Ich kann mit Deinen polemischen Anfeindungen eher wenig anfangen

Silberengel, Donnerstag, 28.05.2015, 11:43 (vor 3885 Tagen) @ nereus13097 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 28.05.2015, 12:22

Hallo Silberengel!

Du schreibst: Eine „sexualfreundliche, körper- und sinnesfrohe"
Erziehung von Kindern, welche Erzieher und Eltern vermitteln sollen.

Was ist sexualfreundlich? Was ist körperfroh? Was ist sinnesfroh?
Wer legt fest wann ich mich (oder meine Kind) zu freuen habe oder wann mir
(oder meinem Kind) einer „abgehen“ soll?
Gibt es dafür schon eine DIN-Norm?

Hallo

Das sind alles polemische Fragen.

Erzieherinnen wissen, was hiermit gemeint ist. Hier empfehle ich einfach mal in die Erzieherforen hineinzulesen oder die Erziehergruppen bei Facebook.
Auch hier wird Dir eventuell weitergeholfen, falls Du überhaupt an einer sachlichen Diskurs interessiert bist, was ich ein wenig anzweifle.

Ich trete pauschalen Anfeindungen gegen eine moderne Sexualpädagogik ausdrücklich entgegen.
Zumal das oftmals immer nur auf die Ansichten von Helmut Kentler reduziert wird.

Grenzachtende(!!) moderne Sexualpädagogik ist sehr wichtig für den verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit Beziehung und Sexualität, für die Vermeidung von sexueller Gewalt und ein offenes und tolerantes Miteinander, das sich an heutigen Lebenswelten orientiert.

Der moderne Ansatz ist: Die Jugendlichen geben die Themen vor - nicht die pädagogisch Tätigen. Und machen wir uns nichts vor: 70 Prozent der 13-jährigen Jungs und 30 Prozent der Mädchen sehen regelmäßig Pornografie - und haben Fragen dazu.
Warum leben wir denn heute im „Sexolithikum"? Hat das vlt. damit etwas zu tun, dass wir Sexualität zu sehr tabuisiert und verdrängt haben und sich nun Ventile sucht?
Grenzen und Tabus werden doch von der Gesellschaft selbst aufgehoben, allein schon durch das Internet, und nicht von den Pädagogen. Hier dürfen wir die Kinder nicht allein lassen.

Zudem geben pädagogische Wissenschaftler nur methodische Anregungen auf wissenschaftlicher Basis. Das findet alles praxisnah in Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften und letztlich auch den Eltern statt, die wiederum partnerschaftlich mit den Erzieherinnen der Einrichtung kooperieren. Da hat sich viel geändert in den Strukturen. Pädagogische Wissenschaft orientiert sich heute an der Praxis und der Lebenswelt.

Die Schule ist dabei ein sehr wichtiger Ort für Sexualerziehung, sie hat auch den Auftrag dafür, nimmt den Eltern aber überhaupt nichts weg, wie immer wieder behauptet wird.. Für falsch halte ich jedoch, wenn Sexualpädagogik nur Verhütungsaufklärung im Biologieunterricht bedeutet ebenso, wenn Schüler zu etwas gezwungen werden. Das ist aber nicht Realität.

Warum fühlen sich staatliche Organe verpflichtet in die intimsten
Bereiche des Privatlebens ihrer Bürger einzudringen?
Könntest Du abseits aller weichgespülten Formulierungen mir erklären,
was das soll?

Sorry auch diese Frage ist eher polemisch und fernab jeglicher Realität.
Zudem hatte ich diese implizit schon im anderen Beitrag beantwortet.

Zudem leben wir in einer Gesellschaft der Vielfalt, die nun mal da
ist, und Eltern und Erzieher die Kinder angemessen begleiten müssen. Dazu
gehört auch die Sexualpädagogik.

Aha. Da müssen Klein-Sebastian und Klein-Marie mit 6 oder 7 Jahren
wissen, wohin genau der Vati seinen „Rüssel“ in die Mutti steckt,
obwohl sie das in diesem Alter noch gar nicht so genau wissen wollen.

Unsinn. Und wie kommst Du darauf, dass die das nicht wissen wollen? Hier unterschätzt Du die kindliche Neugierde.
Sexualpädagogik muss allerdings besonders sensibel mit den Grenzen von Intimität und Scham von Schülerinnen und Schülern umgehen, keine Frage.

Kinder und Jugendliche brauchen aber dringend Orientierung im Dschungel der sexuellen Botschaften und des heute jederzeit zugänglichen sexuellen Bildmaterials. Deshalb ist es auch Aufgabe schulischer Sexualpädagogik, Eindrücke zu sortieren, Falschinformationen richtigzustellen und zu vermitteln, dass bestimmte Themen zur Sexualität Erwachsener gehören beziehungsweise gehören können. Ich sehe hier keine Probleme.

Studien zeigen, es sind vor allem Menschen, welche die Männlichkeit oder die Mittelschicht in Gefahr sehen, weil ihr Berufs- und Privatleben gefühlt unsicherer und unplanbarer geworden ist. Diese Ängste werden aufgegriffen, als polemische Stimmungsmacher benutzt und geschürt von Vertretern aus ganz unterschiedlichen politischen Lagern: Linke, Konservative und Rechtsextreme sind darunter.

Zum Beispiel wird bei „dekonstruktivistischer Sexualpädagogik" von gezielter Verwirrung gefaselt.
Dabei ist es anders herum: Das heutige Lebensumfeld ist oftmals verwirrend für Kinder und Jugendliche. Es geht also darum, die Jugendlichen zu ENTwirren, indem man die Themen aus der Umwelt (die man nun mal nicht wegkonstruieren kann, es sei denn man wandert aus) aufgreift und reflektiert.

Ein Zeichen einer gesunden psychosexuellen Entwicklung des Kindes ist
von Anfang an die lustvolle Erkundung aller Teile des Körpers, (ohne die
genitale Fixierung vieler Erwachsener!). Sexualpädagogik stößt die
Wahrnehmung eigener Grenzen an und lässt Übereinstimmung von Verstand und
Gefühl im Kontakt entstehen, lässt die Autonomie wachsen und verhilft
eigene und fremde Scham sowie Abgrenzung zu respektieren.

Wie die Zeichen einer gesunden Entwicklung zu deuten sind, sollte man doch
besser den Eltern überlassen und nicht einem durch und durch korrupten
System,

Was verstehst Du unter System? Wie schon gesagt, arbeiten die wissenschaftlichen pädagogischen Institute alle praxisnah zusammen mit den Erziehern und Eltern. Hier fehlt Dir anscheinend der Einblick in die alltägliche Praxis.
Hatte ich alles schon genannt.

Aktuelle Empfehlungen für die Bildungspläne der Länder, sexuelle Vielfalt fächerübergreifend an Schulen zu behandeln, wurden in den letzten Monaten zudem immer wieder gleichgesetzt mit Empfehlungen aus dem Methodenbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ von Elisabeth Tuider. Eine unzulässige Vermengung, die eine Welle von unberechtigter Kritik und Stimmungsmache gegen modernde Sexualpädagogik hervorgerufen hat.

welches nicht einmal in der Lage ist Massenmorde aufzuklären, die
Bürger vor dem maßlos gierigen Zugriff der Banker zu schützen, schamlos
seine Bürger ausschnüffelt und einem tagtäglich vorschreibt was man zu
tun und zu lassen hat.

Weiß nicht, was das mit dem Thema zu tun hat.

Wer meint aller Welt unablässig Gutes zu teil werden zu lassen, leidet
tatsächlich an einer ausgeprägten Neurose. Hier liegt @RogRog zu 100 %
richtig!

Na wenn DU das sagst. Ihr dürft ja euren Standpunkt haben.
Ich wollte hier nur eine Gegenperspektive darstellen und aufzeigen, dass eure Argumente mehr konstruiert sind als alles andere.
Die meisten Diskussionen sind bewusst auf Krawall gebürstet und völlig unsachlich.

Dann erkläre mal mit wissenschaftlichen und empirisch belegten
Fakten, wie Kinder in unnatürliche Richtungen gedrängt werden. Gibt es da
statistische Untersuchungen?

Permanente Gehirnwäsche führt selbstverständlich in die gewünschten
Richtungen, wenn sie lange genug betrieben wird

Aha. Hier spricht der Wissenschaftler und Praktiker.[[lach]]
Hast Du da Forschungen betrieben, wieviel Kinder homosexuell o.ä. wurden, weil man mit ihnen das Thema sexuelle Vielfalt behandelt hat? Selbst Kinder aus lesbischen Partnerschaften entwickeln sich normal, wie man heute weiß. Und dazu gibt es Forschungen.

Es stellt sich viel mehr die Frage, warum man um jeden Preis diese
Richtung ändern will?

Wie kommst Du auf diesen sorry ich nenne es Stuss?

Wie viele Verbrechen und Morde gab es denn an gleichgeschlechtlich
liebenden Personen, so daß hier zwingend regulative Maßnahmen ergriffen
werden müssen?

Es geht nicht um Morde, sondern generell um Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten und um einen reflektierten Umgang.
Wenn man da nicht früh genug in der Erziehung ansetzt, und den Kindern nicht vermittelt, dass die Welt nicht nur schwarz-weiß ist, dann wissen wir ja was dabei herauskommt.
Wir wollen ja gerade raus aus diesen stereotypen und polarisierenden Denkmustern, welche Du hier vermittelst und die Menschen dazu zu erziehen, mit Vielfalt ohne Angst umgehen zu können und trotzdem ihre Identität zu bewahren.

Und wo die sogenannte Aufklärung hinführen kann, konnte man sehr gut an
den Skandalen um die Odenwaldschule erfahren, wo Erzieher über Jahrzehnte
ihre Schutzbefohlenen mißbrauchten.

Als ob ich es schon geahnt hätte, kommt jetzt wieder diese rhetorische Odenwald-Keule. Hat aber mit dem Thema hier wenig zu tun. Ganz im Gegenteil, diese Schule war ein Beispiel, wie es NICHT laufen sollte.

Es ist also ziemlich schräg sich über die Mißbrauchsfälle der
Katholischen Kirche auszulassen und dabei die Untiefen der „eigenen
Religion“ nonchalant zu übergehen.

Das Konzept der Odenwaldschule hat nichts mit der heutigen modernen Sexualpädagogik zu tun.
Ergo ein schwaches und eher polemisches Argument.

Offenbar spielt es keine Rolle, ob Sexualität eingeschränkt/unterdrückt
ist oder diese ausgelebt werden kann, wenn man über das Problem
Kindesmissbrauch debattiert.
Warum wird dieser Umstand von den „Aufklärern“ nicht zur Kenntnis
genommen?

Es geht weder um das eine noch das andere Extrem. WAS sollen wir also zur Kenntnis nehmen?

An @nemo schriebst Du noch: Ich werde das Gefühl nicht los, dass es
eher die Scham der Erwachsenen ist, die hier in Moral umschlägt und den
Zeigefinger erheben lässt? Oder durch Propaganda und Hetzkampagnen
produzierte Ängste.

Da halte ich doch glatt mal mein Gefühl dagegen.
Könnte es sein, daß sich die Verfechter dieser neuen Aufklärung eine
Brücke für ihre eigenen Vorlieben bauen wollen?

Nein, dazu gibt es keine Veranlassung. Vor allem sind diese Verfechter auch Frauen, die auch selbst Kinder haben.
Die meisten Missbrauchsfälle passieren lt. Polizeistatistik im näheren Verwandten- und Bekanntenkreis. Da braucht ergo niemand „Brücken bauen".

Daher frage ich nochmals. Warum sollen Kinder in einem Alter mit einer
Angelegenheit konfrontiert werden, die nachweislich bei denen noch keine
wirklich große Rolle spielt?

Hatte ich schon beantwortet im anderen Beitrag.

Wir waren schließlich alle mal klein und wissen aus eigener Erfahrung
wann das Thema zum Thema wurde.
Mit 6 oder 7 war das definitiv nicht der Fall.

Unsinn. Da hast du entweder a) ein schlechtes Kindheitsgedächtnis oder b) musstest Du deine Bedürfnisse unterdrücken. Zu was letzteres führen kann, sehen wir an unserer heutigen Gesellschaft.


Hier wird Dir eventuell weitergeholfen, um Dir ein vorurteilsfreies Bild zu machen.
https://www.lzg-rlp.de/fileadmin/pdf/BZgA_Koerpererfahrung_Kindergarten.pdf

Fazit:
Jeder mündige Bürger kann ficken wen er will, aber er oder sie sollen
mich nicht ständig mit ihren guten Ratschlägen behelligen was in dieser
Hinsicht richtig und was falsch gedacht oder gemacht wird.

Auch damit kann ich wenig anfangen. Pädagogische Wissenschaft gibt wie gesagt Empfehlungen, in der angewandten Methodik haben die Lehrer und KITA-Erzierher letztlich das Sagen. Das sind alles demokratische Prozesse.

Wobei ich zugeben muss, dass einige hier zu weit gegangen sind und übergriffige Methoden empfohlen haben. Hier muss man differenzieren. Das heißt aber nicht, dass man die moderne Sexualpädagogik generell ablehnen sollte. Eine Auseinandersetzung darüber muss sachlich geführt werden und nicht polemisch.

Ich bin es leid mir von diesem Arschlochs-Staat, für alles was ich denken
und tun oder lassen will, einen Ratschlag oder gar Genehmigung erteilen zu
lassen.

Deine Aversion ggü. dem Staat ist verständlich, hat aber mit dem Thema wenig zu tun.

mfG
nereus

Sonnige Grüße


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