Die Silberengels machen die Welt noch kälter und nicht lebendiger
> > was gesund und was krank ist, ist halt auch Ansichtssache. > > Klar, es herrscht Meinungssozialismus. Da kann jeder was sagen. Krieg ist > Frieden und Krebswucherungen sind eine rundherum gesunde Sache, je nach > Gusto. Oder um mal Deine Worte aus Deiner Antwort an den Silberengel > aufzugreifen: „Alles wird relativiert und verdreht wie es gerade am > besten in die gutmenschlich-pseudohumanistische Ideologie passt.“
Nochmal, vielleicht verständlicher: Da die Zivilisation eine logische Entwicklung aufgrund des Expansions- Forscher- und Sicherheitsdranges ist, macht es keinen grossen Sinn sich darüber zu streiten ob sie nun gesund oder krank ist. Ich hoffe, das Statement ist jetzt nicht mehr zu sehr Wischi-Waschi.
> Hmm..., die > Piranhas > stehen eigentlich nicht zur Debatte. Die machen noch ganz andere > Sachen.
Wieso nur hab ich befürchtet, dass du mir diesen Schreibfehler unter die Nase reiben wirst?
> Aber was die Piraha und andere heutige anthropogene Organisationen > betrifft, x-tausend Jahre nach Entdeckung der Vaterschaft und der > allgemeinen Patriarchalisierung der Welt, so gilt das, was der > Hinterbänkler geschrieben hat. Pater semper incertus est. > Zudem ist serielle Monogamie – wie gesagt – keine Monogamie. > > Family ties are apparent, but loosely secured and free-form when perceived > alongside western arrangements. Coupling begins when a man and a woman > spend an intimate night in the jungle. The choice of staying together or > not is then made. This occurs whether the patron is single or not. No > relationship is required or necessarily expected to be life long. After > spending a night with another woman, a taken man either stays with the > new woman or the original. The extent of punishment a ‘wife’ might give > to her companion (considering he has come back) is confinement in their hut > together, but the issue is otherwise not worried about for long. Grudges > aren’t common on the matter. > > Das klingt bei weitem nicht danach, als ob der Erzeuger der Vater wird. > Ein Patriarchat/Patrilinearität kann man nur durchziehen durch ein System > mit rigorosen Kontrollfreaks (das sind die mit dem Bauchgefühl
" />), wie > sie in wüstenreligiösem Umfeld systematisch herangezüchtet werden mit > strikter Ueberwachung des Sexuallebens der Frauen. >
Es ist wirklich sehr schade, dass du das Buch noch nicht gelesen hast. Falls sich mal ein Besuch ergibt, oder wir uns mal beim Hinterbänkler sehen, schenke ich es dir, dann können wir über die konkrete soziale Situation sprechen und du brauchst nicht mehr ins Abstrakte abzugleiten.
Ich weiss ehrlich gesagt gerade nicht, ob die Pirahas über die Vaterschaft Bescheid wussten. Vielleicht war es einfach auch nicht wichtig. Tatsache ist, dass in den Häusern Mann, Frau und Kinder zusammenleben. Oder sie Leben im Haus der Eltern der Frau, oder im Haus der Eltern des Mannes. Und es gab eine Art eheliche Übereinkunft, die insofern verbindlich war, dass fremdgehende Partner einer Sanktion ausgesetzt waren (z.B. Hintern versohlen
) wenn sie wieder zum Ehemann oder der Ehefrau zurückkehrten. Wenn sie nicht zurückkehren wollten, haben sie mit dem neuen Partner ein neues Heim geschaffen und lebten dann zusammen.
> > Genau wie die Liberalen einfach immer gegen die Regeln ihrer Väter > > rebellieren. > > > > Nein, das wäre illiberal; pubertär.
Anpassung oder Rebellion (gegen den Vater) sind Grundprinzipien politischer Orientierung. Bei Elsworth Baker (Der Mensch in der Falle) ausführlich beschrieben und auf den Erkenntnissen Reichs begründet.
> Viel Gift konnte ich aus seinen bisherigen Ausführungen nicht > herauslesen.
Weil du offenbar nicht verstehst, wie verheerend chronische Expansion für das organische Wohlbefinden des Menschen ist bzw. wie schwierig es ist diese Expansion in eine gesunde Bahn zu bringen. Wenn nun eine Gesellschaft schon chronisch expansiv ist, wie dies bei uns der Fall ist, ist jede Bestrebung noch zusätzliche Expansion zu verursachen reines Gift.
> Es geht nicht um antiautoritäre Erziehung, sondern um ein möglichst > gesundes Mass an Autorität und Laissez-faire.
Du wirst doch hoffentlich nicht davon ausgehen, dass ich ein rein autoritärer Vater bin, der seine Tochter mit strenger Hand regiert? Hey du kennst mich doch.
Das ist das, was der > Silberengel hier postuliert.
Er postulierte von Anfang an "reflexives Begleiten" und relativierte natürlich wie jeder Pädagoge dann auch wieder.
Der letztlich kritischste Punkt ist aber, dass seine Reflexions- und "Beziehungsarbeit" eben keine richtige Beziehung beinhaltet, weil echte Beziehung nur mit einem starken emotionalen Anteil stattfinden kann. Er gehört zu den vielen modernen Pädagogen, die die Pädagogik vertechnisieren wollen. Es ist kalte, gefühlsarme, als Reflexion verkappte Moralisiererei.
Der traurige Hintergrund ist, dass gerade Pädagogen sich besser mit dem Abgrenzen als mit der echten emotionalen Beziehungspflege auskennen. Es ist in diesen Kreisen ein Zeichen mangelnder Professionalität, wenn man eine emotionale Bindung mit den Schutzbefohlenen eingeht. Dafür entwickelt man dann eben vielerlei Techniken, um sich moralisch aus der Verantwortung zu stehlen.
Unsere Welt ist schon so kalt, und unsere Silberengels machen sie noch kälter, egal wie schön ihre Worte klingen.
Beste Grüsse Nonpopulo
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Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)
Blue Moon Baby