Pädagogiker-Beliebigkeits-Wischi-Waschi

Nonpopulo, Sonntag, 31.05.2015, 21:21 (vor 3882 Tagen) @ Silberengel12163 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 31.05.2015, 21:34

> Pädagogik als „reflexive Begleitung" schließt eine
[quote]Manipulation/Konditionierung nicht völlig aus.
[/quote]

Sag ich ja. Sie ist nur subtiler, ungreifbarer für das Kind und lässt es am Ende irritiert zurück, dabei allerdings höchst befliessen im Sozialpädagogen-Jargon.

> Es ist ein ständiger Lernprozess.

Ja, ja, alles ist ein Prozess, alles ist ein bisschen, und manchmal ein bisschen mehr und dabei manchmal etwas mehr so und manchmal etwas mehr so... das ist ätzendes, sinnfreies Intellektuellenblabla, wie man es besonders von Sozialpädagogen und Soziologen zur Genüge kennt. Alles wird relativiert und verdreht wie es gerade am besten in die gutmenschlich-pseudohumanistische Ideologie passt.


> Da ist nichts falsch, auch nicht im doppelten Sinn. Natürlich gibt es
[quote]auch ein Lernen durch Nachahmung und es geht niemals darum, dem Kind 100%
individuellen Raum zu geben.
Es geht um ein ständiges Austarieren von Grenzen, ein soziales Einüben.
Reflexion ist nie passend und immer unabgeschlossen. Eine fertige Theorie
zu erwarten ist nicht nur Illusionen, sondern zugleich eine Verkennung der
Verhältnisse von Reflexion und Praxis.
[/quote]

Du bist ja spassig. Du bist doch derjenige, der einen allgemeingültigen, quasi wissenschaftlichen Anspruch erhebt mit seiner Sexualpädagogik. Aber eben: siehe oben.

> Darum geht es also nicht
[quote]Siehe hier:
https://paedreflex.wordpress.com/2012/11/12/reflexion-in-einer-theorie-der-erziehung/[/...

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber noch mehr von dem Beliebigkeits-Wischi-Waschi will ich mir nicht antun. Ich bin übrigens selber Sozialpädoge und habe die ganzen Diskurse bis zum abwinken durchgekaut und in der Praxis jahrelang selber erfahren. Diese Praxis hat mich aber je länger je mehr abkehren lassen von meiner ursprünglichen Haltung, die deiner damals sehr ähnlich war.

Aber ich bin ja nur ein engstirniger, konservativer Bremser mit begrenztem Horizont und eindimensionalen Denken, wogegen du ein progressiver Kämpfer im Namen von Toleranz, Vielfalt, Liebe und Lebendigkeit bist. [[hüpf]]

> Und sicherlich dürfen Pädagogen auch eine klare Haltung haben, müssen
[quote]aber bereit sein, auch diese zu hinterfragen. Wir haben hier doch genug
schlechte Erfahrungen gemacht mit s.g. „klaren Haltungen" und „festen
Standpunkten". Je älter die Kinder sind, desto mehr erkennen sie auch,
dass Erwachsene auch Fehler machen und das Grenzen, falls notwendig auch
verhandelbar sein müssen, und Erwachsene auch nur fehlbare Menschen mit
Fehlern sind.
[/quote]

Ja ja, das ist ja nicht falsch, aber halt auch wieder komplettes Beliebigkeits-Wischi-Waschi, mit dem man niemals nie unrecht haben kann, und sich auch noch für einen tollen, reflektierten Pädagogen halten kann.

> Was heißt verweichlicht?

Keine Fähigkeit zur Kontraktion und Leidensfähigkeit.

> Die Pädagogen wissen schon, dass sie auch Erfolge habe, die sieht man
[quote]bloß oft nicht, weil man sich nur auf das negative fokussiert
[/quote]

Als Pädagoge muss man sich seine Arbeit natürlich schönreden, davon ist ja die ganze Selbst-Identifikation abhängig. Dabei ist es sehr einfach, sich Erfolge zu suggerieren, z.B. in dem man sich sagt, es hätte alles viel Schlimmer werden können, wenn wir nicht gewesen wären. Oder, immerhin hat er dies oder das geschafft - dank unserer Unterstützung. Der Beliebigkeit sind auch da kaum Grenzen gesetzt.

> Jede Reflexion und das Thematisieren/Sichtbarmachen von Problemen ruft
[quote]irgendwie auch Veränderungen und Lösungen hervor.
Wichtig dabei ist doch die Zurückdrängung des moralischen Einflusses
(der erhobene Zeigefinger)
hin zu mehr Beziehungsarbeit und dass man gemeinsam ins Gespräch kommt.
[/quote]

Schöne Worte, warme Luft. Beziehungsarbeit ist ein grausames Unwort, denn Beziehung kann natürlicherweise niemals Arbeit sein. Aber es zeigt gut, was für Pädagogen Beziehung ist.

> Es gibt nicht DEN Pädagogen. Es gibt Grundschulpädagogen,
[quote]Frühpädagogen, Sekundarschullehrer etc. Welchen meinst DU also?
[/quote]

Es gibt eine Grundtendenz moderner Kinder- und Jugend-Pädagogen egal in welcher Richtung sie jetzt genau tätig sind. Und von dieser spreche ich. Ganz klar gibt es auch positive Ausnahmen, die an der Grundtendenz allerdings nichts ändern.

> Zudem ist Verstehen bzw. eine Beziehung besser als autoritäres
[quote]„Zusammenfalten". Letzteres wirkt doch heute gar nicht mehr und bringt
auch nachgewiesenerweise keine Lernprozesse in Gang.
[/quote]

Da sind sie wieder deine Theorien. Das kann man genau so nachweisen wie das Gegenteil. Natürlich gibts einen Abstumpfungseffekt, wenn ein Kind täglich zusammengefaltet wird, aber... ach langsam werd ich müde, dir das erneut zu erklären und meine Hoffnung, dass du es begreifst ist sowieso verschwindend klein... aber gut, ich versuchs nochmal:

Der Mensch ist in erster Linie ein emotionales Wesen und kein Vernunftwesen, auf Kinder trifft das sogar noch mehr zu. Leben spielt sich auf der emotionalen Ebene ab. Das ist die Ebene der Wahrheit, die Verstandesebene ist die Ebene der Manipulation. Wenn ich Eltern höre, die ihrem Kind erklären, es soll seinem Bruder nicht weh machen sollen, weil "du hast es auch nicht gerne wenn man dir wehmacht" wird mir übel. Dieses moralische Getue ist nur lächerlich und traurig. Ein Kind versteht das nicht, es lernt nur die Mechanismen der moralischen Manipulation durch seine Bezugspersonen. Das Leben spielt sich auf der emotionalen Ebene ab, und dort muss man präsent sein und dort (und nur dort!) tritt man in eine echte Beziehung mit dem Kind!

> Glaubst Du denn, allein nur durch Emotionalität kannst Du Grenzen
[quote]setzen?
[/quote]

Grenzen setzen, die das Kind versteht beinhalten einen starken emotionalen Anteil, ja.

> Nein, DU hast doch nichts widerlegt, nur theoretisch, Du hast nur eine
[quote]sehr eingeengte Sicht von moderner Pädagogik dargestellt und teilweise
viel zu sehr verallgemeinert. :-)
[/quote]

Nur theoretisch? Du Spassvogel, ein Theoretiker bin ich nun wirklich nicht.

Oder bilde ich mir das nur ein, weil ich noch nicht genug Selbstreflexions-Arbeit geleistet habe? [[zwinker]]

Jedenfalls
dumpf-einfältige schwarz-weiss-Grüsse

Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby


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