nur zum Verdeutlichen: Kreditzyklen, Regulationszyklen, Innovationszyklen

politicaleconomy, Dienstag, 21.07.2015, 23:55 (vor 3834 Tagen) @ politicaleconomy11576 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 22.07.2015, 00:37

Nur, damit klarer wird, was ich hiermit gemeint hatte:

Materialistische Theorien (inclusive Marx) samt der dazugehörigen
bestehenden Werttheorien (Arbeitswert-/Grentznutzenlerhe) gehören damit
allesamt als realitätsfremd in den Müll.

Sollte heißen, rein auf die Güterwelt fixierte Zyklentheorien, inclusive des von Dir bemühten Kondratieff gehören auf den Müll.

Lange politökonomische Zyklen sind, wie jeder debitistisch denkende eigentlich unschwer verstehen sollte, kreditäre Zyklen, verbunden mit unterschiedlichen, jeweils ideologisch legitimierten politischen Regulationsmodellen für realkapitalistische Aufschwung- und finanzkapitalistische Abschwungphase. Der Herr Soros ("Alchemy of Finance", Kapitel: "The Credit and Regulatory Cycle") und der Herr Schulmeister ("Die große Krise - Beginn der Talsohle des "langen Zyklus") erklären gerne Details.

Bei reiner Tauschwirtschaft ohne Kreditwirtschaft gäbe es weder Konjunkturzyklen noch Innovationen. Daß Boom/Bust von kollektiven Erwartungen (Optimismus vs. Pessimismus) und nicht irgendwelchen technologischen Innovationen ausgelöst werden, weiß zudem jeder Spekulant (der "innoviert" nämlich überhaupt nichts, wenn er darüber spekuliert, wohin die Masse laufen wird und casinomäßig darauf setzt. Siehe Soros.

Die technisch-gütermäßigen Innovationen lassen sich da einsortieren. In der Talsohle der Krise wird der Innovationsdruck am stärksten, also werden Innovationen entwickelt, aber erst auf breiter Basis produziert und abgesetzt, wenn der Aufschwung wieder eingesetzt hat.

Heute ist allerdings der Innovationsdruck auf die Unternehmen nicht allzu stark, denn die sind mittlerweile (als Sektor, insgesamt) netto gar nicht mehr verschuldet (mit realen Produktionsmitteln als Gegenposten auf der Aktivseite der Bilanz), sondern bekanntlich NettoSPARER (da befinden sich die Guthaben, die die Gegenbuchung zu den hohen Staatsschulden bilden): ihr Eigenkapital besteht zunehmend weniger aus Real- und immer mehr aus Finanzvermögen, d.h. auch Unternehmen der Realwirtschaft nähern sich Investmentbanken an.

Wen es da noch wundert, daß Innovationen auf der technischen Ebene da für den Unternehmenserfolg sekdundär werden, ist selber schuld. Wer Innovationen will, braucht einen verschuldeten Untenehmenssektor und damit eine realkapitalistische Spielanordnung. Daß Dein modisches kulturpessimistisches Untergangsgefasel systematisch Teil der Mieserwartungskultur der Abschwungphase ist und - oh Wunder - historisch genau mit deren Beginn eingesetzt hat (1971 Ende des Systems v. Bretton Woods, 1972 Club of Rome: "Die Grenzen des Wachstums) hast Du anscheinend auch noch nicht gemerkt.


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