Götzendämmerung
Spannend wäre die Frage, was die göttliche Ordnung denn sei?
Göttlich ist einfach ein religiöser Begriff, resultierend aus dem
Gotteswahn, der die Menschheit heimsucht seit der Geburt der Tragödie,
der
Erfindung der (Herr-)Götter, was ja noch nicht allzu lange her ist
(10'000
Jahre) und auch nicht mehr allzu lange dauert, bis er wieder
verschwindet.
Es gibt in jeder Gemeinschaft natürliche Führer. Einer der die
letztliche Entscheidung trifft
wenn es um Krisensituationen geht. Wenn man schon in paradiesischen
Vorstellungen
über Ur-Gemeinschaften schwelgt, dann sollte man sich wenigstens auch mal
damit
beschäftigen.
Entscheidungen werden in Konsensgemeinschaften überwiegend im Konsens getroffen; darum heissen sie ja auch so, auch wenn das eine oder andere Mitglied in der Gemeinschaft über mehr Charisma und Autorität verfügt. Ein dem patriarchalen Führerkult (Monarchie/Alleinherrschaft) diametral entgegenstehendes Prinzip.
Von Führern kann schon gar keine Rede sein in einer Zeit ohne Führerkult. Hierarchie-Darstellungen samt Führerkult finden sich in der Kunst erst, seit die Epoche der Hierarchie unter Führern begann.
Der Häuptling eines Indianer-Stammes ist keineswegs ein Zeichen für
patriarchische
Machtverhältnisse, sondern war in diesen Stämmen immer jemand, der einen
direkten
Kontakt zur geistigen Welt hatte.Und nur dieses Attribut machte ihn zum Anführer oder besser zum Ratgeber
eines
Volkes.
Eine Blutsgemeinschaft ist kein Volk. Völkische Indianer-Gesellschaften mit Häuptlingen sind eine Ausprägung der Zivilisation (Mayas, Inkas, Azteken et al.)
Und ja, die meisten Stämme und Naturvölker, überall auf der Welt,
stehen und
standen im Kontakt zur geistigen Welt. Wobei die geistige Welt die
nächst
höhere Ebene über der materiellen Welt darstellt.
Esoterik. Es gibt keine losgelösten, freischwebenden Geisterwelten.
Gott ist also keine Erfindung von Pfaffen und kein Wahn, sondern ein
geistiges
Prinzip der Natur, das wir leider in unserer aufgeklärten Ziviisiertheit
vollkommen
übersehen und ignorieren. Anscheinend auch Du.
Genau umgekehrt. DER Gott wird erst in der Zivilisation angebetet. Davor verehrte man die Fruchtbarkeit der Mutter, weil jeder wusste, dass er von dort her kommt, und man hatte keinen derart abgehobenen Gotteswahn nötig. Es war DAS dominierende Symbol und der Vater als Erzeuger war sowohl als Symbol als auch in dieser Rolle inexistent, so verstörend dies auf so manchen maskulinen Ichling heutzutage auch wirken möge. Es ist halt so. Man hatte auch keine pfaffösen Lügenmärchen an die Adresse der Kinder nötig und man konnte die Eingangspforte ins Leben am Bild der Mutter noch ohne Scham an alle Wände malen, wo es nur Wände gab.
Gruß
nemo
Grüsse, Zara