Futter
Liebster Zara,
Selbstverständlich hat es eine Ursache, wenn ein Bewusstsein mit Inhalten
gefüllt wird, genauso wie es Ursachen hat, dass Schuhe gekauft werden
wollen.
das wissen wir nicht. Denn du (das Selbstmodell) kannst lediglich als Bewusstseinsinhalt Aussagen über die Natur treffen, nicht aber über die Gesetze des Bewusstseins und die Bewusstseinsinhalte, in denen die Selbstmodellierung stattfindet selbst. Wir wissen nicht, nach welchen Gesetzen das Bewusstsein funktioniert. Wir haben keinerlei wissenschaftlichen Ansatz für eine gemeinsame Messgröße.
Selbstverständlich ist der Wille ein Ereignis (Produkt), das verursacht
wurde: Durch Zeugung, durch Erziehung, durch Vererbung uswusf.
Mentalkonstrukte. Du schaffst es einfach nicht, die Tatsache zu begreifen, dass wir über das diese Konstruktionen beheimatende Bewusstsein keine wissenschaftlichen Aussagen treffen können. Wir können nicht einmal wissenschaftlich abgrenzen, was eine Bewusstseinseinheit überhaupt ist, können schon aus diesem Grunde keinerlei Aussagen über eine Kausalität oder Determniniertheit treffen. Du mutest dir Aussagen an, die immer nur auf Simulationen beruhen.
Braucht kein Mensch. Entweder gelten - frei nach Wolf Singer -
Naturgesetze oder kreationistisch-religiöser Blödsinn. Auch hier kann man
nicht frei entscheiden, wo man sich hingezogen fühlt.
Natürlich brauchen wir gemeinsame Messgrößen, um Aussagen über die Kausalität bzw. Determiniertheit des Bewusstsein und seiner Inhalte treffen zu können. Dies aber ist nicht möglich. Wir haben keine Vorstellung darüber, was Bewusstsein eigentlich ist und versuchen deshalb immer nur aus den nicht messbaren Bewusstseinsinhalten heraus, eine Aussage über die Gesetze des Bewusstseins und der Gesetzmäßigkeit der Bewusstseinsinhalte zu treffen. Wir versuchen, das Wasser durch die Wässrigkeit zu erklären. Wolf Singer würde sich und seine Arbeiten selbst begraben, wenn er sich der wissenschaftlichen Tatsache stellen würde, dass es keine gemeinsame Messgröße gibt. Deshalb wird geflüchtet.
Ja, verursacht. Bewusstsein und deren Inhalte sind selbstvertändlich -
wie alles was entsteht - ursächlich entstanden und nicht ex nihilo.
Es versteht sich nicht von selbst, denn dem Grunde nach geht es um die Erkenntnis, dass wir gar nicht wissen, auf welchen Gesetzen das "selbst" basiert (nach welchen Gesetzen das das Selbst mental modellierende Bewusstsein funktioniert). Entweder wir akzeptieren, dass das Bewusstsein ein Teil der Natur ist (dann ist keine kausale Geschlossenheit nachweisbar), oder wir blenden unsere eigene Grundlage völlig aus und simulieren uns eine Natur, die unabhängig von einem Bewusstsein mental modellierbar ist.
Da die Zeit & der Raum lediglich relative und perspektivische Mentalkonstrukte sind, ist jede bisherige Verbildlichung (Simulation der Messgrößen) vergeblich. Wir können uns immer nur aus Zeit & Raum (dem Modell) heraus eine Vorstellung über das Nichts machen. Unweigerlich kommt es dann zu albernen Geschichten über den einen Gott, dem halt langweilig war. Die Simulationskraft ist ungebrochen.
Entstünden Gedanken und als Folge davon die Handlungen beliebig, ex
nihilo, so könnte man nur herumstolpern.
Das wissen wir nicht. Statt "beliebig" können es auch Gesetze sein, die über unser Denken in Zeit & Raum hinausgehen, die wir nicht logisch modellieren können. Alles andere ist der Glaube an eine Göttlichkeit, nämlich der eigenen.
Du und Dein Zwang zu antworten
sind, wie gesagt, das laut schreiende Zeugnis dafür, dass Deine Gedanken
determiniert sind und ganz bestimmt nicht beliebig entstehen. Auch dieser
mein Beitrag wird Dich zu einer neuen Antwort determinieren. Du wirst nicht
stillhalten können, es sei denn, um mir zu beweisen, dass Du kannst. Aber
auch dann ist es wieder verursacht.
Was bedingt die Vorbedingung? Wie Prof. Dr. Dr. Brigitte Falkenburg schon anmerkte: Dein Zeitpfeil, und damit jeglicher Anspruch an einen Erklärungsgehalt, gehen verloren, wenn man sich mit dieser Frage ernsthaft und wissenschaftlich auseinandersetzt. Deine Weltvorstellung kann nur als Simulation funktionieren. Andernfalls würdest du ihr aufgrund des Zeitproblems (dem unendlichen) jedes Prinzip, jeden Maßstab, entziehen.
Wenn Handlungen und Gedanken nicht determiniert wären und stattdessen ex
nihilo entstünden,
Wir wissen nicht, ob über unser raumzeitliches Modell hinaus mehr aufwartet als ein "Alles" und "Nichts". Wir wissen nichts über die Gesetze des Bewusstseins und der Gesetzmäßigkeit der Bewusstseininhalte, die unser raumzeitliches Denken ermöglichen. Wir wissen ebensowenig, weshalb es ein Bewusstsein überhaupt gibt, weshalb wir bewusst sind und jeden Morgen auf ein Neues aufwachen. Wir simulieren uns jede Aussage, die über das Bewusstsein und deren Gesetz(e) getroffen wird. Wir wissen nur, dass uns jeder Gedanke an unsere Unwissenheit zutiefst irritiert. Diese Diskussion hat etwas mit Ehrlichkeit zu tun, nicht mit unseren kleingeistigen Spuckereien. Ich entschuldige mich mal an dieser Stelle wieder für die letzten Tage. Anders wäre dieses wichtige Thema niemals in das Bewusstsein gedrängt worden. Ich brauche dich auch weiterhin.
Mehr vielleicht heute Abend. Ich muss noch ein paar Stunden die Welt retten, 180 Mails checken...
Herzlichst,
Ashitaka
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.