Die „Auflösung des Ichs" (Ich- Kompetenz) entsteht dadurch, dass....

Silberengel, Samstag, 30.05.2015, 16:15 (vor 3882 Tagen) @ Mephistopheles12394 Views

Auch hier behauptest Du etwas aus der Luft heraus, ohne Dich generell

mit dem Thema Erziehungswissenschaften auseinandergesetzt zu haben, was Du
ja auch eigentlich nicht vorhattest - wie Du selbst schon zugegeben hast,
als ich Dich bat, die frühpädagogischen Bildungsprogramme zu lesen, um zu

erkennen, dass das demokratische und KEINE autoritären oder

ideologischen Prozesse sind, die dahinter stehen - sondern Du vertraust hier ganz
allein auf Deinen eigenen Verstand[sic] und somit ergo auf Dein begrenztes
Wissen und subjektiven Erfahrungen und Dogmen, Bewertungen und Vorurteile - na

wenn Dir das reicht.

Zum Beispiel durch das Lesen des frühpädagogischen Bildungsprogramms,

da müsstest Du Deine Vorurteile und Dein Bild der angeblichen generell

undemokratischen „manipulativen Aufdrängung/Umerziehung von oben"
aufgeben, was Du aber nicht vorhast, weil es Dein einfältiges

Weltbild von einer angeblichen Subjekt-Objekt-Beziehung in der Pädagogik
zerstört.


Dabei ist Pädagogik heute begleitend (Subjekt-Subjekt-Beziehung). Sie
sagt also nicht autoritär, was falsch und richtig ist, sondern macht
Vorschläge auf wissenschaftlicher Basis. (Dazu mehr weiter unten: neue
Pädagogik, alte Pädagogik).
Wie die Methoden dann in der Praxis angewandt werden oder ob

überhaupt, das entscheiden die Pädagogen vor Ort, je nach Situation.
„Umerzogen"und zwar in die falsche Richtung wurden wir schon vor der neuen
Pädagogik. Dass musst Du natürlich erst mal begreifen.

Danke, das genügt.
Damit ist klar, um was es geht:
Es geht um die Auflösung des ICH, eines starken ICH.

Die „Auflösung des Ichs" ( Ich- Kompetenz) entsteht dadurch, indem das Kind seine Selbstwirksamkeit/Selbstwertgefühl nicht entwickeln kann, weil seine natürlichen Bedürfnisse
unterdrückt werden. Im Laufe der Entwicklung entsteht dann die Sozial-Kompetenz, ein Ausbalancieren zwischen eigenen Bedürfnissen und den Bedürfnissen der/des Anderen.

Sexualpädagogik hingegen bewirkt keine Sexualisierung von Kindern, sondern sie fördert ihre Kompetenz, mit vorhandenen sexuellen Gefühlen, Gedanken, Wünschen und Ausdrucksformen selbstbestimmt, verantwortlich und gewaltfrei umzugehen.
Das ist jedenfalls meine Erfahrung und auch die der meisten Pädagogen.

Ein starkes ICH kann der Mensch nur entwickeln,indem er eigenständige
Positionen gegen DRUCK formuliert und damit zu einer PERSÖNLICHKEIT wird.

Um eigenständige Positionen zu formulieren, musst Du zuerst einmal eine Ich-Stärke/Resilienz entwickeln.

Die „Auflösung des starken Ichs" geschieht mMn dadurch, hier stimme ich Foucault zu, dass
Gefühlsgrenzen und Schamempfindungen in einem Jahrhunderte dauernden Verbürgerlichungsprozess diskursiv produziert und eingekörpert wurden. Sexualität war /ist mit gesellschaftlichen bürgerlichen Machtbeziehungen verknüpft. (Foucault,1977).
Darum trauen sich Kinder oder Jugendliche oftmals nicht, selbstbewusst und selbstliebend ihre wahren Gefühle auszudrücken, aus Angst vor „sozialer Bestrafung/Ausgrenzung".

Es ist dasselbe wie Krafttraining oder wie geistige Anstrengung:
Wo der Druck fehlt, wo es nicht möglich ist ein starkes ICH zu
entwickeln, bleiben letzten Endes nur Wischiwaschimenschen übrig, die ihre
Beliebigkeit und mit Freiheit verwechseln.

Das ist richtig. Es geht aber nicht um Beliebigkeit. (Verstehe das Wort in diesem Zusammenhang nicht).

Selbstbestimmt ist Sexualität dann, wenn eine Person selbst und frei von macht- oder gewaltvoller Beeinflussung entscheiden kann, wer ihr nahe sein darf, welche Berührungen als angenehm empfunden werden und welche nicht. Menschen sollen gestärkt werden, die lustvollen Seiten des Körpers, der Sinne und der Berührungen mit sich selbst und anderen zuzulassen. Dies ist wichtig, damit das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein wachsen können. Sexualpädagogik bestärkt und befähigt Menschen das auszudrücken, was sie möchten und was sie nicht möchten. Auf diese Weise gelingt es ihnen besser wahrzunehmen, was ihnen gut tut und was nicht.

Wer niemals Kraft aufwenden muss, wird nie was anderes werden als eine
Couch-Potatoe, wer niemals geistige Anstrengung aufwenden muss, um ein
Problem zu lösen, wird niemals INTELLIGENZ entwickeln, wer niemals sein
ICH gegen starke(!) Widerstände durchsetzen muss, wird niemals zu einem
ERWACHSENEN Menschen werden.

Er wird niemals FREI sein, weil Freiheit ist nichts anderes als der
FREI-RAUM, den man sich erkämpft hat.

Durchsetzungsvermögen verbunden mit dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten sind wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung der Ich-Kompetenz.
Es braucht als auch Grenzen, keine Frage. Diese sollten nicht zu eng gesteckt werden.(Autoritäre Erziehung), denn das ist destruktiv für die Entwicklung einer starken Persönlichkeit.

Ein liberal-demokratischer Erziehungsstil ist der Selbständigkeitsentwicklung eines Kindes stärker zuträglich als ein restriktiv-autoritärer Erziehungsstil. Ich denke, das ist weitgehend Konsens

Gruß Mephistopheles

Sonnige Grüße


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