NO SIMPLIFICATION: DEBITISMUS

Ashitaka, Mittwoch, 25.02.2015, 21:28 (vor 4026 Tagen) @ azur10323 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 25.02.2015, 21:43

Hi Azur,

soviel zum Titel. Wie findest du den?

Jedes Mittel ist finanziert. Nur, und das ist ungemein wichtig zu
verstehen, wird mit Geld kein Mittel finanziert.


Man bekommt eine Kredit ausgezahlt oder gutgeschrieben. Das lautet auf
eine Summe Geld, genau wie der Preis, der damit bezahlt wird.

Man bekommt Geld gutgeschrieben (ein Guthaben auf Geld eingeräumt). Der Kredit wird in Geld ausgezahlt. Alternativ wird das Guthaben gleich zeddiert oder es bleibt halt stehen. Der Kredit, er ist die Finanzierung (Passiva).

Wenn du nun dein Geld dafür nutzt, dass du z.B. eine Kaufpreisschuld bezahlst, dann werden Schulden mit Schulden bezahlt, sollen Schuldverhältnisse durch Schuldverhältnisse ersetzt werden. Oder völlig ohne Simplifizierung: Es werden Schuldsummen (die des Kaufpreises) mit Schuld-/Geldsummen bezahlt. Zahlen über Zahlen.

Warum versteht Azur das nicht und muss unten gar Alkohol raus holen, um Ashitaka zu provozieren?

Ashitaka hilft: Das tolle an dieser Umschuldung ist, dass die ersetzte Schuld (z.B. deine Kaufpreisschuld) nicht zwingend durch eine neue Schuld von dir ersetzt wird, sondern durch die Schuld eines x-beliebigen Schuldners, der da die Entstehung eines solchen Schuldtitels zu verantworten hat, der notenbankfähig ist. Indem du diese hübsche Note an deinen Gläubiger übereignest (Leistung bewirkst), bist du die Schuld los (erlischt das Schuldverhältnis).

Mit anderen Worten: NO SIMPLIFICATION - DEBITISMUS ... oder zumindest 8 Minuten von über 4 Stunden in bewegten Bildern.

Du bigst Dir etwas zurecht, was Du notwendig für etwas anderes findest.
Das ist in zweierlei Hinsicht fatal, denn es ist nicht notwendig, weder
für das eine, noch das andere.

Ich trenne zwischen einer Leistungspflicht (hier ein Tun = Bezahlen des Kaufpreises) und dem Bewirken der Leistung (der vollumfänglichen Befriedigung des Geldgläubers). Ohne Note (Urkunde) klappt hier gar nichts, weder bei Barzahlungen, noch bei Überweisungen (Notwendigkeit elektronischer Abtretungsurkunden im Zahlungsverkehrsraum).

Geld refinanziert immer nur eine bereits vorhandene Finanzierung.

Völliger Humbug. Verdrehter Ashitakastyle.

Wie ginge es denn deiner Meinung nach anders?


Finanzierung geht doch nur mit Zahlungsmitteln, also Geld.

Nein. Wenn ich dir mein Haus in Italien verkaufe, dann kann ich dich lange Zeit finanzieren. Das hängt ganz davon ab, wie weit ich deinen Zahlungstermin in die Zukunft zu setzen bereit bin. Setze ich ihn auf den 26.02.2015, finanziere ich dich genau einen Tag.

Einer
kreditiert

Natürlich kannst du zu einem Kreditinstitut gehen und Kredit beantragen.

und zahlt, dann zahlt der z. B. Käufer den Kredit plus Kosten
zurück.

Der Reihe nach: Du kaufst z.B. mein Haus in der Toskana, gehst zur Bank und beantragst Kredit. Nun finanziere ich dich bis zum Fälligkeitstermin des Kaufpreises. Eben an diesem Fälligkeitstermin lässt du dir das Geld aus deinem Kreditvertrag auszahlen und bezahlt mit diesem Geld deine Schuld bei mir. Du zählst Verschuldungen und schaffst eine Parität zwischen beiden Schuldverhältnissen (Schuldsumme Kaufvertrag = Geldsumme Kreditvertrag).

Nun reicht die Bezahlung des Kaufpreises aber nicht, damit ich befriedigt bin. Ich verlange Bares, weil ich Italien liebe. Ich verlange also die hübschen Noten von der EZB, die eben exakt die Geldsumme auf unterschiedlichsten Eurobanknoten beurkunden, die du mir schuldest. Wir treffen uns also in Italien auf ein Glas Wein, du übergibst mir den Koffer Noten und bist daraufhin (hast die Leistung bewirkt) deine Geldschulden los.

Nein, die Bezahlung mit Geld reicht nicht aus und ist auch nicht
gleichzusetzen mit der konkreten Form der Erfüllung von Geldschulden.


So ein Blödsinn, bei allem Respekt.

Du begreifst noch nicht, was Geld ist, dass es keine Sache ist. Du setzt das Geld mit den Noten gleich, wodurch du deine Sichtweise klar abgrenzend simplifizierst. Übel kann ich dir das nicht nehmen. Jeder Mensch muss sich an etwas festhalten. Dein Geschrei mir gegenüber zeichnet dich diesbezüglich klar aus.

Bezahlung ist völlig unstrittig die Handlung, mit der die Forderung aka
die Geldschuld aka die Verpflichtung aka die Hauptleistungsdflicht erfüllt
wird, womit das Schuldverhältnis erlischt.

Wenn die "Bezahlung des Kaufpreises" die Handlung (Leistung) ist, kann sie nicht gleichzeitig das "Bewirken der Leistung" sein. Die Leistungserfüllung ist im Fall meines Hausverkaufs - einfach mal den Kopf lüften - an etwas sachliches gebunden. Das Schuldverhältnis erlischt erst dadurch, dass die Schuld erfüllt wird. So kommst du bei mir nicht umher, die Noten zu übereignen. Sobald ich den Koffer in der Hand halte, bin ich befriedigt. Meine Frau ehr weniger. Sie hängt an dem Ferienhaus ihrer Eltern.

Wie befriedigst du den Gläubiger einer
Geldschuld?


In dem ich bezahle. Wenn der Gläubiger allein über den Geldbetrag
verfügen kann, was soll ich denn dann noch machen?

"Die Barzahlung ist nach traditionellem Verständnis die „eigentlich“ geschuldete Leistung des Geldschuldners und führt daher durch Übereignung des Bargelds zur Erfüllung der Geldschuld."
http://de.wikipedia.org/wiki/Erf%C3%BCllung_%28Recht%29

1. Barzahlung = Leistung des Geldschuldners
2. Leistung des Geldschuldners führt durch Übereignung der Noten / Münzen zur Erfüllung der Geldschuld

Wer Geld schuldet, dem muss nur der Geldbetrag abgenommen oder eine
Bankverbindung genannt werden.


Reicht es also, dass ich einen Geldbetrag auf ein Stück Käse kratze?


Was soll das jetzt bitte mit Käse? Trinkst Du schon um 14 Uhr?

Genau diese (erwartete) Reaktion würdest du erfahren, wenn du mir mit einem Koffer Käse vorbei kommst auf denen Geldbeträge von dir gekratzt wurden. Azur, das Beispiel soll auf extreme Art klar machen, dass ein Betrag nicht an- oder abgenommen werden kann. Aber zu Erkenntnis kommst du ja gleich selbst.

Du kennst doch hoffentlich einen Zahlungseingang auf einem Konto oder eine
Entgegennahme von Bargeld?

Bargeld, du meinst also Eurobanknoten oder Euromünzen. Ja, Azur. Diese Urkunden musst du mir übereignen, damit du deine Leistung (Bezahlung des Kaufpreises) bewirkst.

Irgendwann wird dir klar, dass Geldsummen / Geldbeträge (keine Sache) nicht dasselbe sind, wie die Urkunden (Eurobanknote / Euromünze), die das Geld beziffern. Irgendwann.

Sag mal, geht es Dir noch gut?

Bestens. Danke der Nachfrage.

Kann mir dann wer den Geldbetrag abnehmen?


Wenn Du jemanden Bargeld hinhälst, dann nimmt er es nicht?

Siehe oben. Einen Geldbetrag kann ich dir auch zurufen. Beträge werden nicht abgenommen. Nur die Beurkundung (schriftliche Gedankenerklärung) kann abgenommen (übereignet) werden. Und der Geldbetrag wird nicht auf Käsehäppchen notiert, sondern auf Eurobanknoten oder Euromünzen. Eben den Urkunden in denen das Geld gewahrt ist (Währungsystem).

Bei Risiken und Nebenwirkungen dieser Erklärungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Herzlichest winkend,

Ashitaka

Mal schauen, ob du es in bewegten Bildern besser verstehst.

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.