Die Entfremdung war zuerst da,dann kam die Pädagogik. Deine sozial-romantische Litanei klingt aber ganz gut.
Hallo
Die Menschen, die das immer noch glauben und Antworten in jenen
hochtrabenden, intellektuellen Lehrgebäuden suchen, die uns diese
Entfremdung von uns selbst erst eingebrockt haben, kann man tatsächlich
nur als unwissend bezeichnen. Oder eben umgangssprachlich als dumm.
Man muss die Dinge schon als das bezeichnen was sie sind.
Mir ist durchaus klar, dass Pädagogik mitunter auch ein Kampf gegen Windmühlen sein kann, denn die hochtechnisierte und urbanisierte Kollektivgesellschaft bzw. die Entfremdung durch das kapitalistische Verwertungssystem verbunden mit Anonymisierung und Institutionalisierung
stellt die Pädagogik immer wieder vor neue Herausforderungen, da die Gesellschaft laufend pulsiert zwischen Normalität und Wandel und soziale Unterschiede zunehmen.
Da ist es verständlich, wenn Menschen sich verschreckt durch die Strapazen der pluralistischen Gesellschaft, in möglichst homogene Gemeinschaften zurückziehen wollen.
Und Pädagogik muss laufend immer wieder auch versuchen Brücken zu bauen zwischen den unterschiedlichsten sozialen Gruppen, um Akzeptanz zu fördern und durch Konfliktbewältigung Ängste abbauen zu helfen. Und Pädagogen sind auch nicht die großen Heiler, sondern befinden sich selbst im Lernprozess und begeben sich auf das soziale Experimentierfeld.
Sie weisen aber in eine Richtung (Zusammenleben auf Basis von humanistischen Werten), wobei sie immer wieder auf neue Wiederstände und auch Widersprüche trifft. Das gehört dazu.
Eine liberale Gesellschaft ist halt schwieriger zu händeln als eine autoritäre, wo Honnecker u.a. sagen, wo es lang geht.
Deine sozial- romantische Natur-Litanei hier klingt zwar schön, ist aber an der Realität vorbei
Die Entfremdung ist/war übrigens eindeutig zuerst da, dann kam die Pädagogik. Alles andere ist Unsinn und erfunden. Den Beweis bist Du immer noch schuldig.
Das schöne an der Normalität ist, dass sie immer da und für jeden
sichtbar ist, der einen unverstellten Blick auf sich selbst werfen kann.
Diesen unverstellten Blick auf sich selbst musst Du erst mal erlangen.
Das Gleichgewicht zwischen Normalität und abweichendem Verhalten muss unter Beachtung der sozialen Verhältnisse immer wieder jeweils speziell entwickelt werden.
Dazu leisten Sozialarbeiter und Sozialpädagogen ihren fachlichen Beitrag, zum Beispiel mit der Information an Eltern, dass abweichendes Verhalten im Jugendalter eine normale Erscheinung ist und als Ausdruck der Entwicklungsprobleme von Jugendlichen gesehen werden kann.
Die Vorstellung von Normalität orientiert sich entweder an einem Ideal, an einem erwünschten Zustand, am Durchschnitt oder im Einzelfall an der Angemessenheit. Entsprechend hat man es mit unterschiedlichen Normen zu tun.
Die emanzipatorische Sexualpädagogik z. B. sieht in der Sexualität eine wertvolle Fähigkeit. Sie bejaht das Recht von Kindern und Jugendlichen auf ein Sexualleben und sie versucht, die mit Sexualität verbundenen Ängste und Schuldgefühle zugunsten der Selbstbestimmung abzubauen. Die Freizügigkeit des sexuellen Verhaltens wird allerdings dort begrenzt, wo die Bedürfnisse anderer berührt werden.
Hier müssen selbstverständlich Grenzen/Normen austariert werden zwischen den Extremen, zwischen mehr Liberalität und der repressiven, das heißt unterdrückenden Sexualmoral mit ihren Stigmata und Tabus.
Sie ist einfach, verständlich und schön und sie braucht kein anderes
Lehrgebäude als die Bewusstheit, die sie wahrnimmt.
Von welcher Normalität sprichst Du?
Die ganze heutige Normalität, welche Du als solche wahrnimmst, entstammt doch schon aus Lehrgebäuden
Du wirst also in Konventionen und gesellschaftliche Verhältnisse hineingeboren und so entwickelt sich dann auch Dein kollektives Bewusstsein.
Es gibt nicht DIE Normalität. Normen wurden immer wieder ausgehandelt oder autoritär aufgezwungen von Menschen für ein funktionierendes Zusammenleben.
Und zur Norm gehört nun mal auch Diversität. Wohingegen Konformität überwiegend per Gewalt hergestellt wurde.Es geht um Vielfalt in der Einheit
Und niemanden der sie erklärt, da sie sich durch sich selbst erklärt. Durch alle
sozialen Masken und Neurosen hindurch. Die Natur bleibt sich selbst treu.
Deswegen wurde sie immer von den Wissenden verehrt und es wurde
danach gestrebt, dass sich der Mensch ebenfalls seiner selbst treu bleibt.
Alles was dazu nötig ist, ist Bewusstheit.
Wie leben nun mal aber nicht mehr im Naturzustand sondern in einer dekadenten Zivilisation.
Und wir leben auch nicht in homogenen Gemeinschaften sondern in einer heterogene Gesellschaft.
Mit Deinen Litaneien ist wenig anzufangen.
Oft wird auf soziale Heterogenität mit Ignoranz und Desinteresse, aber auch mit stereotyper Negativ-Zuschreibung, Vorurteilen, Ausgrenzung, Selektion und Homogenisierung reagiert, wodurch u.a. deutliche ‚Schieflagen‘ in der Gesellschaft entstehen und Handlungsmöglichkeiten und VerwirklichungsÂchancen von Individuen deutlich eingeschränkt werden. Um hier ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit zu erreichen, erscheint es als notwendig, ‚Heterogenität als Normalfall‘ anzuerkennen.
Dogmen, Religionen, Ideologien, Schulwissen, Zwang und pädagogische
Lehrgebäude haben wir nun schon ausprobiert und sie haben sich als
untauglich erwiesen.
Untauglich bezogen auf was?
Ohne die Arbeit der Pädagogen sähe die Welt bei uns noch viel schlimmer und konfliktbeladener aus.
Gruß
nemo
Sonnige und heterogene Grüße