biologistische Fachdeppen

Kurt, Montag, 17.10.2016, 19:39 (vor 3428 Tagen) @ nereus6436 Views

Hi,

Die nicht existende Willensfreiheit darf uns nicht lähmen,

Ja

eigene Entscheidungen (die keine eigenen sind) zu treffen,

Entscheidungen sind zum Teil natürlich durch eigene Eigenschaften, und zum Teil durch externe Faktoren bestimmt.

weil alle Entscheidungen aller Beteiligten aus "kosmischen Gründen" determiniert sind.

Ja

Hier entleert sich schon die Sinnhaftigkeit des Begriffs "Entscheiden",

Nein

denn was kann noch entschieden werden,

Es kann weiterhin alles entschieden werden.

was grundsätzlich überhaupt nicht entschieden werden kann?

Die Determiniertheit von Entscheidungen bedeutet nicht, dass nicht entschieden werden kann. Die Determiniertheit von Entscheidungen bedeutet, dass Entscheidungen nicht vom Nichts sondern nur vom Etwas abhängen.

Man überlegt, weil man überlegen muß, man handelt, weil man handeln muß und man scheißt sich in die Hose, weil es das Schicksal letzten Endes so wollte, weil man zwar rechtzeitig den Druck verspürte, aber die Klotür versperrt blieb.

Ja

Und wenn man im Suff oder Drogenrausch unfreiwillig einen Menschen überfuhr und nicht fähig war seinen Willen unter Kontrolle zu bekommen, weil es diesen freien Willen in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt

Ja

es letztlich also egal ist, wie man "drauf" war

Das ist natürlich nicht egal, da es entscheidend zum Resultat beiträgt, wie man drauf ist.

wird man dennoch verurteilt, weil man gegen Recht und Gesetz verstieß.

Und das ist auch vollkommen richtig so.

Hier werden von reduktionistisch-biologistischen "Fachdeppen" Vorurteilsmuster zu Lasten des (rechts-)philosophischen Begiffs "freier Wille" formuliert, die überhaupt nicht kapiert haben, dass eine Willensentscheidung immer auch eine "Temporalität" hat, ein temporaler Prozeß, in dem neben Reiz, Reaktion und Entscheidung auch erlernte Muster, Bildung, ganzheitliche Wahrnehmung, Empathie, Denkmuster und Erkenntnismuster UND Bauchgefühl im Spiel sind.

Selbstverständlich ist der Wille "ein temporaler Prozess in dem neben Reiz, Reaktion und Entscheidung auch erlernte Muster, Bildung, ganzheitliche Wahrnehmung, Empathie, Denkmuster und Erkenntnismuster UND Bauchgefühl im Spiel sind".

Eine Willensentscheidung=Bifurkation in einem Moment des deterministischen Chaos als Wandel zweiter Ordnung im Neuronalfeuer hängt von allem ab -- außer vom Nihilo=Nichts=Zufall.

MfG
Kurt

--
Für das verantwortlich zu sein, was ich sage, ist eine Sache.
Aber dafür verantwortlich zu sein, was jeder, der in meinem Leben vorkommt,
sagt oder tut, ist eine ganz andere Sache.

  • Eintrag gesperrt

gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.