Der Träger und die getragene Eigenschaft
Hallo Silke,
Durchgesetzt wird von oben nach unten.
Getragen wird von unten nach oben.
Dabei aber bitte berücksichtigen, dass die den Träger schaffenden Individuen dies nicht aufgrund einer Dezentralmacht bewirken, sondern dass sie es müssen, weil sie ohnmächtig sind, weil eine Zentralmacht die Festsetzung, Erhebung und Vollstreckung durchsetzt.
Wer den Machtkreislauf sehen will, der muss diesen Kreis gedanklich schließen. Darum geht es mir. Abgaben- und Geldmonopol liegen zusammen (Zentralmacht). Zarathustra suggeriert, dass der Machtkreislauf offen ist, dass er ein sich selbst erschaffender Prozess von Privaten ist, dessen Entwicklung sogar durch eine Dezentralmacht der Individuen bestimmt wird. Das Individuum entsteht aber erst durch Entmächtigung, dadurch, dass akephale Gemeinschaften zerschlagen und zersplittert werden. Jede aus der Zerschlagung geschaffene Gesellschaft ist ein Zeugnis der Ohnmacht, ist auf Unterwerfung zurückzuführen, ausnahmslos jede Gesellschaft, jedes Geschwärme oder sonst wie beschriebenes Zucken!
Zentralmacht ist die Fähigkeit, eine zentristische Ordnung mittels
struktureller Gewaltanwendung zu erstellen und per Machtkreislauf zu
erhalten.
Exakt.
Jeder Teil dieser Ordnung, egal an welcher Stelle der Hierarchie, trägt
mit seiner akzeptierenden und die ZM legitimierenden Teilhabe an diesem
Ordnungsprinzip das gesamte System in dieser Form mit.
Ja, die Ohnmacht trägt.
Der Zentralmachthalter ist auswechselbar. Er erhebt sich aus den im System
konkurrierenden und koalierenden Teilsystemen, die ihrerseits sämtlich
dynamisch und hierarchisch in Machtverhältnissen zueinander stehen.
Wobei die Machtverhältnisse allesamt auf Machtzessionen der Zentralmacht zurückzuführen sind.
-> Keiner kann sich also rausreden: Wenn er das System nicht aktiv und
effektiv bekämpft, ist er Teil des Zentralmachtsystems auf seiner ganz
persönlichen Treppenstufen (egal, ob er nun selbst andere etwas mehr
vergewaltigt oder etwas mehr von den anderen vergewaltigt wird).
Exakt! Die Gesellschaft liebt die Machtzession deshalb, weil sie den Eindruck erweckt, man selbst bestimme uneingeschränkt über die Be- und Entmächtigungen seiner selbst und anderer. Ein Gefühl von Freiheit, der freien Wahl. Von der Vorstellung eines freien Willens der Individuen ganz zu schweigen.
Geld sind zeitlich befristete, durch die Zentralbank beurkundete
und damit gültige, per Notation auf Geldträgern aufgetragene von GB‘s
akzeptierte (mit Sicherheiten hinterlegte) und nach bestimmten Procedere
zentralbankfähig gemachte private Schulden (Leistungsversprechen).
Ja, ein Schuldtitel bekommt die Eigenschaft Geld. Ein Schuldtitel ist Schuldtitel (Träger). So wie eine Ware Ware ist. Geld ist eine durch Machtakt erweckte Eigenschaft, die nur als eine solche existieren kann. Alle privaten Schöpfungsfantasien der Eigenschaft Geld beruhen auf beschränkten Theoriegebäuden, müssen am Ende durch Tauschtheorien und den Glauben an die Naturgegebenheit des Eigentums, der Zersplitterung als Individuum und dem freien Willen zur Unterwerfung und Abgabenleistung genährt werden. Kurzum: Oh oh!!! Winke winke!
Die ZB ist von der Zentralmacht autorisiert (Teil von ihr), die GB muss
von der ZB akzeptiert sein, um notenbankfähige Titel zum Repo einreichen
zu können (Mindestvoraussetzungen).
Somit bestimmt allein der Zentralmachthalter, welche Leistungsversprechen
zu Geld werden können (Geldschöpfungsmonopol).
So ist es.
Allerdings kann die ZB nur durch die Bemühungen der Privaten,
Leistungsversprechen über das zweistufige GB-ZB-System anzubieten,
überhaupt erst Geld schöpfen.
Ja, die Träger müssen die Privaten liefern. Wobei die Bemühung der Privaten nicht mit einer Macht gleichzusetzen sind. Die Bemühung ist Zeugnis ihrer Ohnmacht.
Die Privaten benötigen Geld, um die ihnen per Waffengewalt auferlegten
Abgabeschulden (Steuern) zum festgelegten Termin zu tilgen, um angedrohter
Strafe und Sanktion zu entgehen (StZM).
Ja, erst dadurch, dass eine kurante Einheit (die in den Kreislauf gebracht wird) als Abgabe bestimmt wird (die Funktion STZM erhält), kann die Eigenschaft Geld, mit all ihren Funktionen (Zahlungsmittel da es sich jeder besorgen muss, Wertaufbewahrungsmittel da es sich auch jeder übermorgen besorgen muss) erweckt werden.
Auch wurde Geld durch den
Zentralmachthalter zum gesetzlichen Zahlungsmittel mit Annahmezwang zur
privaten Entschuldung dekretiert und wird dafür nun auch vorrangig
genutzt, obwohl private Entschuldung vielfach auch ohne Geld möglich wäre
(z.B. durch BTC).
Nein, Bitcoins werden schließlich in Geld bewertet, weil es nur eine produzierte Ware ist (hoch spekulativ). Fehlt das Geld, hat auch niemand die Möglichkeit, Bitcoins an einer für alle zwingend notwendigen Einheit (Geldeinheit) zu bewerten.
-> Keiner kann sich also rausreden. Wer sich Steuern aufzwingen lässt,
sich per privater Verschuldung Geld verschafft und damit die Steuern tilgt,
bzw. wer zur privaten Entschuldung GZ verwendet und nicht Subsistenz
betreibt, tauscht oder sich mit privaten Zahlungsmitteln entschuldet, ist
Teil des Zentralmachtsystems und unterstützt es.
Unterstützt ein Vergewaltigungsopfer seinen Vergewaltiger dadurch, dass es sich vergewaltigen lassen muss? Wenn man das Opfer soweit mit Drogen voll pumpt, dass es den Handgriff des Täters, jeden Stoß, als zärtliche Berührung empfindet, dann hat man in etwa eine Vorstellung darüber, in welchem Zustand sich unsere Gesellschaft befindet.
Inwieweit man sich durch bewußt gelebte graduelle Unterschiede entlasten
kann weiß ich nicht.Darum sehe ich es so, dass Du und Zara beide teils Recht, teils Unrecht
habt mit Euren Fokussierungen, aus irgendeinem Grund aber keine Einigung
wollt.
Der Grund ist bekannt: Zarathustra glaubt daran, dass Milliarden Opfer die Vergewaltigung zu verantworten haben (weshalb er sich mit Katzen in den Wald denkt), dass die Gesellschaft Dezentralmacht besitzt, um auf die Ordnungen einzuwirken. Weil wir aber zentrische Ordnungen beobachten, weil eben ganz klar Unfähigkeiten der Milliarden in Bezug auf die das System beeinflussenden, wesentlichen Verfahren/Prozesse festzustellen sind (die Masse kann keine Abgaben erheben, kein Geld produzieren, kann dies auch nicht verhindern), unterlief Zarathustra auch der Fehler, dass er zwar über Zentralmachthalter schreibt, die Zentralmacht aber abzulehnen versucht. Dass er auf der Flucht ist, merkt ein Blinder mit dem Krückstock.
In Wahrheit ist der Glaube an die Dezentralmacht die wirksamste Illusion, um uns unter Drogen zu setzen, uns abhängig von dem Gedanken an den freien Willen der Privaten, die Freiheit und Macht durch Schwarmbildungen zu machen. Ein Schwarm beeinflusst nur die Ebene der Halter (Farbwahl). Jeder Ruf nach einer Revolution, nach Heilwerdung, ist in Wahrheit eine Stärkung der Zentralmachtordnung. Es sind nur Kleider die gewechselt werden.
Ein Zentralmachthalter ohne Unterstützer ist Nichts (Macht braucht als
Gegenpol Angst bei gewalttätiger oder Vertrauen bei anderen Formen).
Ein Haufen unorganisierter Leute ohne Sitten, Regeln, Normen ist Nichts
(Anomie).
Private Leistungsversprechen sind ohne das GB-ZB-System in einer
Zivilisation fast Nichts, sondern nur ZM.
Geld entsteht aber fast nicht ohne private Leistungsversprechen. GB+ZB
schaffen ohne die Privaten kein Geld.
Geld brauch einen Träger, ganz klar. Und diesen besorgen die Privaten, nicht weil sie es wollen und können (Dezentralmacht besitzen), sondern weil sie es müssen (Zwang zur Abgabe / Durch Zentralmacht entmächtigt wurden). Die Privaten legen weder fest, welche tragende und kurante Einheit die Eigenschaft Geld erhält, noch können die Privaten über geldpolitische Verfahren an der Erweckung dieser Eigenschaft teil nehmen. Die Privaten müssen nur die Träger liefern. Und das werden sie immer, solange es Zentralmacht gibt und es durch diese Fähigkeit bestimmt wird.
Dass ohne Private im System kein Geld durch die ZB geschöpft werden kann bringt natürlich einen "System Error" hervor. Denn wozu bitte schön der Gedanke an ein Machtsystem, wenn überhaupt keine Entmächtigungen mangels fehlender Privater möglich sind?
Herzlichst,
Ashitaka
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.