Unvermeidliches (Zivilisation) kann ich nicht per se als krank betrachten

Nonpopulo, Sonntag, 31.05.2015, 20:35 (vor 3882 Tagen) @ Zarathustra12053 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 31.05.2015, 20:43

> Das Gesunde lang, das Kranke kurz.
[quote]Frage mich sowieso, warum so viele ums Verrecken das Kranke verteidigen.
[/quote]

was gesund und was krank ist, ist halt auch Ansichtssache. Für mich jedenfalls kann Unvermeidliches nicht grundsätzlich als krank gelten.

> Monogame oder pseudomonogame Paarungsfamilien gibt es heute in vielen
[quote]Stammesgemeinschaften. Aber früher eben nicht.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=348435[/quote]


Auch wenn's immer noch nicht in dein Weltbild passt: Die Piranhas hatten monogame Paarungsfamilien lange vor dem Kontakt mit der Zivilisation, der ja erst vor kurzem erstmals stattgefunden hat.

> > Nur haben die kein grosses Aufsehen darum gemacht, wenn
[quote][quote]der Partner mal gewechselt oder eine aussereheliche Beziehung geführt
wurde.
[/quote][/quote]
[quote]
Serielle 'Monogamie' ist eben keine Monogamie.
[/quote]

Gut, akzeptiert. [[smile]]

> Wobei die Konservativen einfach immer die Regeln ihrer Väter
[quote]verteidigen.
[/quote]

Genau wie die Liberalen einfach immer gegen die Regeln ihrer Väter rebellieren.

> Die nächste Generation Konservative jammert dann, wenn ihnen die
[quote]Errungenschaften der Achtundsechziger abhanden kommen. Konservative haben
vor allem Angst vor Veränderung, darum konservieren sie auch nach
Möglichkeit jeden beliebigen Scheixx; Hauptsache, es ändert sich nichts.
[/quote]

Die Liberalen wollen genau so alles verändern, auch wenn dadurch alles schlimmer wird. Sie haben immer recht und die Alten haben prinzipiell alles falsch gemacht.

> Dem widerspricht ja nicht mal der Silberengel grundsätzlich. Es geht halt
[quote]um das Mass, wie weit man seinen Willen reflektiert. Um etwas anderes kann
es gar nicht gehen.
[/quote]

Natürlich ist die Frage des Masses berechtigt. In einer chronisch kontraktierten, autoritären Gesellschaft wären Silberengels Ansichten von grossem Nutzen. In der heutigen, chronisch expansiven, dem Konsum, dem Hedonismus und dem Anspruch nach sofortiger Wunscherfüllung verfallenen Gesellschaft sind sie reines Gift.

> Ich weiss nicht, was Du genau meinst, aber wenn ich Kind wäre und die
[quote]Wahl hätte, mich vom Silberengel oder aber von den Konservativen und
deren Bauchgefühlen bekanzeln zu lassen, dann hätte ich schnell gewählt.
Der Silberengel scheint mir hundertmal weniger dogmatisch unterwegs als
letztere. Ein Glück, dass ich denen privat nie ausgeliefert war. Diesem
Typus zu begegnen, hatte ich lediglich bei diversen staatlichen
Institutionen das zweifelhafte Vergnügen. Das hat mir bei weitem gereicht.
[/quote]

Dogmatismus gibt's auf beiden Seiten genauso. Die Frage ist, ob sich die Neurose in Form von chronischer Kontraktion oder die Neurose in Form von chronischer Expansion leichter in gesunde Bahnen lenken lässt. Und da der Weg von Kontraktion zu Expansion von Lustgewinn geprägt ist und der umgekehrte Weg von Lustverzicht, ist die Sache für mich sonnenklar: Moderne, antiautoritäre Erziehung oder "Begleitung" führt zu schwereren und unumkehrbareren Neurosen als konservative, autoritäre Erziehung.

> Hippiefaschisten? Solange die als Hippies unterwegs waren, waren sie wohl
[quote]kaum faschistoid unterwegs. Eher danach, nach der 'erfolgreichen'
Resozialisierung.
[/quote]

Die ja gezeigt hat, wie sie im Grunde unterwegs waren. Wer den Anspruch hat, die Welt zu verändern, ist im Kern ein Faschist. Jugendlichen Hitzköpfen ist das ja noch zu verzeihen, aber bei Erwachsenen ist das für mich Wille zur Macht und Wille zur Zerstörung dessen, was der Macht im Wege steht, mit den Mitteln der Macht.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby


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