Schmunzel, bei Sexualpädagogik geht es doch nicht nur darum, aufzuklären, wie die Kinder entstehen
"Wo der Mund z. B. mit Kernseife ausgewaschen wurde, bei
"unanständigen" Begriffen und Fragen?"Hast du diesbezüglich Erfahrungen?
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Wie @nereus bereits formulierte, es wird ein Problem konstruiert, das es
einfach nicht gibt, jedenfalls keinesfalls in der autochthonen breiten
Gesellschaft des Jahres 2015,
somit braucht hier auch keiner eine Antwort.
Hallo
Das ist ja gerade der Irrtum, dass es angeblich keine Probleme gibt.(Nur weil man sie nicht sieht).
Da sprich mal mit Pädagogen vor Ort oder Eltern (besonders in Problemvierteln), wieviel Probleme Heranwachsende heute haben im „richtigen" Umgang mit ihrer Sexualität, mit Partnerschaft, Beziehung etc. bzw. die Umwelt zu verarbeiten/zu reflektieren.
Von Gewalt und Diskriminierung an Schulen erst gar nicht zu reden.
"Wollen wir wieder von Blumen und Bienen reden müssen?"
Bei Kleinkindern, und um die geht es ja, natürlich. Warum denn nicht?
Schmunzel: Bei Sexualpädagogik geht es doch nicht nur darum, aufzuklären, wie die Kinder entstehen.
http://www.kindergarten-heute.de/zeitschrift/hefte/inhalt_lesen.html?k_beitrag=2325871
Schöne neue Welt, azur, in der Kinder nicht mehr Kinder sein
dürfen...![]()
Doch gerade darum geht es, dass Kinder wieder Kinder sein dürfen und nicht den moralischen Wertevorstellungen der Erwachsenen völlig ausgeliefert sind, welches ihre gesunde Entwicklung auch behindern kann. Bitte aber nicht die Kinder als asexuelle Wesen romantisieren. (dazu mein link). Hast du schon mal in der Kita gearbeitet?
Pädagogik der sexuellen Vielfalt in Kitas heißt überhaupt nicht, dass Kinder keine Kinder sein dürfen oder ihnen etwas aufgestülpt wird. Das ist alles Diffamierung und Propaganda aus bestimmten ideologischen Kreisen.
Die Ideologie geht also ursprünglich von der Kirche und den Konversativen aus. Die tun so, als ob sie nicht ideologisch werden.
Pädagogik der Vielfalt ist keine Ideologie, das wird nur so verdreht, um seine eigene Ideologie zu rechtfertigen und zu verteidigen, sondern die Pädagogik der Vielfalt trägt der Gesellschaft Rechnung, wo nun mal Vielfalt vorhanden ist. Leider haben viele (unbewusst) Angst vor Vielfalt und fühlen sich schnell bedroht. Doch sie ist nun mal da und sollte nicht verteufelt werden, sondern es geht um einen reflektierenden Umgang damit.
Über einzelne Methoden (wo eventuell Grenzen überschritten werden) kann man durchaus streiten.
Wie kann etwas Ideologie sein, was von Natur aus vorhanden ist?
Da höre ich immer Parolen wie die Entnaturalisierung von Heterosexualität, Generativität und Kernfamilie.
Das ist schon mal deshalb Unsinn, weil es in der Natur nicht nur Heterosexualität gibt. Es gibt viele Varianten.
Es sind überwiegend mal wieder überwiegend die Kirchen und Konservativen, die uns lange kontrolliert haben, die sich hier vehement gegen Aufklärung und Aufweichung der stereotypen Rollen wehren. Seit Jahrzehnten findet ja eine Gehirnwäsche und Indoktrination/Umerziehung in der Zivilisation statt, z. B. in den Kinder- und Lehrbüchern bzgl. dem stereotypen Rollenklischee von Mann und Frau.
Und Minderheiten wurde lange Zeit generell ausgegrenzt.
Dadurch werden wir schon von Kindheit an normativ geprägt, als ob die Kernfamilie das non plus ultra wäre bzgl. der Erziehung, und die Rollen von Mann und Frau schon von Natur aus immer bestimmt gewesen wären zum Überleben der menschlichen Rasse. Und alles andere existiert zwar auch irgendwie, sollte aber möglichst tabu sein und kein großes Aufsehen darum gemacht werden.
Es wird den Kinder von kleinauf das ideale Modell Vater, Mutter, Kind eingeprägt und alles andere ist anormal und darf keinesfalls in Kinder- und Lehrbüchern erscheinen. Diversität ist „pfui“ und bleibt eine Ausnahmeerscheinung. Und in den Bildungseinrichtungen möge man doch bitte die gesellschaftliche Norm einhalten.
Diese „Zwangsheteronormativität“ wird vor allem von Ideologen wie die Kirchen und Humanwissenschaften verteidigt, und heterosexuelle Paare (mit eigenen Kindern) gilt als einzige legitime Beziehungsform. Homosexuelle Paare in Bilder- und Lehrbüchern sind pfui.
Durch das symbolische System Heterosexualität mit all seinen kulturellen, rechtlichen, religiösen u.a. Vorgaben wird ihnen das dafür entsprechende Identifikationsmodelle bereitgestellt, denen sie sich kaum entziehen können/dürfen.
Aber diese Indoktrination, Manipulation und Kontrolle, die schon seit vielen Jahrzehnten ausgeübt wird, ist für Dich natürlich keine Kontrolle. Nur die bösen Sexualforscher- und pädagogen, die ein wenig mehr Freiheit fordern bei der Behandlung der Bildungsthemen, indem sie lediglich auf die Lebenswirklichkeit, die sich immer mehr Raum schafft, nur REagieren, dass sind für dich die bösen agierenden zwangssumerziehenden Kontrolleure.
Dabei wurden Gefühlsgrenzen und Schamempfindungen in einem Jahrhunderte dauernden Verbürgerlichungsprozess diskursiv produziert und eingekörpert. Sexualität war /ist mit gesellschaftlichen bürgerlichen Machtbeziehungen verknüpft. (Foucault,1977).
Nun geht es hier aber doch nicht darum, diese Schamgrenzen mit Zwang aufzuweichen sondern den Kindern zu ermöglichen, ihr Innenleben auch ohne Diskriminierung entwickeln zu können/zu dürfen. Grenzen sind nur da zu ziehen, wo sie anderen irritieren/schaden können.
Und dabei hatte die Natur schon seit jeher vielfache sexuelle Erlebensformen hervorgebracht und Heterosexualität galt nur der Fortpflanzung. Es gab also seit Anbeginn der Menschheit immer wieder ein Teil, welche aus dieser ‚heterosexuellen Matrix' ausgebrochen sind. Mit anderen Worten, die gleich freie Verfügung über männliche und weibliche Objekte, wie sie im Kindesalter, in primitiven Zuständen und frühhistorischen Zeiten zu beobachten ist, ist eigentlich das Ursprüngliche.(!!!)
Denn viele Menschen machen als Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene homoerotische bzw. homosexuelle Erfahrungen. Sie kennen entsprechende Phantasien, Gefühle und Träume. Homo- und Heterosexualität sind ergo keine einander ausschließende Alternativen.
Homosexualität ist - ebenso wie Heterosexualität - per se keine Kategorie zur Klassifizierung von Menschen. Empirische Studien weisen darauf hin, dass es DEN/DIE Homosexuelle(n) ebenso wie den/die' Heterosexuelle/n als besondere Persönlichkeit nicht gibt. Vielmehr gilt für heterosexuell wie homosexuell aktive Menschen eine große Diversität von Handlungsweisen, Lebensstilen, Mischformen homo- und heterosexueller Betätigung.
Alles orientiert sich aber nur am typischen Ideal des Zusammenfallens von „romantischer Liebe", Sexualität und Ehe.
Doch die klasssische Liebesbeziehung, wo Sexualität und Elternschaft zusammenfallen ist nicht das A und O, denn in manchen matriarchalen Gesellschaften z. B. ist die männliche Bezugsperson von Kindern der Bruder ihrer Mutter, während die Sexualpartner der Mütter wechseln und keine enge Beziehung zu ihren „leiblichen“ Kindern haben. Verlässliche Väter sind sie vielmehr für die Kinder ihrer Schwestern.
Für ein gesundes Aufwachsen des Kindes braucht es zwar auch verlässliche männliche Figuren, dass muss aber nicht der leibliche Vater sein. Dafür gibt es keine wissenschaftliche psychoanalytische Forschung, die das zu 100% bestätigt.
Es gibt allerdings ein Spannungsverhältnis zwischen sexuellem Begehren, das oft spontan ist und wechselhaft, und der Notwendigkeit kontinuierlicher, verantwortungsvoller und verlässlicher Beziehungen zwischen den Generationen, also zwischen Erwachsenen und Kindern. In der westlichen Geschichte wurde das Problem aber durch die Einhegung und Reglementierung von beidem gelöst: Stigmatisierung von jeglichem „Lotterleben“, Beschränkung von Sexualität auf die Ehe (und Prostitution als deren Ventil), gesetzliche Formalisierung von Elternschaft, Ausschluss der Frauen aus den auf Gleichheit gegründeten Institutionen der Männer, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung mit der Folge von schädlich verkitschten Mutterbildern und so weiter.
Man könnte auch sagen: durch die offizielle Festschreibung der Vorstellung, dass Liebe und Freiheit unvereinbar sind.
Wenn wir dieses Kuddelmuddel heute in Richtung eines Zusammendenkens von Liebe und Freiheit auflösen wollen, dann könnten historische homosexuelle Alternativen zur heteronormativen Ehe Anregungen geben für andere, freie und liebevollere Lebensformen. Für Lebensformen, in denen Verantwortung und Spontaneität in der Liebe nicht festgezurrt werden auf Dualismen, also Ehe versus Spontanität, Frauenrollen versus Männerollen, Heterosexuell versus Homosexuell etc
Wir müssten uns nicht mehr für eines von beiden entscheiden, sondern könnten, je nach Fall und
konkreter Situation, die Regeln miteinander aushandeln und überlegen, was den Wünschen der jeweils Beteiligten und den Notwendigkeiten der Welt am besten entspricht.
Und warum sollte man den Kinder Diversität nicht auch durch Bilder- und Lehrbücher vermitteln dürfen? Dass hieraus eine Gefahr hervorgeht, dass nun alle „normalen“ Kinder homosexuell werden oder nicht mehr beziehungsfähig u.ä., konnte noch niemand wissenschaftlich oder empirisch begründen und ist ein Totschlagargument.
P.S. Und über die selbstverständlich uneigennützigen Motive der
"sexuelle Vielfalt auch für Kleinkinder" propagierenden Spitzen-Pädagogen
lasse ich mich hier im Forum lieber nicht aus, die Beitragslöschung wäre
gewiss.![]()
Schönen Gruß.
Das wäre auch gerechtfertigt, sogar eine Sperrung, weil Diffamierungen nichts mit sachlicher Diskussion zu tun hat. Dafür kannst Du dann in andere Schmuddelforen gehen, wo jeder den anderen wahllos diffamieren darf.
Sonnige Grüße