Sehr gute Argumentation @Zara - Es herrscht die Angst vor Wandel, Lebendigkeit, Verwirrung, Chaos und Auflösung
verrate mir mal bitte welcher Trobriander von seinen Eltern und
Erziehern aufgeklärt wurde. Wo sind in der von Dir so dermaßen idealisierten
"Gemeinschaft" die wohlmeinenden "Begleiter" und "Reflektionsanreger"?
Ich weiss jetzt nicht, was Du damit meinst, aber Begleiter und
Reflektionsanreger gibt es dort sehr wohl. Reflektiert wird bis zu einem
gewissen Grad immer, auch bei den Tieren. Was es dort nicht gibt, sind
verkleidete Vollidioten, die den Kindern erzählen, wie böse es sei, sich
so zu zeigen, wie man ist, und die groteskeste Art der Verkleidung stellen
folgerichtig auch immer noch die 'Pädagogen' in den Tempeln der
immigrierten Wüstenreligionen zur Schau. Die heutigen Gegenbewegungen sind
nur das folgerichtige Resultat jahrhundertelanger Predigt und Pädagogie
des Wahnsinns.
Das kann ich voll unterstützen.
RogRog hat wahrscheinlich Angst vor Wandel, Lebendigkeit, Verwirrung, Chaos und Auflösung von Formen. Nur Tradition zählt, das ewig bewahrende.
Die Tradition (Zwangsheteronormativität) selbst wird aber möglichst nicht hinterfragt.
Als ob traditionelle Familienmodelle bzw. generell Konventionen einzig eine Bauchgeburt und das andere nur eine Kopfgeburt wäre. Dabei sind Kernfamilien selbst schon eine Kopfgeburt von politischen Indoktrinationen und haben noch nie wirklich funktioniert.
In Stämmen ist Erziehung die Sache eines ganzen Dorfes und es gibt hier eine Fülle von verschiedenen Kulturen, die vom typischen Vater-Mutter-Kind Klischee abweichen.
Um noch mal auf RogRogs Argumente hier einzugehen:
Richtig, es gibt sie nicht. Resultat? Keine Neurosen, keine
Perversionen, keine Homosexualität, dafür aber mentale und körperliche Gesundheit.
Auch so ein empirischer Fakt, der nicht in die liberal-perverse Agenda
passt.
Es macht wenig Sinn, Kleinstämme/Gemeinschaften mit Massenkollektivgesellschaften zu vergleichen. Und woher kommt den die mentale Gesundheit in diesen Gemeinschaften? Weil sie halt ihre Sexualität und Triebe weniger unterdrücken müssen als wir bzw. die
Spannung zwischen den Ansprüchen der Außenwelt und den Ansprüchen des Über-Ich - der Instanz der Gesellschaft im Ich - und den Ansprüchen des Es (Freud) geringer ist.
Zumal ja „die liberale Agenda" keine völlige Freiheit propagiert. Hier konstruierst Du mehr rein als da ist, um Deinen Popanz aufrecht zu erhalten. Ansonsten müsstest Du dich der Blöße hingeben, das Du Dich eventuell auch irren könntest.
Massengesellschaften bergen ein viel höheres Konfliktpotential, indem das Ich „ein System von Narben" bleibt, ..., die nur unter Leiden, und nie ganz integriert werden können." (Adorno 1952: 24).
Die Zufügung dieser Narben ist die Form, in der die Gesellschaft sich im Einzelnen niederschlägt.
Individuelle Beschädigung ist als Resultat von Triebunterdrückung und -verdrängung zu fassen.(Freud).
Nun braucht eine Gesellschaft zwar auch Triebunterdrückung (soziale Grenzen), also kein Laissez-faire, das soll aber nicht heißen, dass die psycho-sexuelle Entwicklung des Kindes bis zum Erwachsenenalter nun an die Zwangsheteronormativität und Freiheitsangst der Erwachsenden angepasst werden und jeder andere Trieb im Kind unterdrückt oder mit Scham und Verdrängung belegt werden sollte. Die Vielschichtigkeit also ohne Diskriminierung zulassen, so dass keine Benachteiligung entsteht für Kinder, die nicht (sofort) in die Norm passen.
Es geht darum, einen Mittelweg zu finden.
https://calendar.boell.de/de/event/murat-spielt-prinzessin-alex-hat-zwei-muetter-sexuel...
Wandel, Verwirrung, Chaos und Auflösung/Dekonstruktion sind zudem nicht nur Gefahren sondern bieten auch Chancen, uns zu einer liberaleren emanzipierteren Gesellschaft zu verwandeln.
Daraus ergeben sich wieder neue Konventionen
Die Kultur hingegen „[...]legt dem Einzelnen Entbehrung und Entsagung auf, an denen er leidet: Das Individuum ist also in die Lage versetzt, sowohl seine eigenen libidinösen Bedürfnisse vertreten zu müssen, wie die mit diesen unvereinbaren Bedürfnisse der realen Selbsterhaltung in der Gesellschaft, womit es einer permanenten Überforderung ausgesetzt ist. Narzißtische Konflikte entstehen bei Freud aus der Spannung zwischen den Ansprüchen der Außenwelt, den Ansprüchen des Über-Ich - der Instanz der Gesellschaft im Ich - und den Ansprüchen des Es [...]".
Was ist die Funktion von "Begleitung" und "Reflektion", die hier von
Silberengel propagiert werden? Was machen die Pädagogen von heute?
Klärt Euch doch einfach über die heutige Pädagogik auf! Lest ihre Aufsätze
und Bücher, schaut, was sie unterstützen, wen sie unterstützen, guckt
zu, wie sie sich verhalten und, verdammt nochmal, schaut auf die Resultate
dieser Pädagogik! Klärt Euch nicht über ihre gutmenschlichen
Intentionen, über ihre wohlmeinenden, schönen, bunten Worte
unter der Flagge der Vielfalt auf, sondern über die Wirkung ihres
Denkens und Handelns!
Du schaust ja gerade NICHT zu, sondern schaust nur dorthin, wo es zu Deinem Vorurteil behafteten Meinungsbild passt. Das ist ja das Problem. Assimilation anstatt Akkomodation
Du beobachtest nicht, sondern bewertest nur.
Schon hier unterstellst Du suggestiv ja, dass die Vielfalt eine Erfindung der Pädagogen ist.
Doch Vielfalt oder Verschiedenheit ist ein Zustand, den man in vielen Facetten
wahrnehmen kann in der Gesellschaft, in den Schulen, in den Kitas, in den Elternhäusern- besonders in Ballungsgebieten- und zudem halt auch anthropologisch belegt ist.
Die Menschen haben verschiedene religiöse, politische oder ideologische Anschauungen bzw.
Wertvorstellungen, sie haben unterschiedlichen ethnischen oder sozioökonomischen Hintergrund, besitzen unterschiedliche körperliche und kognitive Voraussetzungen oder Begabungen, sprechen verschiedene Sprachen, haben unterschiedliche Biographien, verschiedene sexuelle Präferenzen, stammen aus unterschiedlichen Familienkonstellationen etc. Daraus ergeben sich Konflikte im Zusammenleben aber auch große Potentiale. Ungelöste Konflikte führen zu Auseinanderstreben, Abspaltung, Gegensatz oder Isolation.
Pädagogik bietet hier Möglichkeiten, durch Reflexion und Begleitung damit möglichst konfliktfrei umzugehen und somit präventiv zu wirken, und versucht, „Inklusion" herzustellen. Das ist die Intention. Es geht darum, Getrenntes zu vereinen oder zumindest darum, Akzeptanz herzustellen, damit ein friedliches Nebeneinander ermöglicht werden kann.
Schon der Versuch kann nicht falsch sein, ob es immer und überall gelingt, ist eine andre Sache.
Man könnte es wie Ernst Bloch auch „konkrete Utopie“ nennen,die ab und an im Alltag aufblitzt. Nur mit diesen Erfahrungen können wir uns den besseren Zustand vorstellen. Vielfalt wertschätzen meint deshalb nicht nur die Beschreibung der bestehenden Realität, sondern die Wahl eines Ziels, die Entscheidung für einen Wert.
Dadurch entsteht ein Maßstab, an dem Ereignisse der sozialen Welt gemessen werden können, ein
Wertekompass und Orientierung für das Handeln
Im Mittelpunkt stehen Individualität anstatt Gleichförmigkeit, welche Du propagierst.
Du willst die Unterdrückung und Einschränkung von individuellen Lebensäußerungen, welche als
Störung oder gar als Zerstörung, als Verlust des Reichtums an Lebensmöglichkeiten gedeutet werden. Beweisen kannst Du diese „Zerstörung" aber nicht. Was soll denn hier zerstört werden?
Ganz im Gegenteil, der Wertekanon wird erweitert.
Unsere Gesellschaft und Werte wird durch ganz andere Mächte zerstört, du baust hier hingegen einen Popanz und Feindbild an falscher Stelle auf, als ob die Pädagogik der Vielfalt die Heterosexualität generell in Frage stellen oder gar hetereoxuelle Kernfamilien zerstören würde. Dabei ist die Pädagogik nicht die Ursache sondern eine Reaktion auf die Wirklichkeit, welche verschiedenste Ursachen haben.
Selbstverständlich weiß auch eine Pädagogik der Vielfalt, dass nicht immer alle, jederzeit, alles tun und lassen können, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Denn jede individuelle Lebensäußerung hat auch Einfluss auf die Lebensäußerungen der anderen. Es gibt also starke Beschränkungen von
Lebenswünschen und nur in eher seltenen Glücksmomenten werden wir in unserer Besonderheit und Einzigartigkeit als ebenbürtig anerkannt oder können anderen Menschen diese Anerkennung geben.
Es geht also darum, unseren Wertkanon zu erweitern durch Aufweichung verkrusteter Strukturen.
Ich habe das im Laufe meiner Diplomarbeit im Detail gemacht.
Wen unterstützt zB Silberengel? Herbert Marcuse.
Und Wilhelm Reich! Den hat er im selben Satz erwähnt. Inwieweit er sie
unterstützt, hat er aber überhaupt nicht beschrieben!
Ich neige zu einer Enttabuisierung sexueller Themen, einer zunehmenden Toleranz und Akzeptanz von sexuellen Bedürfnissen der Geschlechter sowie ihrer sexuellen Orientierungen, unabhängig von einer institutionell oder religiös legitimierten Form.
Es geht darum, die bigotte und verlogene Sexualmoral zu überwinden und mehr zur Ehrlichkeit zu gelangen. Was Moralisten äußerlich vorgeben und was sich in ihrem Innenleben abspielt, dazwischen liegen manchmal Welten.
Diese Freiheit muss aber durch Pädagogik reflektiert und begleitet werden, um Diskriminierungen möglichst vorzubeugen und Vielfalt ohne Angst erleben bzw. damit umgehen zu können. Bunt ist für mich keine Gefahr.
Es braucht insgesamt also eine tolerantere Gesellschaft für alle Lebensentwürfe.
http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/158221/index.html
Ich stimme Wilhelm Reich zu: [...]Die Unterdrückung der Sexualität unterdrückt die kreativen Potenziale der einzelnen Personen und stützt so ein kapitalistisches System, in dem die Einzelnen strukturbedingt ihrer Unterdrückung nichts oder wenig entgegensetzen können.
Nach Reichs Auffassung braucht es eine Befreiung der Sexualität eine friedliche Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen. Menschen, die in befriedigenden Zusammenhängen leben, lassen sich nicht oder nur schwer in Herrschaftsstrukturen einbinden oder für gewaltsame Aktionen mobilisieren.[...]
Nehmen wir als zweites Beispiel eine Koryphäe der aktuellen
Pädagogik, Erziehungswissenschaft sowie Jugend- und Sozialisationsforschung, um
uns dem Begriff der Reflektion anzunähern: Klaus Hurrelmann.
Hurrelmann bietet sich deswegen an, weil sein Ansatz eine Kombination der
wesentlichen psychologischen (Persönlichkeits- und Lerntheorien,
Entwicklungspsychologie) und soziologischen (System-, Handlungs- und
Gesellschaftstheorien) Theorien enthält und zu einem einzigen Ansatz
integriert. Ich beziehe mich hierbei auf mehrere Bücher und Aufsätze,
aber ich zitiere nur aus "Einführung in die Sozialisationstheorie"
Die "reflexive Auseinandersetzung" mit der "inneren und äußeren
Umwelt" ist nach ihm der entscheidende Faktor für eine gelungene Sozialisation
(S. 272), der sexuellen eingeschlossen. Bei der reflexiven
Auseinandersetzung handelt es sich um die intellektuelle Verarbeitung von
Umweltimpulsen durch persönliche Bewertungen und
Bewältigungsstrategien. Mit Bewältigungsstrategien schätzt ein Individuum je nach angeborenem
Temperament eine Bedrohung ein, überdenkt seine Fähigkeiten und
bewertet seine emotionalen Reaktionen, um die Situation zu verändern und damit
umzugehen.
Sehr gut ausgedrückt.
Bei Hurrelmann läuft alles auf Gefühlsregulierung und eine in der
Geschichte der Menschheit beispiellose indirekte Zerstörung der
Genitalität, dessen Voraussetzung reflektionslose
Unwillkürlichkeit ist, hinaus, denn die Gefühle sollen unter
pausenloser aktiver "Beobachtung und Diagnose" (2006, S. 28) stehen.
Das klingt doch wahrhaft buddhistisch ("Achtsamkeit")!
Nur wenn wir selbst unsere Gefühle mehr oder weniger unter Kontrolle haben, kann ein möglichst friedliches Zusammenleben entstehen.
Sehr gut beschrieben von Michael Balint, einem ungarischen Psychoanalytiker:
[...]Die sexuelle Genitalität braucht einen Raum, eine Stetigkeit gleichbleibender, gefühlvoller Zuwendung und Bindung, und dies gewinnt sie aus der Kindheit. Diese gibt eine Atmosphäre ab, die auch für die Zeiten des geminderten oder nicht vorhandenen genitalen Begehrens erhalten bleibt. Diese Atmosphäre birgt die Stetigkeit einer Liebesdauer wie bei Mutter und Kind, also wie über Jahre hinaus ge- wohnt. Die prägenitale Erotik, Zärtlichkeit mit der primären Dynamik des Wunsches, unersättlich geliebt zu werden - wird als Dauerzustand ins Bewußtsein übersetzt und wird be-deutet als Freundlichkeit, Rücksicht, Achtung, Anerkennung, Heimatlichkeit und warme Bekanntheit. So entsteht eine Atmosphäre der genitalen Sexualität aus prägenitaler Dauererotik[...].
http://www.konradpfaff.de/downloads/11/04_sexualitaet_genitalitaet_liebe.pdf
Jeder bigotte Katholik mit seinen traditionellen Familienwerten ist mir
lieber als die liberal-perversen und verkopften Genitalitätszerstörer!
So ein Unsinn. Wo soll den „Genialität" zerstört werden? Wie genau geschieht das?
Bei Genitalität (im Sinne Wilhelm Reichs) geht es um die „Herstellung der vollen genitalen, orgastischen Befriedigungsfähigkeit" um der „charakter-neurotischen Reaktionsbasis und den Symptomen die Energie zu entziehen".
Das Resultat des Kulturmarxismus, der versteckten Überwindung der
Biologie im Kindergarten
So ein Schwachsinn. Du hast noch nie in einer Kita gearbeitet.
und der Schule ist eine schwerere Abstumpfung von
natürlichen sexuellen Gefühlen und dem Verlust des Kontaktes zu
diesen Gefühlen als jemals zuvor.
Wer stumpft genau was ab?
weil sie sich ein Stück weit
ihr Bauchgefühl bewahrt haben, auch wenn ihre offen sexualfeindliche
Haltung die Sexualität von Kindern nicht anerkennen kann.
Die Katholiken haben Bauchgefühl? Was meinst Du damit?
Sonnige Grüße dann aber auch