Verheerende Trugschlüsse in der modernen Pädagogik

Nonpopulo, Sonntag, 31.05.2015, 13:16 (vor 3881 Tagen) @ Silberengel12161 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 31.05.2015, 13:33

> Das Wort ERziehung finde ich etwas unglücklich. Es geht um reflexive
[quote]Begleitung.
Es geht NICHT darum, dass die KInder/Jugendlichen durch Erziehung erst zum
Menschen werden.
Das wird hier leider von einigen verwechselt.
Es hat sich viel geändert in der Pädagogik.
[/quote]

Reflexive Begleitung impliziert, dass keine Manipulation/Konditionierung stattfindet, sondern dem Kind Raum gegeben wird, sich selbst zu entwickeln. Das ist aber in doppeltem Sinne falsch, denn die Kinder übernehmen erstens schon rein intuitiv die Sichtweisen ihrer Bezugspersonen, auch wenn sie diese zu verbergen versuchen (was zusätzliche Irritation beim Kind verursacht) und zweitens bräuchten Kinder starke Persönlichkeiten, die eine klare Haltung vertreten und vorleben, an der sie wachsen können. Sie suchen Menschen, die sie durch ihre Lebenshaltung prägen, selbst wenn diese Prägung auch negativer Art ist (natürlich mit Grenzen). Denn daran können sie wachsen.

Die reflexive Begleitung, das Fehlen erzieherischer Einwirkung führt zu eben diesem expansiven Charakter, den in gesunde Bahnen zu lenken so viel schwieriger ist, als den kontraktiven Charakter.

(Dieser Umstand hat übrigens ganz einfach damit zu tun, dass es für die Psyche einfacher, da viel befriedigender ist, etwas zuzufügen - sich zu erweitern - als etwas wegzunehmen.)

> Pädagogen sind keine Therapeuten.
[quote]Sie bedienen sich aber teilweise (interdisziplinär) dem Wissen aus diesem
Forschungsgebiet.
Pädagogen hatten nie den Anspruch zu heilen.
[/quote]

Das Wissen über die Bedürfnisse der Kinder und der Menschen allgemein ist aufgrund der gesellschaftlichen Zensur gar nicht vorhanden, bzw. völlig fehlgeleitet.

Sehr gut ersichtlich im Freud-Reich-Konflikt: http://www.albertofoglia.ch/de/news-2/

> Doch. Pädagogik kann Hilfestellung liefern, zu einem mündigen
[quote]Erwachsenen zu werden.
Es geht darum, Lernprozesse anzuregen, Selbstbestimmung, Kompetenzgefühle
und soziale Eingebundenheit zu fördern.
[/quote]

Das ist die modern-humanistische Ausrichtung der Pädagogik, die das behauptet. Den Beweis, dass damit etwas erreicht ist sie bisher schuldig geblieben. Wenn ich mir die heutige Jugend ansehe, besitzt sie weder mehr Sozialkompetenz noch mehr Selbstkompetenz, im Gegenteil, sie ist zu grossen Teilen verweichlicht, hedonistisch und orientierungslos.

> Was meinst Du mit „sexuell mündig"?

Letztlich: fähig, einen echten Orgasmus zu erleben, d.h. die sexuelle Spannung komplett aufzubauen und komplett zu entladen. Voraussetzung dazu ist ein bewegliches, fliessendes Wesen, das seinen primären Impulsen entsprechend kontraktieren und expandieren kann.

> Leider traurige Wahrheit. Oder lügt die Polizeistatistik?

Nein, aber die Sexualpädagogen überschätzen sich, wenn sie glauben, daran durch ihren Einfluss etwas ändern zu können. Sie sind sich ja nicht mal ihrer eigenen Neurosen bewusst, da sie sich zwangsläufig an der gesellschaftlich zensierten Sichtweise orientieren müssen.

> Dieser Erziehungsstil „entpanzert" nicht, sondern es geht darum, dass
[quote]man seinen Panzer selbst in der Hand hält.
Dieser Erziehungsstill führt auch nicht dazu, dass man keine Grenzen mehr
erkennt oder sich setzt.
Bitte nicht verwechseln mit Laissez-faire.
[/quote]

Ein Problem moderner Pädagogen ist, dass das Setzen ihrer Grenzen durch den Appell an die Vernunft erfolgt und in ihren Augen frei von Emotionalität sein sollte. Kinder zusammenfalten ist böse und schlecht und der moderne Pädagoge hat tagelang ein schlechtes Gewissen, wenn es ihm trotzdem mal passiert.

Leider glaubt der modern-zeitgeistig-oberflächliche Mensch, es sei das Denken, die Vernunft, mit der sich das Leben steuern lässt. Das Denken ist jedoch den Emotionen in Bezug auf ihre Wirkkraft weit untergeordnet und zudem grösstenteils von ihnen bestimmt. So versteht ein Kind, an dessen Vernunft ständig appelliert wird, gar nichts, es lernt nur, mit dieser falschen Fokussierung der Erwachsenen so umzugehen, dass es zu seinem Vorteil ist. Ein manipulativer Charakter ist programmiert.

Auswirkungen des überwiegend demokratischen (liberalen)
Erziehungsstils:

Die Kinder weisen Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und emotionale
Stabilität auf
Die Kinder zeigen eine eher hohe Leistungs- und Lernbereitschaft
Die Kinder entwickeln soziale Kompetenzen
Die Kinder entwickeln Kritikfähigkeit und Kompromissbereitschaft

Ich hoffe, diese verheerenden Trugschlüsse hier widerlegt zu haben.

Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby


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