Hippiefaschisten?

Zarathustra, Sonntag, 31.05.2015, 19:29 (vor 3881 Tagen) @ Nonpopulo12249 Views
bearbeitet von Zarathustra, Sonntag, 31.05.2015, 19:55

Sali Zara,

Salut Nonpopulo

Dabei sind Kernfamilien selbst schon eine Kopfgeburt von politischen
Indoktrinationen und haben noch nie wirklich funktioniert.


Funktioniert haben auch Stammesgesellschaften ab einem bestimmten Punkt
des menschlichen Forscher-, Expansions und Sicherheitsdranges nicht mehr.

Ja, alles Gesunde funktioniert ab einem bestimmten Punkt nicht mehr, und dann 'funktioniert' die Krankheit. Aber Gesundheit funktioniert im Laufe der Zeit länger als die Krankheit.

Frage mich sowieso was du in einer Welt der Vergänglichkeit als
funktionierend betrachten willst. Alles funktioniert - eine Weile lang.

Das Gesunde lang, das Kranke kurz.
Frage mich sowieso, warum so viele ums Verrecken das Kranke verteidigen.


> So ist das nunmal. Die monogame Paarungsfamilie musste mittels

obrigkeitlich organisierter Gewalt (Kirche und Staat)
widernatürlicherweise konstruiert werden, weil sich nur die
Wenigsten freiwillig in dieser Art und Weise selbst kasteien.[/i]


Nein monogame Paarungsfamilien gab es auch in Stammesgemeinschaften, z.B.
bei den Pirahas.

Monogame oder pseudomonogame Paarungsfamilien gibt es heute in vielen Stammesgemeinschaften. Aber früher eben nicht.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=348435

Nur haben die kein grosses Aufsehen darum gemacht, wenn
der Partner mal gewechselt oder eine aussereheliche Beziehung geführt
wurde.

Serielle 'Monogamie' ist eben keine Monogamie.

> Den obrigkeitsgläubigen Konservativen ist das kirchenstaatliche

Tribut-Konstrukt der monogamen Paarungsfamilie natürlich lieber als

die

ursprüngliche autarke Gemeinschaft. [/i]


Der Unterschied zwischen Konservatismus und Liberalismus ist von ihren
Prinzipien her einfach zu skizzieren: Der Konservatismus versucht die
animalische Natur durch Regeln unter Kontrolle zu bringen, da sie, wie
Silberengel richtig bemerkt, im Kollektiv sehr schnell destruktiv wirken
kann. Dabei geht der Konservatismus davon aus, dass die animalische Natur
ein unveränderliches Lebensfaktum ist.

Der Konservatismus verfolgt also eine exoterische, nach aussen orientierte
Linie.

Der Liberalismus hingegen versucht, die animalische Natur durch den Geist
(Vernunft, Spiritualität, Bewusstsein, Reflexion etc.) zu beherrschen. Er
sieht demzufolge die animalische Natur des Menschen als etwas durch den
Geist Bezwingbares an.

Der Liberalismus verfolgt deshalb eine esoterische, nach innen gerichtete
Linie.

Wobei die Konservativen einfach immer die Regeln ihrer Väter verteidigen.
Die nächste Generation Konservative jammert dann, wenn ihnen die Errungenschaften der Achtundsechziger abhanden kommen. Konservative haben vor allem Angst vor Veränderung, darum konservieren sie auch nach Möglichkeit jeden beliebigen Scheixx; Hauptsache, es ändert sich nichts.

Beide dieser Prinzipien sind in Bezug auf eine gesunde Genitalität alles
andere als optimal, und doch bin ich der Ansicht (und das ist wohl auch
das, was RogRog weiter oben meint), dass es gefährlicher und perverser
ist, der Illusion anheimzufallen, die animalische Natur des Menschen mit
dem Geist bezwingen zu können, als sich einzugestehen, dass von dieser
Natur eine Macht ausgeht, der der Geist nichts anhaben kann.

Dem widerspricht ja nicht mal der Silberengel grundsätzlich. Es geht halt um das Mass, wie weit man seinen Willen reflektiert. Um etwas anderes kann es gar nicht gehen. Me stell sech d'manne vor, wenns anders wär und s'chäm es hübsches meiteli derhär:

https://www.youtube.com/watch?v=jr8RAqUGXgs
https://www.youtube.com/watch?v=ohHncHGIFgM
http://www.songtexte.com/songtext/mani-matter/hemmige-53c68f19.html

Ich weiss, dass du dir sowohl das Eine als auch das Andere wegwünschst,
um deine Utopie eines befreiten, genitalen Menschen verwirklicht zu sehen,
aber an diesem Punkt sind wir nunmal nicht, und wir wollen trotzdem leben,
zumindest die 99% unseres Wesens, die aus animalischer Natur bestehen.

Welche Seite scheint dir aufgrund dieser Prämissen sinnvoller? Die
exoterische oder die esoterische Seite?

Ich weiss nicht, was Du genau meinst, aber wenn ich Kind wäre und die Wahl hätte, mich vom Silberengel oder aber von den Konservativen und deren Bauchgefühlen bekanzeln zu lassen, dann hätte ich schnell gewählt. Der Silberengel scheint mir hundertmal weniger dogmatisch unterwegs als letztere. Ein Glück, dass ich denen privat nie ausgeliefert war. Diesem Typus zu begegnen, hatte ich lediglich bei diversen staatlichen Institutionen das zweifelhafte Vergnügen. Das hat mir bei weitem gereicht.

Beste Grüsse Nonpopulo

P.S.: Es gibt noch einen dritten Weg, und das ist der, der Wilhelm Reich
aufgezeigt hat. Er ist weder geistig-spirituell noch an äusseren Regeln
orientiert, sondern der Weg der langsamen Befreiung der animalischen Natur
aus ihrem Käfig, wodurch ihre destruktive Kraft nach und nach
verschwindet. Leider ist es aufgrund der gesellschaftlichen Zensur und
Ächtung sowie aufgrund des Missbrauchs durch Hippiefaschisten kein
gangbarer Weg geworden, da es schlicht kaum Therapeuten und Pädagogen
gibt, die selbst auf diesen Weg gefunden haben.

Hippiefaschisten? Solange die als Hippies unterwegs waren, waren sie wohl kaum faschistoid unterwegs. Eher danach, nach der 'erfolgreichen' Resozialisierung.

Grüsse, Zara


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