Deine Denkmuster und Vorurteile, die Angst vor „Lebendigkeit" sind von Kindheit an geprägt - man will an Formen festhalten

Silberengel, Sonntag, 31.05.2015, 11:41 (vor 3881 Tagen) @ nemo12174 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 31.05.2015, 12:13

Das ist halt konstruierter Unsinn und Polemik.
Möchte Dich gerne, falls Interesse, zu
diesem
posting
verweisen, um auf Deine Argumente einzugehen, damit ich
nicht alles doppelt schreiben muss.


Du schreibst:

Es wird den Kinder von kleinauf das ideale Modell Vater, Mutter, Kind
eingeprägt und alles andere ist anormal und darf keinesfalls in Kinder- und Lehrbüchern erscheinen. Diversität ist „pfui“ und bleibt eine Ausnahmeerscheinung. Und in den Bildungseinrichtungen möge man doch bitte die gesellschaftliche Norm einhalten.

Das ist konstruierter Unsinn, der allein auf einer Ideologie beruht. Ich
habe nirgendwo erlebt, dass Kindern beigebracht wird, dass sexuelle Diversität als anormal gilt.

Es wird nicht direkt beigebracht sondern durch „Meme" vermittelt, so wie ich beschrieben hatte.
Wenn Du immer wieder einseitig nur das vermittelst, was normal ist/normal sein soll, werden neuronale Muster" im Gehirn erzeugt („Schubladen"), bzw. Denkstrukturen, die sich immer mehr verfestigen.

Wenn ich z. B. in Kinderbüchern immer nur Rollenklischees von Frauen und Mann vermittle, dann wirst Du von Kindheit an in Deinem Denken geprägt. Das heißt natürlich nicht, dass Du dennoch später auch umdenken („dekonstruieren, akkommodieren") kannst, es fällt aber weitaus schwerer.

Das ideale Modell der Heterosexualität ist auch keine gesellschaftliche
Prägung. Es ist vielmehr das Prinzip der Geschlechtlichkeit, das in der natürlichen Anziehung
zwischen männlich und weiblich begründet ist. Dieses Natur-Prinzip zu ignorieren und als
gesellschaftliche Prägung darzustellen ist einfach nur dumm.


Doch es ist ein Ideal, welches so niemals vollständig(!!) in der Natur existierte.
Dabei hatte ich aber die Natürlichkeit der Heterosexualität NICHT in Frage gestellt, wie DU mir hier unterstellst Sie dient ja der Fortpflanzung.
Wenn es um Zwangsheteronormativität geht, heißt das, dass alles andere Spielarten und Fantasien, welche im Menschen sind, möglichst ausgeblendet werden soll, z. B. aus den Schul- Kinderbüchern, aus dem Alltag, und auch das kindliche Verhalten wird bestraft bzw. mit Scham belegt.

Wobei Foucault recht hat, dass Gefühlsgrenzen und Schamempfindungen in einem Jahrhunderte dauernden Verbürgerlichungsprozess diskursiv produziert und eingekörpert wurden. Sexualität war /ist mit gesellschaftlichen bürgerlichen Machtbeziehungen verknüpft. (Foucault,1977).

Die Welt ist viel lebendiger als man uns vormachen will. Lebendigkeit hassen die konservativen Ideologen, u.a. auch, weil sie selbst Angst vor Lebendigkeit und Wandel haben.

Ein besseres Wort fällt mir dazu leider nicht ein.

Ja schade eigentlich. Vielleicht einfach mal das Denkgefängnis der Indoktrination versuchen zu verlassen. :-)

So etwas kann sich nur jemand ausdenken,
der die Welt nicht sieht wie sie ist, sondern sich ein soziales Geschlecht
zusammenphantasiert.

Umgekehrt, jemand der die Welt sieht, wie sie wirklich ist.
Die männliche oder weibliche Geschlechtsidentität entsteht einerseits durch biologische Prozesse, ist also angeboren, andererseits durch soziale, also nach der Geburt erlernte. Da gibt es nichts zu rütteln, außer man unterliegt seinem indoktrinierten Glaubensdogma.

Die oft als stark ausgeprägt beschriebenen Unterschiede in Denken, Handeln und Emotionen sind zwar da, aber in Wirklichkeit gar nicht so groß - Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt der Vergleich von 46 Metaanalysen der letzten 20 Jahre, die sich mit den psychologischen Unterschieden von Mann und Frau beschäftigten.

Aber allein aus dem Alltag kann man das schon erkennen. Wenn Du länger in frühpädagogischen Einrichtungen tätig gewesen wärst, erkennst Du das sehr stark, dass typisches mädchenhaftes/jungenhaftes soziales Verhalten auch zum Teil anerlernt ist bzw. unbewusst von den Eltern vermittelt wird. Wenn Jungen aber mal z. B. ein Kleid anziehen oder mit Puppen spielen wollen, (ohne dass das heißt, dass sie homosexuelle werden oder sind) weil es aber ihr Bedürfnis ist, werden sie schnell ausgelacht von den Kindern. Das geht aber überwiegend von den Erwachsenen aus. Dadurch werden Männer zum Teil von früh an in soziale Rollen gedrängt.

Die menschliche Natur ist vielschichtiger und von Natur aus eigentlich viel lebendiger, als die konversativen Ideologen uns weis machen wollen. Sie hassen von daher alles lebendige, formauflösende.

Wenn man das natürliche Prinzip der Geschlechtlichkeit, als das anerkennt
was es ist, dann kommt man zu anderen Schlüssen.

Reiner Biologismus unter völliger Negierung der kulturellen Einflüsse

Dann ist Heterosexualität keineswegs auf die Sexualität reduziert,
sondern beinhaltet das Wesen von Männlichkeit und Weiblichkeit. Man liebt
als Mann die Frau ja nicht nur wegen ihrer sexuellen Attribute, sondern ihr weibliches Wesen,
ihre Eigenschaften und der weiblichen Energie.

Ich habe niemals von totaler Gleichmachung gesprochen. Sicherlich gibt es auch biologisch veranlagte (auch hormonelle) Unterschiede. Sie sind aber nicht so riesig, wie von den Ideologen dargestellt wird und uns jahrhundertelang eingeimpft wurden. Männer wurden auch durch die Umwelt zu dem gemacht, was sie sind. (stark sein, keine Gefühle zeigen, Gefühle zum anderen Geschlecht sind pfui, typische Rollenverteilung: Mann arbeitet, Frau sorgt für das Kind u.ä., der HERRgott u.ä. Unsinn).

Heute weiß man, dass z. B. Fürsorge für ein Kind auch in Männern steckt, wenn sie ihre weiche Seite von Kind an auch ausleben dürften.
Männer können also die gleiche Sensibilität entwickeln wie Frauen.
Die typischen Schubladen, der Mann hat seine Emotionen unter Kontrolle, ist zielstrebig, ehrgeizig und durchsetzungsstark. Die Frau gilt als emotional, sozial orientiert, sicherheitsbedürftig und intuitiv ist alles von Kindheit sozial anerzogen.

Stereotype dienen eigentlich dazu, schneller Informationen über eine Person zu verarbeiten und den Aufwand fürs Denken möglichst gering zu halten. Meist beinhalten diese dann Schubladen unserer Vorstellung zwar ein Quäntchen Wahrheit, pauschalieren jedoch und werden deshalb der individuellen Eigenarten und der Vielschichtigkeit eines Menschen nicht gerecht.

Diese Anziehung als etwas soziales zu klassifizieren ist wirklich nur
dumm und Zeichen der völligen Ahnungslosigkeit verkopfter Akademiker, die
anscheinend jedes Gefühl zu sich selbst verloren haben und nun ihr Heil in sozialen
Theorien suchen.

Schimpfen allein ersetzt keine sachliche Argumentation

In diesem Sinne wäre es sinnvoll Kinder so zu begleiten, dass sie in der
Entwicklung ihrer Männlichkeit und Weiblichkeit unterstützt werden. Wenn die
Geschlechtsreife erreicht wurde, dann werden sie sich sowieso nach ihren Neigungen
entwickeln.

Pädagogik ist nicht anderes als Begleitung und Unterstützung. Du reduzierst das Thema wieder auf simple einfältige Satzkonstruktionen. Diese Neigungen werden überhaupt nicht manipuliert. Das ist alles wüste Propaganda von ganz bestimmten ideologischen Gruppen, welche die gezielt verstreuen.

Ich komme mir schon fast blöde vor, dass ich hier so etwas schreiben muss.

Ja weil es immer unangenehm ist, alte eingeimpfte Denkmuster in Frage zu stellen.

Aber es ist halt auch bezeichnend für eine verwirrte Gesellschaft, die nicht mehr weiß wo
oben und unten ist.

Das soll die Gesellschaft ja möglichst selbst entdecken ohne die normative Indoktrination.
Früher wusste man, oben ist Gott und unten wir. Einfaches Denkmuster.
Zum Glück haben wir das überwunden, indem wir Verwirrung und Grenzüberschreitungen zugelassen haben.

Nicht umsonst ist es mehr als auffällig, dass sehr viel Kritik von Pädagogen mit theologischem Hintergrund kommt. Die sind halt in ihren indoktrinierten moralischen Denkmustern verfangen.
Die sehen das große Heil nur in der Kernfamilie, ohne die strukturellen und gesellschaftlichen Probleme der Familien zu sehen. Reine Ideologen halt, die auch Regenbogenfamilien u.ä. verteufeln und die Gesellschaft nach ihrem moralischer Gottes- Ideologie formen wollen.
Sie hassen oder haben Angst vor Lebendigkeit und wollen formen.

Jetzt sind wir schon da angekommen, wo man sich vehement gegen die
Bevormundung von Pädagogen wehren muss, die unsere Kinder noch lange vor ihrer sexuellen
Reife zur Diversität und Vielfalt umerziehen wollen.

Die erziehen nicht um, sondern begleiten Jugendlichen in Ihrer Entwicklung in einer Welt, wo Diversität längst vorhanden ist.
Auch durch Wiederholung Deiner falschen Prämissen wird es nicht wahrer.

Jeder Idiot kann mehr Freiheit fordern. Und wenn er sein Idiotentum
überwinden will dann fängt er damit am besten bei sich selber an. Der hehre Ansatz
Kindern eine sexuelle Orientierung geben zu wollen, ohne dass diese Kinder ihr eigenes
Wesen als Frau oder als Mann entwickelt haben, ist wirklich abartig


Das ist Deine eingeengte Sichtweise von Sexualpädagogik. Die natürlich psycho-sexuelle Entwicklung wird überhaupt nicht gestört oder manipuliert. Dazu hatte ich reichlich Material verlinkt im andern posting an @nereus, wo das genau beschrieben steht.
Deine ganze Argumentation baut überwiegend auf Vorurteilen auf.

https://www.youtube.com/watch?v=62oxV7UIFVY

Diese Abartigkeit wird nun mit lauter fehlgeleiteter Propaganda begründet. Da geht's um
gesellschaftliche Normen die aufgebrochen werden sollen. Das ist schon der Grundirrtum.
Denn in der letzten Konsequenz bedeutet das, dass jedes Kind, das in einer normalen Familien
aufwächst, automatisch falsch geprägt ist, da Vater und Mutter eine Vorbildfunktion haben.

Nein, auch das ist ein Vorurteil bzw. eine falsche Schlussfolgerung. Es geht darum, dass auch andere Modelle ohne Diskriminierung existieren dürfen. Zudem sind homosexuelle Elternpaare gleichwertig in der Vorbildfunktion. Es gibt Studien die belegen, dass Kinder aus solchen Familien auch nicht homosexuell werden. Du unterstellst hier also implizit ganz viel, was nur Deiner Fantasie und Deinen Vorurteilen entspringt, um Dein Denkgefängnis zu rechtfertigen und zu verteidigen. Ich sagte ja, Verwirrung und Dekonstruktion hat die Menschheit letztlich reifer und aufgeklärter gemacht. Das einzige was Menschen an der „spirituellen Reife" hindert ist nicht die Pädagogik sondern das ganze Machtsystem. Vielfalt ist hier natürlich gefährlich und weniger kontrollierbar.

Daran wird schon ersichtlich, was für ein fehlgeleiteter, konstruierter
und gefährlicher Unsinn hier Propagiert wird.

Dann höre endlich auf, diesen Unsinn hier zu verbreiten und befreie dich von alten Denkstrukturen.
Es geht darum, die Panzerung aufzulösen und den Menschen aber dabei zu befähigen, ihren Panzer selbst in den Händen zu tragen.

Man kann die Menschen darauf aufmerksam machen, dass mehr Toleranz in
Bezug zur Sexualität notwendig ist. Ja – aber bitte damit nicht im
Kindergarten beginnen.

Solange du keine Ahnung hast von der Arbeit in einem Kindergarten, ist Deine Meinung nur eine subjektive mit Vorurteilen behaftete.

https://calendar.boell.de/de/event/murat-spielt-prinzessin-alex-hat-zwei-muetter-sexuel...

Kita-Fachkräfte treffen in ihrer Arbeit täglich auf die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Kindern. Sie unterscheiden sich z. B. aufgrund ethnischer oder sozialer Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Geschlecht, sexueller Identität, Behinderung, Alter, religiöser oder weltanschaulicher Prägung und anderer Eigenschaften. Entgegen häufiger Annahmen sind Mädchen und Jungen auch mit dem Thema „sexuelle Orientierung“ schon sehr früh im Leben beschäftigt. Ebenso sind sie in vielfältiger innerer Auseinandersetzung mit ihrer Geschlechtsidentität. So kennen viele Fachkräfte z. B. die Situation, dass Jungen Kleider tragen oder sich schminken möchten oder Mädchen erklären, eigentlich ein Junge zu sein.

Bildungsprogramme und Kita-Gesetze fordern zu einer vielfaltsorientierten Arbeit auf, die Benachteiligungen abbaut und unabhängig von sexueller Identität, Behinderung, ethnischer, nationaler, religiöser und sozialer Zugehörigkeit die Gleichberechtigung aller im Blick hat.

Gruß nemo

Sonnige und vielfältige Grüße


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