1-2 mm mehr auf 11 km machen aber nicht viel aus. ;)
Liebe Silke,
das Problem ist, dass wir alle in mechanistischen (deterministischen) oder mystischen bzw. mechano-mystischen (indeterministischen) Kategorien denken.
Beides sind mE Sackgassen, sprich die Ergebnisse werden nie annähernd die Wirklichkeit widerspiegeln und müssen zwangsläufig zu falschen Schlüssen führen. Verursacht werden beide Sackgassen durch die Überbewertung und dem Falscheinsatz der Mentalfunktionen. Wir erdenken uns die Wirklichkeit und das deckt, wie du richtig bemerkst, nur rund 15mm der gesamten 11 km Realität ab. Der Suchtfaktor, uns die Wirklichkeit zu erdenken tendiert hingegen manchmal gegen 100%.
Die Überwindung dieses Dilemmas liegt in der Fokussierung auf die energetisch-emotionale Funktionalität. Diese schliesst weder den Determinismus noch den Indeterminismus aus, sondern erweitert beide zusammen um die darunterliegende, emotional-energetisch-biophysische Ebene. Dort gibt es sowohl als auch, aber was höher gewichtet wird, spielt keine Rolle mehr.
@Zara und @Ashitaka sind determiniert, sich auf gegenseitig intellektuell auf die Mütze zu geben. Aber warum hören sie zwischendurch damit auf, verabschieden sich sogar ganz aus dem Forum? Ist das dem debitistischen Kontinuum geschuldet oder war es ein "Bruch". Die Deterministen bestehen auf dem dem Kontinuum, für mich ist beides möglich. Mir stellt sich eher die Frage, warum sie so auf ihren Standpunkten beharren. Es würde ihr Leben wahrscheinlich nicht direkt bedrohen, ihren Standpunkt aufzugeben. So wichtig sind doch diese 15 mm auch gar nicht. Und an diesem Punkt sollte man die Wahrnehmung mE auf die emotionale Funktionalität richten und nicht mehr darauf, wer recht hat (haben ja beide nicht und auch ich natürlich nicht)
Auf der emotionalen Ebene existiert das deterministische Kontinuum genau wie überall in der Natur, aber genau so kann auch der spontane, absolut indeterministische Moment existieren. Wenn jemand ein Problem damit hat - warum? Mit einem freien Willen muss der indeterministische Moment indes gar nichts zu tun haben, denn der spontane Moment ist genauso wenig willentlich herbeiführbar wie das deterministische Kontinuum willentlich beeinflussbar ist. Er schafft nur ein neues Kontinuum zu den bestehenden Kontinuen.
Der freie Wille - oder besser die Freiheit - ist jedoch als subjektives Lebensgefühl ebenfalls vorhanden, ich behaupte es ist sogar der Urzustand des Menschen. Mehr oder weniger wird er dann durch die äusseren Umstände eingeschränkt und der Mensch fühlt sich dann bis zu einem gewissen Grad oder sogar absolut unfrei. Aber auch dies ist eine Wahrnehmung, die sich weder auf den Determinismus noch auf den Indeterminismus berufen kann, sonder nur auf die energetische Funktionalität des lebendigen Seins, auf das subjektive biophysikalische (in Abgrenzung zum mentalen) Erleben.
> > Nein, nicht ausschliesslich aufgrund der hohen Komplexität der
[quote]kausalen[/quote]
[quote][quote]Verstrickungen unvorhersehbar, sondern daneben manchmal auch aufgrund[/quote][/quote]
[quote]der[/quote]
[quote][quote]Nicht-Kausalität unvorhersehbar. [/quote][/quote]
[quote]
Das wäre dann ähnlich der
Heisenbergsche
Unschärferelation?[/quote]
Die Heisenbergsche Unschärferelation schliesst weder Determinismus noch Indeterminismus aus, sonst müssten sich kluge Köpfe darüber nicht mehr den Kopf zerbrechen.
> Deine ist auch eine gewagte These in einer Welt, in der ich lauter
[quote]Ursachen und Wirkungen sehe, lauter Kausalketten (mit Rückkopplungen und
Redundanzen aber eben kausal - n->A->B->C/D->usw.).
Aber @Ashitaka und du haben imho. nicht Unrecht mit der Behauptung:
"Alles steht und fällt mit der Betrachtungsweise in unserer Simulation."
Deshalb gibt es ja auch Menschen, die von den anderen Menschen als
psychisch krank, religionsfanatisch, dumm und wie auch immer abgestempelt
werden - um die Sicherheit der eigenen Simulation nicht zu verlieren.
Früher wurde noch verbrannt, heute wird zugeschüttet und polarisiert.
Nimm das Tauschparadigma, dem das machttheoretische Erklärungsmodell des
Debitismus diametral gegenübergestellt wurde.
Letzteres bildet die Wirklichkeit in meinen Augen einfach besser ab. [/quote]
Ich denke auch, dass das mechanistische dem mechano-mystischen Weltbild ein oder zwei Millimeter voraus ist. Hat mE aber auch mit dem Zeitgeist und der ganzen Irrationalität der modernen Gesellschaft zu tun.
> > Wenn ex nihilo bedeutet, dass es neben dem deterministischen Kontinuum,
[quote][quote]das dem Leben seine Stabilität verleiht auch indeterministische,
nicht-kausale "Brüche" gibt, die dem Leben seine Vielfalt und[/quote][/quote]
[quote]Kreativität[/quote]
[quote][quote]verleihen, dann bin ich ganz sicher ex-nihilo.
[/quote][/quote]
[quote]
Kannst du dafür ein Beispiel benennen?[/quote]
Ich denke es ist nicht möglich, zwei Pflanzen im selben Raum vom selben Samen unter noch so klinisch sauberen Bedingung genau gleich wachsen zu lassen. Aber natürlich schliesst das die Abwesenheit des Indeterminismus nicht aus. Insofern ist es unmöglich ein Beispiel zu machen, das seine Anwesenheit belegt.
> Dein zeitweiliges Verschwinden aus dem - und Wiederauftauchen im Forum
[quote]wurde sehr wohl bemerkt, hatte doch aber sicher Gründe, oder?[/quote]
Gute Frage. Ich weiss nicht ob nur das deterministische Kontinuum gewirkt hat oder ob es noch ursachenlose Gründe gab. Bisher hatte ich festgestellt, dass ich oft eher mehr schreibe, wenn es mir weniger gut geht, als wenn es mir gut geht. Das Schreiben hatte also eine eher in einem Defizit begründete emotionale Funktion (Ablenken, Verdrängen, Wut auslassen
, Kontakt/Erkenntnis suchen o.ä.) erfüllt. Momentan geht es mir aber sehr gut, es muss also eine andere emotionale Funktionalität im Vordergrund stehen.
Liebe Grüsse Nonpopulo
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Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)
Blue Moon Baby