Moderne Pädagogik orientiert sich immer an Erfahrungen von Menschen aus der vielfältigen Lebenswirklichkeit.

Silberengel, Sonntag, 31.05.2015, 16:39 (vor 3881 Tagen) @ nemo12358 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 31.05.2015, 16:47

Es wird nicht direkt beigebracht sondern durch „Meme" vermittelt, so

wie

ich beschrieben hatte.
Wenn Du immer wieder einseitig nur das vermittelst, was normal

ist/normal

sein soll, werden neuronale Muster" im Gehirn erzeugt („Schubladen"),
bzw. Denkstrukturen, die sich immer mehr verfestigen.


Auch das Thema Meme hast Du nicht verstanden. Meme sind Denkgewohnheiten.
Warum sollte man Kindern, die in ihrer Entwicklungsphase noch gar keine
Schubladen und Denkgewohnheiten haben und haben können, andere Meme vermitteln?

Das ist doch Unsinn. Besonders im Kindesalter werden laufend Denkmuster von den Erwachsenen übernommen ( „Lernen durch Nachahmung"). Ich sehe schon, Entwicklungspsychologie etc. ist alles Neuland für Dich.

Wenn ich z. B. in Kinderbüchern immer nur Rollenklischees von Frauen

und Mann vermittle, dann wirst Du von Kindheit an in Deinem Denken
geprägt.

Das heißt natürlich nicht, dass Du dennoch später auch umdenken
(„dekonstruieren, akkommodieren") kannst, es fällt aber weitaus
schwerer.


Danke, dass Du für andere das Denken übernehmen willst.

Dumme Antwort. Du hast gar nicht begriffen, was ich da geschrieben habe - bitte mit den Lerntheorien auseinandersetzen.
Es geht gerade NICHT darum, für andere das Denken zu übernehmen - das geht gar nicht-
man kann die Lernprozesse aber manipulieren. Und das soll verhindert werden.

Aber es gibt keinen Grund dafür, spezielle gegenderte Kinderbücher zu entwickeln, wenn
Kinderbuch-Autoren die Gesellschaft widerspiegeln.

Doch. Kinderbücher vermitteln ja auch Botschaften und Denkmuster der Erwachsenden.
Sie spiegeln die Wertvorstellung eines Kulturkreises wider. Das starke Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Figuren zum Beispiel geben Kindern das Signal senden, dass Frauen weniger wichtige Rollen als Männer innerhalb einer Gesellschaft einnehmen würden.
Oder in den Büchern sollen Jungs lernen, wie man sich bei Erdbeben verhält, sich alleine durch einen Wald kämpft, oder eine Hai-Attacke abwehrt. Für Mädchen wurden allerdings überwiegend nur Styling-Tipps, die kochende und putzende Mutter u.ä. vermittelt.

Zum Glück hat sich in dieser Hinsicht mittlerweile schon viel geändert in den modernen Kinderbüchern. Nun sind mittlerweile die meisten Mädchen nicht nur zum Schönsein und Kochen da - und die „dürfen denn Jungs nur die Schwerter putzen"- Bücher schon in der Altpapierverwertung gelandet. Viel mehr sind Mädchen wie „Greta" jetzt die Heldinnen, die witzige Ideen haben, und mutig Dinge tun, die man sich als Erwachsener gerne trauen würde. [[lach]]

Aber die Mehrzahl der Kinderbücher ist immer mehr angenehm frei von ermüdenden Rollenverteilungen

Und Jungen dürfen gerne auch den Haushalt machen, die Kinder wickeln und betreuen.
Alle Geschlechter können alles machen
Natürlich entdeckt jedes Kind irgendwie seine Bestimmung im sozialen Umfeld. Es geht darum, zu vermitteln, dass alles normal sein kann und auch ist.

Natürlich sind diese Autoren nicht so„fortschrittlich“
wie ihr Pädagogen, deswegen muss man das jetzt staatlich kontrollieren.

Die Kinderbuchautoren richten sich entweder nach pädagogischen Erkenntnissen (Mütter etc.) oder sind selbst Pädagogen.
Das hat mit staatlicher Kontrolle ergo nichts zu tun.
Gerade im frühpädagogischen Bereich gibt es keine staatliche Kontrolle bzgl. der Methodik.
Es gibt eine Bildungsprogramm (z. B. Berliner Bildungsprogramm), was mit Eltern, Erzieherinnen, Erziehungswissenschaftlern, Psychologen etc. gemeinsam ausgearbeitet wurde. Es ist angelehnt an die Reformpädagogik. Da geht es um Ko-Konstruktion ( Hä? Qu'est ce que c'est?)

Ich nehme an, Du hast es noch nie gelesen, redest also von Dingen, die Du nicht kennst.

Doch es ist ein Ideal, welches so niemals vollständig(!!) in der

Natur existierte. Dabei hatte ich aber die Natürlichkeit der Heterosexualität NICHT in

Frage gestellt, wie DU mir hier unterstellst Sie dient ja der
Fortpflanzung.


Hahaha. Mehr ist da wirklich nicht? [[zwinker]]

Von der Natur aus ist da nicht mehr. Alles andere ist reininterpretiert oder kulturell bestimmt.
Einfach mal ein wenig in der Anthropologie schmökern.

Wenn es um Zwangsheteronormativität geht, heißt das, dass alles

andere Spielarten und Fantasien, welche im Menschen sind, möglichst
ausgeblendet werden soll, z. B. aus den Schul- Kinderbüchern, aus dem Alltag, und
auch das kindliche Verhalten wird bestraft bzw. mit Scham belegt.

Ja dieses Ausblenden ist wirklich schlimm. Vor allem wo die ganze
Gesellschaft schon so diversifiziert ist.

Es geht darum, die Umwelt zu thematisieren.(Nochmal: Berliner Bildungsprogramm lesen) Umwelt soll möglichst die ganze Gesellschaft und die Lebensrealitäten widerspiegeln.
Diversität ist je nach Wohnort verschieden ausgeprägt - in Kleinstädten oder Dörfern geringer als in Ballungszentren.

Natürlich kann ein Kinderbuch nicht das Vorleben oder die persönliche Erfahrung ersetzen. Am besten für ein Kind bzgl. des Lernens sind immer eigene Erfahrungen mit der Umwelt. Ein Kind was in einer Brennpunkt-Kita in Kreuzberg aufwächst, macht natürlich u.U. mehr Erfahrungen mit Fremdheit und Diversität als ein Kind vom Dorf.

Kinderbücher (-filme) bieten aber nachgewiesenerweise eine Horizonterweiterung, die sich nicht über Anschauung, Freundeskreis und Erleben auf der Straße direkt findet. Dabei können Bücher (und auch Filme) helfen. Lesen ist Bildung, schon von klein an.

Beispiel: Luzie Libero und der süße Onkel

Luzie ist in den Ferien bei ihrer Oma und freut sich am meisten auf den Besuch von Onkel Tommy. Obwohl er ihre Leidenschaft für Fußball überhaupt nicht teilt, ist er viel aufregender als die anderen Onkel. Er macht ihr zum Beispiel immer neue Frisuren. Aber in diesen Ferien taucht Günther auf, ein Langweiler mit doofen Haaren, der Luzie im Weg ist und offenbar Tommys Lebensgefährte. Luzie setzt alles daran, ihn loszuwerden. Doch Günther hat eine winzige Chance, Luzies Interesse zu wecken: Auch er ist ein leidenschaftlicher Fußballer!

Wir finden: Die Geschichte und die schönen, unsüßlichen Bilder überzeugen, weil sie aus Sicht von Luzie erzählt und dargestellt werden. Eigentlich geht es zunächst gar nicht um gleichgeschlechtliche Lebensformen, sondern um Enttäuschung, Eifersucht und Wut. Im Fokus der Geschichte stehen Luzie und die Beziehung zu ihrem geliebten Onkel. Erst im Gespräch mit uns wurde unseren Kinder klar, dass der Onkel und Günther ein Paar sind. Wir finden das positiv, dass die gleichgeschlechtliche Liebe so selbstverständlich und unaufgeregt erzählt wird. “Ich glaube, die beiden haben sich lieb”, sagte der Mann zu den Kindern nach dem Vorlesen. “Hmmhm, glaub ich auch,” meinte Kind 1 nur.
(Luzie Libero und der süße Onkel, Pija Lindenbaum. Weinheim: Beltz & Gelberg, 2007
Altersempfehlung: ab 4 Jahre).

http://mama-notes.de/kinderbuecher-ueber-vielfalt-toleranz-und-anders-sein/

Wobei Foucault recht hat, dass Gefühlsgrenzen und Schamempfindungen

in einem Jahrhunderte dauernden Verbürgerlichungsprozess diskursiv
produziert und eingekörpert wurden. Sexualität war /ist mit gesellschaftlichen

bürgerlichen Machtbeziehungen verknüpft. (Foucault,1977).


Und das scheint gerade wieder in Mode zu kommen.

Umgekehrt, das soll abgebaut werden. Hier verdrehst Du (bewusst?) etwas.

Die Welt ist viel lebendiger als man uns vormachen will. Lebendigkeit
hassen die konservativen Ideologen, u.a. auch, weil sie selbst Angst

vor Lebendigkeit und Wandel haben.

Wie wäre es, wenn Du es jedem selbst überlassen würdest, die
Lebendigkeit seiner selbst zu ergründen?

Bingo. Das ist das Ziel. Das wird aber von Kindheit an schon behindert, wie schon beschrieben.

Die menschliche Natur ist vielschichtiger und von Natur aus

eigentlich viel lebendiger, als die konversativen Ideologen uns weis machen
wollen. Sie hassen von daher alles lebendige, formauflösende.

Komischer Weise brauche ich weder einen Ideologen noch einen Pädagogen,
der mir meine menschliche Natur erklärt.

Woher weist Du das? Vlt. ist Dir das über andere Wege indirekt vermittelt worden.
Wärst Du in einem anderen politischen Zeitgeist aufgewachsen z. B. in einer Zeit der „schwarzen Pädagogik", hätte man gegen Deine Natur gehandelt (Vgl. dazu die Bücher von Hoffmann, Struwelpeter, Daumenlutscher etc.).
Du bist immer auch ein Produkt Deiner kindlichen Prägung.

Erziehungswissenschaften (z. B. Kindheitsforschung) haben viel geleistet
Besonders die Reformpädagogik hat hier ja viel bewegt, dass Kinder überhaupt als eigenständige Wesen mit eigenständiger Persönlichkeit und Rechten und auch dessen Perspektiven überhaupt erst wahrgenommen wurden.

Das ist Deine eingeengte Sichtweise von Sexualpädagogik. Die

natürlich psycho-sexuelle Entwicklung wird überhaupt nicht gestört oder

manipuliert. Dazu hatte ich reichlich Material verlinkt im andern

posting an @nereus, wo das genau beschrieben steht.

Deine ganze Argumentation baut überwiegend auf Vorurteilen auf.


Genau das ist es, wohin Deine Ideologie Dich führt. Um Deine Pädagogik
an Minderjährigen zu rechtfertigen, musst Du mir jetzt schon Denkmuster und Vorurteile
unterstellen, die angeblich seit meiner Kindheit geprägt sind. Und natürlich nicht nur
mir, sondern allen Menschen, die sich gegen die Einmischung in die sexuelle Entwicklung ihrer
Kinder aussprechen.

Es geht nicht darum, dass DU dich gegen „sexuelle Einmischung" aussprichst,
sondern darum, dass Gegner (auch hier im Forum) ganz offensichtlich eine eingeengte Sichtweise und Vorurteile haben, begleitet von plumper Polemik und diffamierenden Verkürzungen.

Sexualpädagogik soll Perspektiven aufzeigen, OHNE zu indoktrinieren, und Anhaltspunkte für eine Orientierung geben, ohne zu reglementieren.

Hier wird Dir weitergeholfen:
https://www.isp-dortmund.de/institut-sexualpaedagogik/orientierung.html

Es sind auch nicht IHRE Kinder, denn Kinder sind kein Eigentum der Eltern. Sie sind freie Wesen und haben ein Recht auf freie Entfaltung.

Es geht auch nicht um Pädagogik AN Minderjährigen (welcher unsinniger Begriff), sondern Pädagogik ist Begleitung und ein ko-konstruktiver Prozess, zumindest in den frühpädagogischen Einrichtungen. Der meiste Schaden wird doch nachweislich in den Familien selbst angerichtet und nicht von der pädagogischen Wissenschaft.

Das heißt, dass wir Erziehung nicht nur den religiösen und sittlichen Überzeugungen der Eltern überlassen dürfen. Eltern sind zum Teil leider immer noch die größten Verderber und Manipulateure der Kinder und nicht die Pädagogen. Bildung muss also eine Gemeinschaftssache sein. („Zur Erziehung von Kindern braucht es ein ganzes Dorf"). Pädagogen lernen von Eltern und Kindern und umgekehrt, genauso wie Eltern auch von Kindern lernen.

Das haben auch die Mehrheit der Eltern mittlerweile begriffen und erziehen ihre Kinder nach den Leitlinien der Reformpädagogik/der Erziehungswissenschaften und sind viel reflektierter geworden im Umgang mit ihren Kindern.

Sexualpädagogik soll Menschen begleiten und unterstützen auf ihrem Weg zu
sexueller Selbstbestimmung und Verantwortung, Orientierung geben aber nicht reglementieren
Perspektiven aufzeigen aber nicht indoktrinieren.
Sie soll identitätsstützend und persönlichkeitsbildend wirken und für relevante Themen sensibilisieren

Indoktrinieren tun vielmehr (bewusst oder unbewusst) die Eltern oder ideologische (ultraorthodoxe, konservative) Gruppen, die das ganz sprachgewandt, perfide und diffamierend ins Gegenteil verkehren.

Das heißt, dass Du meine Lebenserfahrungen von Kindheit, Sexualität,
Partnerschaft usw.
nicht ernst nimmst und ein ideologisches Korsett darüber aufbaust.

Ganz im Gegenteil, Sexualpädagogik nimmt jeden individuell ernst.
Was ich nicht ernst nehme, sind die Polemik und Vorurteile bzw. generell die (gewollte?) Verzerrung der Gegner, um wahrscheinlich ihre eigene Ideologie zu vertreten/ zu schützen.
Letztlich setzt sich das richtige und gute für den Menschen aber immer mehr durch.
Deshalb hat ja auch die neue Pädagogik und Reformpädagogik unaufhaltsam ihren „Siegeszug" angetreten. Die Menschen vergleichen irgendwann selbst die Pädagogik mit der Lebenswirklichkeit, da die Pädagogik sich an der Lebenswirklichkeit ausrichtet.

Normal ist das, was der Mensch im Laufe seiner Entwicklung aus eigener
Erfahrung als richtig und wahr erkennt. Und eben nicht irgendwelche Thesen über
Zwangsheteronormativität,
(das Wort allein ist schon eine reine Behauptung) die im Grunde nur
Stereotype als Grundlage haben.

Moderne Pädagogik orientiert sich immer an Erfahrungen von Menschen aus der vielfältigen Lebenswirklichkeit.

Wenn es Dir um Diskriminierung geht, dann wende Dich an die Erwachsenen.
Kinder sind da einfach die falsche Zielgruppe.

Nur weil DU es behauptest, heißt das nicht, dass es richtig ist. Deine Begründungen sind doch eher recht mager und hilflos.[[zwinker]]

Wenn es Dir um Diskriminierung geht, dann wende Dich an die Erwachsenen.
Kinder sind da einfach die falsche Zielgruppe.

Nope.

http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/158221/index.html

http://www.vielfalt-statt-gewalt.de/Zahlen-Fakten.20.0.html

Gruß nemo

Sonnige und vielfältige Grüße
Silberengel


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