Gegenbuchung sind imho im Eigenkapital und nicht der Verbindlichkeitenseite (M2 und Festgelder etc.) der Bankbilanz zuzuordnen?
Die Bilanzverlängerung fand zwar statt, indem der Staat Anleihen emittiert und den Budgetüberschuss von den Bieterbanken in Form von Transferleistungen an inländische Nichtbanken überweist - sprich die Reserven verteilen sich wieder im Interbankenmarkt und M1 steigt. Die Bank hat nun statt Überschussreserven eine Anleihe im Depot (auch für WPPG) und gleichzeitig neue Verbindlichkeiten -
doch was ist, wenn die Tilgungsumme der Nichtbanken bei Banken insgesamt größer ist, als das jährliche Staatsdefizit?
M3 sinkt also u.U. oder stagniert zumindest trotz inländischer Staatsverschuldung (vgl. Japan).
Und ist das Gegensaldo von Anleihen nicht auch bzw. überwiegend im Eigenkapital der Banken? (Forderung aus Wertpapieren)
Nun stelle ich mir generell die Frage, ob mobilisierte „gehortete" Guthaben die privaten (!) Staatsanleihen geldmengenneutral auslösen können (Passivtausch), d.h. Steuerzahler minus M1 und Anleihenhalter plus M1.
Tilgt der Staat bei Banken, sinkt allerdings definitiv M1, da bei Steuerzahler minus M1 und bei Bank Aktivtausch (Reserven gegen Anleihe).
Gruß und ein frohes neues Jahr
Immer wieder interessant
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=297160
Die Gretchenfrage ist nämlich, wer hier der Hund oder wer der Schwanz ist für die Basis der Staastverschuldung