Bereit für die Käsetheke?
Wie ist deine Meinung zum Thema?
Mit Geld bezahlt man auf Geld lautende Schulden.
Ganz genau.
Mit Geld kann man auch weiteres, wie etwas finanzieren. Man kann damit
Dinge bewerten (Juristen sprechen dabei immer von Beziffern - z. B.
Schäden beziffern), man damit Werte bewahren.
Du meinst, dass mit Geld Vermögen bewerten wird. Das ist richtig. Wie aber wird mit Geld das Vermögen finanziert?
Finanziert man mit Geld eine Maschine?
Finanziert man mit Geld ein Haus?
Finanziert man mit Geld ein Boot?
Nein, man bezahlt mit Geld die Schuld (die Finanzierung).
Geld refinanziert immer nur eine bereits vorhandene Finanzierung.
Das ist die Funktion des Geldes, zu refinanzieren (Schulden zu bezahlen).
"I. Bewirken der Leistung
1. Eintritt des Leistungserfolgs"
Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Ja, es muss nicht nur vom Schuldner geleistet werden (etwas getan oder unterlassen werden), sondern die Leistung (das Tun oder Unterlassen) muss gegenüber dem Gläubiger bewirkt werden, d.h. die Leistung muss den Gläubiger vollständig = tatsächlich befriedigen.
Bewirken = Vollständig / tatsächlich befriedigen
Wenn jemand eine Summe Geld schuldet, dann ist das bewirkt, wenn der
andere darüber verfügen kann. Also entweder er übergibt und übereignet
Bargeld (Vorsicht, es gibt da Surrogate) oder lässt Geld überweisen.
Azur am 14.09.2014: "Erfüllungshandlung bei Pflicht zur Bezahlung ist die Bezahlung"
Azur am 15.09.2014: "Bezahlung ist die Leistung, bewirkt Erfüllung und dadurch erlischt Forderung oder Anspruch oder Schuldverhältnis (alles richtig!)."
Ashitaka erklärt heute wie damals: Die Leistung (das Tun = die Bezahlung des Kaufpreises mit Geld) ist nur eine pflichtmäßige Handlung, nicht bewirkend in dem Sinne, dass der Gläubiger dadurch bereits vollumfänglich befriedigt wird. Eine Leistung (Bezahlung des Kaufpreises mit Geld) kann nicht aus sich selbst heraus bewirken (den Gläubiger befriedigen), sondern sie muss bewirkt werden (den Gläubiger vollumfänglich befriedigen).
Langsam aber sich nähern wir uns der Bedeutungsähnlichkeit, d.h. der Erkenntnis, dass die Leistung (Bezahlen des Kaufpreises) nicht bedeutungsgleich mit dem Bewirken der Leistung (Leistungserfolg = Verfügung) ist.
Es freut mich, dass wir als nächstes die Verfügung als Befriedigung des Gläubigers besprechen. Ich habe da mit Unterstützung einen beispielhaften Dialog an der Käsetheke für uns alle vorbereitet.
Würde dich gerne mal daran schnuppern lassen. Hast du Lust?
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.