Nichts für ungut, ich an deiner Stelle (als kochender Topf) hätte nicht anders reagiert

Ashitaka, Montag, 17.10.2016, 01:16 (vor 3428 Tagen) @ Kurt7423 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.10.2016, 13:21

Hallo Kurt,

[ ] Thermodynamik und Quantentheorie sind "leider" indeterministisch ("und
das haben meine Kollegen Hirnforscher noch nicht erkannt") = Quatsch

Die statistische Thermodynamik basiert lediglich auf Messprozessen, die wiederum auf Wahrscheinlichkeitsüberlegungen beruhen. Ihre Ergebnisse folgen den Gesetzen der Quantenmechanik, welche fundamental indeterministisch ist. Im Gegensatz zur klassischen Mechanik, in der noch durch Angabe von Ort und Impuls zu einem bestimmten Zeitpunkt alle weiteren Werte für alle Zeiten t bekannt geworden sind, sind die Werte für den Impuls in der Quantenmechanik bei einer Ortsmessung vollständig indeterminiert (Beweis: Kollaps der Wellenfunktion im Zeitpunkt der Messung, siehe Heisenberg, Born und vor allem Pauli).

Du musst mir also nicht mit kurtisch schnell dahingeklatschten "Paahs" kommen, sondern solltest dich dem dir hoffentlich bekannten Reduktionsproblem stellen und deine Behauptungen zudem argumentativ begründen. Ich weiß, dass mich diese Aufforderungen nicht sympathisch machen, aber der argumentativ-sachlichen Diskussion wegen ist es nun einmal nötig.

Wir können das gerne vertiefen, ich bin vorbereitet. Am Ende kommen wir auch garantiert zu Phänomenen wie der Brown’schen Molekularbewegung, die mit dem statistischem Charakter einer Thermodynamik - wissenschaftlich erwiesen - "überhaupt nicht" zu erklären ist.

[ ] Gleichsetzung von Probabilismus, Thermodynamik, Irreversibilität und
Indeterminismus = Quatsch

Sie vollzieht keine Gleichsetzung. Wie sollte man Indeterminismus und Thermodynamik gleichsetzen?! Bitte sachlich bleiben. Der Indeterminismus ist eine Beschreibung, die sich auf das Komponentenmodell der Materie bezieht, mit der die als Bewusstseinsinhalt vorhandene Welt beschrieben werden soll.

[ ] "Gehirn ist warm und daher ist es eine thermodynamische Maschine und
braucht Zucker und ist nichtlinear und irreversibel und vielleicht sogar
quantenmechanisch und überhaupt sowieso zu kompliziert": bei 47:33 der
absolute Quatschtiefpunkt

Es ging nicht um die Tatsache, dass das Gehirn warm sein muss (du hebst aus Gründen der Ablenkung vom Kontext ihres Vortrags Nebensächlichkeiten eines einstündigen Vortrags hervor), sondern um die Tatsache, dass der Wirkungsgrad einer thermodynamischen Maschine als Verhältnis von abgegebener mechanischer Arbeit zur dafür verwendeten Wärme < 1 ist. Jetzt kauf dir einen Schokoriegel und lach doch mal über ihr Zuckerbeispiel.

[ ] "Schuhkauf ist viel zu komplex um deterministisch zu sein": Ohne
Worte

Nein, professionell für einen einstündigen Vortrag. Denn die Dame weiß, dass es der die Konzentration einfangenden Aufmerksamkeit wegen ein paar mentale Ausflüge in die Alltagswelt (Herdplatte, Schuhverkauf) brauch. ich erzähle auf meinen Vorträgen meistens etwas über meine Kinder. Die meisten die mir zuhören haben noch Familie.

[ ] die angeblich übliche Analogie Gehirn: Geist ist wie Computer:
Information = Quatsch, würde ein Systemtheoretiker nie behaupten

Was würde er denn behaupten? Prof. Dr. Dr. Brigitte Falkenburg erklärt, dass der Begriff "Information" als noch nicht wissenschaftstheoretisch untersuchter Brückenbegriff dient. Damit hat sie Recht. Die in der Populärwissenschaft weit verbreitete Annahme, das Gehirn verhalte sich zum Bewusstseinsinhalt, wie der Computer zu der Information die er prozessiert, ist eine zurecht als blinde Analogie bezeichnete Brückenkonstruktion einer auf fehlenden Messgrößen basierenden Simulation.

[ ] Trilemma-"Auflösung": durch die angebliche Kausalitätslücke der
Quantentheorie = Quatsch

Der Hinweis auf die fehlende kausale Geschlossenheit der Natur ist wissenschaftlich von größter Bedeutung. Zu lösen ist dieses Problem einzig und allein durch die Ausradierung des eingangs erklärten Zeitpfeils, oder aber eben durch Akzeptanz der erklärten Kausalitätslücken. Das werden wir schön nachvollziehbar machen und die Diskussion mit euch wird dabei sehr hilfreich sein.

[ ] Die Frau hat offensichtlich nur hochst nebulöse Vorstellungen von
Thermodynamik, Quantentheorie und Zellchemie. Systemtheoretische Kenntnisse
und Kenntnisse von Autopoiese (als bewusstseinserschaffendem Prozess)
gleich Null.

[ ] Fazit: putzig, Null Neuheitsgehalt, unbrauchbar

Und genau aus diesem Grunde kommt auch wieder nur eine "Quatsch"-Behauptung vom immer kurz ab und ab nickend wirken wollenden, vom so mit dem Schrauben beschäftigt und sich gar nicht mit Argumenten beschäftigen müssenden, aber stets mit seinen Trademarks lustig wirken wollenden, Kurt.

Ich würde dir vorschlagen dich intensiver mit den von mir aufgegriffenen Themen zu beschäftigen, denn du hast wie schon andere hier keine Ahnung, auf welche Kurskorrektur deiner Glaubhaftigkeit wir bei dieser Haltung im weiteren Verlauf der Diskussion zusteuern werden.

Diese vortragende Dame ist im Gegensatz zu Kurt, Zarathustra oder Ashitaka eine Prof. Dr. Dr. und hat an wissenschaftlich erkenntnisreichen Arbeiten der Teilchenphysik mitgewirkt (Bestimmung von Nukleonstrukturfunktionen aus Neutrino-Eisen-Streuung). Sie ist bundesweit (jetzt TU Dortmund) auf den Gebieten der Naturphilosophie, Physik, Philosophie der Physik, Erkenntnistheorie und Philosophie der Technik unterwegs. Und die von ihr zitierten bzw. in Vorträgen und Arbeiten erwähnten Physiker stützen ihre argumentativen und wissenschaftlich sauber abgeleiteten Erklärungen derart, dass ich auf deine weiteren Argumente nun wirklich gespannt bin. Verlauf dich nicht, Abgründe noch und nöcher.

Ich lasse mich nicht auf für die Glaubwürdigkeit anderer Forenmitglieder bedeutendes Nebengleis ein, ohne es vorher vollständig auseinandergenommen zu haben.

Herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

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