Monogame Piranhas

Zarathustra, Sonntag, 31.05.2015, 22:00 (vor 3881 Tagen) @ Nonpopulo12040 Views
bearbeitet von Zarathustra, Sonntag, 31.05.2015, 22:06

> Das Gesunde lang, das Kranke kurz.

Frage mich sowieso, warum so viele ums Verrecken das Kranke

verteidigen.[/i]

was gesund und was krank ist, ist halt auch Ansichtssache.

Klar, es herrscht Meinungssozialismus. Da kann jeder was sagen. Krieg ist Frieden und Krebswucherungen sind eine rundherum gesunde Sache, je nach Gusto. Oder um mal Deine Worte aus Deiner Antwort an den Silberengel aufzugreifen: „Alles wird relativiert und verdreht wie es gerade am besten in die gutmenschlich-pseudohumanistische Ideologie passt.“

Für mich
jedenfalls kann Unvermeidliches nicht grundsätzlich als krank gelten.

Dann sind die Gepanzerten grundsätzlich also nicht krank, weil unvermeidlich.
Sehr interessant....

> Monogame oder pseudomonogame Paarungsfamilien gibt es heute in
vielen

Stammesgemeinschaften. Aber früher eben nicht.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=348435


[/i]
Auch wenn's immer noch nicht in dein Weltbild passt: Die Piranhas hatten
monogame Paarungsfamilien lange vor dem Kontakt mit der Zivilisation, der
ja erst vor kurzem erstmals stattgefunden hat.

Hmm..., die Piranhas stehen eigentlich nicht zur Debatte. Die machen noch ganz andere Sachen.
Aber was die Piraha und andere heutige anthropogene Organisationen betrifft, x-tausend Jahre nach Entdeckung der Vaterschaft und der allgemeinen Patriarchalisierung der Welt, so gilt das, was der Hinterbänkler geschrieben hat. Pater semper incertus est.
Zudem ist serielle Monogamie – wie gesagt – keine Monogamie.

Family ties are apparent, but loosely secured and free-form when perceived alongside western arrangements. Coupling begins when a man and a woman spend an intimate night in the jungle. The choice of staying together or not is then made. This occurs whether the patron is single or not. No relationship is required or necessarily expected to be life long. After spending a night with another woman, a taken man either stays with the new woman or the original. The extent of punishment a ‘wife’ might give to her companion (considering he has come back) is confinement in their hut together, but the issue is otherwise not worried about for long. Grudges aren’t common on the matter.

Das klingt bei weitem nicht danach, als ob der Erzeuger der Vater wird. Ein Patriarchat/Patrilinearität kann man nur durchziehen durch ein System mit rigorosen Kontrollfreaks (das sind die mit dem Bauchgefühl<img src=" />), wie sie in wüstenreligiösem Umfeld systematisch herangezüchtet werden mit strikter Ueberwachung des Sexuallebens der Frauen.


> Wobei die Konservativen einfach immer die Regeln ihrer Väter

verteidigen.[/i]


Genau wie die Liberalen einfach immer gegen die Regeln ihrer Väter
rebellieren.

Nein, das wäre illiberal; pubertär.


> Dem widerspricht ja nicht mal der Silberengel grundsätzlich. Es geht
halt

um das Mass, wie weit man seinen Willen reflektiert. Um etwas anderes

kann

es gar nicht gehen. [/i]


Natürlich ist die Frage des Masses berechtigt. In einer chronisch
kontraktierten, autoritären Gesellschaft wären Silberengels Ansichten von
grossem Nutzen. In der heutigen, chronisch expansiven, dem Konsum, dem
Hedonismus und dem Anspruch nach sofortiger Wunscherfüllung verfallenen
Gesellschaft sind sie reines Gift.

Viel Gift konnte ich aus seinen bisherigen Ausführungen nicht herauslesen.

> Ich weiss nicht, was Du genau meinst, aber wenn ich Kind wäre und
die

Wahl hätte, mich vom Silberengel oder aber von den Konservativen und
deren Bauchgefühlen bekanzeln zu lassen, dann hätte ich schnell

gewählt.

Der Silberengel scheint mir hundertmal weniger dogmatisch unterwegs als
letztere. Ein Glück, dass ich denen privat nie ausgeliefert war.

Diesem

Typus zu begegnen, hatte ich lediglich bei diversen staatlichen
Institutionen das zweifelhafte Vergnügen. Das hat mir bei weitem

gereicht.[/i]

Dogmatismus gibt's auf beiden Seiten genauso. Die Frage ist, ob sich die
Neurose in Form von chronischer Kontraktion oder die Neurose in Form von
chronischer Expansion leichter in gesunde Bahnen lenken lässt. Und da der
Weg von Kontraktion zu Expansion von Lustgewinn geprägt ist und der
umgekehrte Weg von Lustverzicht, ist die Sache für mich sonnenklar:
Moderne, antiautoritäre Erziehung oder "Begleitung" führt zu schwereren
und unumkehrbareren Neurosen als konservative, autoritäre Erziehung.

Es geht nicht um antiautoritäre Erziehung, sondern um ein möglichst gesundes Mass an Autorität und Laissez-faire. Das ist das, was der Silberengel hier postuliert. Wie gesagt, ich hätte da schnell ausgewählt, zumal ich sowohl den Typus Silberengel wie den hyperventilierenden Konservativen kennenlernen durfte. Letztere zeigen hier ja auch sehr schön, wie differenziert sie zu fluchen vermögen. Diskutieren kann man das ja nicht nennen.

> Hippiefaschisten? Solange die als Hippies unterwegs waren, waren sie
wohl

kaum faschistoid unterwegs. Eher danach, nach der 'erfolgreichen'
Resozialisierung. [/i]


Die ja gezeigt hat, wie sie im Grunde unterwegs waren.

Rebellierend und bekifft. Danach wieder eingebunden ins Hamsterrad: leidend, strebend, irrend.

Wer den Anspruch
hat, die Welt zu verändern, ist im Kern ein Faschist.

Dann ist dieses Forum voller Faschos; RogRog und ich inklusive.

Jugendlichen
Hitzköpfen ist das ja noch zu verzeihen, aber bei Erwachsenen ist das für
mich Wille zur Macht und Wille zur Zerstörung dessen, was der Macht im
Wege steht, mit den Mitteln der Macht.

Macht war so ziemlich das letzte, das die Hippies wollten. Sie wollten Befreiung vom konservativ-repressiven Wahn der Vorachtundsechziger.

Beste Grüsse Nonpopulo

Grüsse, Zara


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