Zwanglosigkeit und Freiheit vs. debitistische Schuldlogik
Hi Hinterbänkler,
> Und das ist auch meine Kritik am Dottor'schen Debitismus, das mit der
[quote]Urschuld. Ich behaupte: Urschuld bzw. Urforderung gibt es nur in einer
debitistischen Zivilisation, mit dem debitistischen Blick auf die
zivilisatorischen Gegebenheiten. Urschuld ist keine Realität sondern
eine Interpretation durch den Beweisführer. Ein blödes kleines Mem,
ein verrutschter Gedanke...[/quote]
Der Zivilist/Debitist kann sich halt nichts anderes vorstellen, als dass zu allen Zeiten der Zwang herrschte, sich zu ernähren und Unterschlupf zu finden, was ja auch nicht einer gewissen Logik entbehrt.
Allerdings ist das eine rein mechanistische Sichtweise, die keinerlei Aufschluss darüber gibt, ob das Suchen nach Nahrung und Unterschlupf auch zu allen Zeiten tatsächlich als Zwang empfunden wurde.
Gehörst du wie ich zu den Menschen, die in Betracht ziehen, dass der "edle Wilde" sein Leben subjektiv tatsächlich keinen Zwängen unterworfen sah, müssen wir uns die wichtige Frage stellen, warum dem so war.
Die meisten Menschen, die an die subjektive Zwanglosigkeit des "edlen Wilden" glauben, machen dafür mystische Gründe verantwortlich: Er war eins mit der Natur, in seinem Bewusstsein war alles belebt, seine Meme waren entsprechend ausgebildet
etc.
Was leider nicht in die Denk- und noch weniger in die emotionale Struktur des Zivilisten passt, weil es die Selbstverständlichkeiten unserer Existenz zu sehr in Frage stellt und zudem intellektuell völlig uninteressant ist, sind die Forschungen Reich's, der die Lebenskraft (die andere Prana, Chi, Äther etc. und er Orgon genannt hat) sichtbar und messbar gemacht hat.
Wo diese Lebenskraft frei fliesst, kann es keinen subjektiven Zwang geben. So fühlt sich die Vogelmutter aus Zara's Vogelnest nicht dazu gezwungen, ihre Kleinen zu versorgen, weil diese das fordern. Sie weiss einfach was zu tun ist und tut es, mehr nicht. Genau so würden auch wir die Anfordernisse des Lebens bewältigen, seien sie nun gerade leicht oder schwer, würde unsere Lebenskraft frei fliessen. Doch das tut sie nicht. Sie ist aufgrund der vielzähligen Frustrationen im Kindes- und Jugendalter als chronische Angst (vor weiterem Schmerz durch Frustrationen) in unserer biophysischen und bioenergetischen Struktur gebunden, insbesondere durch chronische Muskelkontraktionen inkl. der Entsprechung auf der emotionalen Ebene.
Diese gebundene, blockierte Lebenskraft führt einerseits zur Entstehung der destruktiven Triebe, dessen äussere Manifestationen in unseren sozialen und gesellschaftlichen Problemen zum Ausdruck kommen, und andererseits zur Wahrnehmung des Lebens als Zwang bzw. abzutragende Schuld.
LG
Nonpopulo
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Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)
Blue Moon Baby