Überlegungen zum Weltstaat
Hallo!
Vielleicht ist die Demokratie/Geldherrschaft einfach noch nicht an ihrem
Ende angelangt. Es hat ja den Anschein, als würde sie im technischen
Zeitalter viel besser funktionieren als die Gewaltherrschaft
Die andere Seite der Medaille der Geldherrschaft ist Technik. Die Wirtschaft hält im wesentlichen die Maschinerie der Produktion, des Konsums, Verkehrs etc. am Laufen, welche dem kleineren Teil der Menschheit übermäßigen Wohlstand beschert. All das greift wie Zahnräder ineinander, die einander antreiben, bzw. deren Motor nicht eindeutig identifizierbar ist. Das Ganze wird wahrscheinlich nicht an mathematischen Zwängen scheitern (etwa dem Zinseffekt), sondern wenn der Wachstumszwang und die materiellen sowie immateriellen Ressourcen, die das System dabei vernutzt, eine bestimmtes kritisches Verhältnis erreicht haben, dessen Überschreiten zu Stockung und Zusammenbruch führt. Unberechenbare Faktoren, Naturkatastrophen, können ebenfalls eintreten und die Sache jederzeit beschleunigen.
Meine noch immer halbgaren Überlegungen dazu habe ich hier bereits angeschnitten. Es muß wohl einen Grund haben, daß keine der Theorien die auf Systemzusammenbruch hinauslaufen (Debitismus, Peak Oil, ...) für sich in der Lage sind, dessen Zeitpunkt auch nur annähernd zu prognostizieren. Sie behandeln nur Teilaspekte eines ungeheuer komplexen Vorganges, dessen Verstehen dem Finden der Weltformel gleichkäme. Monokausale Ansätze sind fehl am Platze.
Allein die globale Dimension, die extremen Massenbevölkerungen und Abhängigkeit von der Technik widersprechen der Imperatur, deren Natur die uneingeschränkte Herrschaft herausragender Einzelner kraft ihres Willens zur Macht ist. Die vermasste moderne Welt strebt zur Einebnung aller Besonderheiten, auch wenn stets Vielfalt und Individualismus propagiert werden. Die Menschen werden abgeschmirgelt und drohnengleich für die Apparatur nutzbar gemacht.
Auch Diktatoren/"Autokraten" sind in der Welt, wie sie augenblicklich ist, nur Arbeitscharaktere, die nicht eigentlich herrschen, sondern lediglich exponierte Rädchen des Systems sind, von diesem im wesentlichen abhängig. Auch Putin etwa kann sich nicht gegen den Lauf der Geschichte stemmen und geht mit Rußland nicht eigentlich einen Sonderweg, sondern positioniert sich lediglich als Alternative innerhalb des globalen Systems, das auf der anderen Seite der Waage ein Gewicht verlangt.
Vielleicht hat auch der Weltgeist noch was bislang Ungelebtes in petto,
was das Werden und Vergehen von Zivilisationen angeht - zB den Weltstaat.
Der Weltstaat, die "neue Weltordnung" oder wie man es nennen will, ist eigentlich bereits verwirklicht. Natürlich wird es nie zur organisatorischen Einheit kommen. Das liegt in der Natur der Dinge, die im Zeitlichen polar ist. Es kann nie nur "eines", d. h. eine Partei geben. Jede Vereinigung führt sofort in Ermangelung eines Gegensatzes im Äußeren zur Ausdifferenzierung der Gegensätze im Inneren, zu neuerlicher Spaltung. Daher gibt es auch im Weltstaat verschiedene Machtblöcke, die miteinander in mehr oder weniger offenbarem Konflikt liegen. Gleichwohl sind Kriege zwischen Staaten, wie es sie früher gab, heute passé. Diese setzen souveräne, aus sich lebensfähige Staaten voraus. Souveräne Staaten gibt es heute aber per se nicht mehr, auch nicht unter jenen, deren Organisation nicht aus Besatzungsstatut hervorgegangen ist. Durch Einbindung in den Globalismus sind alle Staaten nur noch Verwaltungseinheiten des Systems. Offene, erklärte Kriege gibt es im Weltstaat eigentlich nicht mehr. Vielmehr sind die Kampfhandlungen asymmetrisch, werden von den größeren Verwaltungseinheiten durch Stellvertreter geführt oder sind größere Polizeieinsätze.
Ein Ausbrechen ist unmöglich. Wer sich gegen das System stellt, etabliert sich lediglich als dessen notwendige, systemimmanente Verneinung, die widerstrebende Kräfte kanalisieren und nutzbar machen soll. Dadurch reproduziert es sich selbst. Man kann sich das allegorisch mit der Aussage der Matrixtriologie verdeutlichen, an deren Ende sich herausstellt, daß die gesamte Rebellion lediglich eine von Anfang an miteinberechnete Notwendigkeit ist, welche diejenigen, die das System aufgrund ihrer Veranlagung nicht annehmen und die es als Folge des freien Willens immer gibt, als Term auf der anderen Seite der Systemgleichung positioniert.
Ich vermute, die moderne Welt muß sich selbst verzehren oder wird durch äußere Einflüsse (etwa eine neue Sintflut, quasi einen zweiten Untergang von Atlantis) zertrümmert. Es kann von Menschen nicht bestimmt oder beeinflußt werden, sondern tritt schicksalhaft ein am Ende des Kali Yuga, bzw. des eisernen Zeitalters, dem jeweils ein neues goldenes folgt, in dem die göttliche Ordnung auf Erden wiederhergestellt ist. Vorher kann es auch keine Imperatur geben, die im Grunde immer ein Rückgriff auf vorzivilisierte, monarchische Zustände ist.
Gruß
Taurec
--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“
„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“
Weltenwende