Was, noch eine akausale (unverursachte) Antwort?
Grüezi Ashitaka
Da bist Du ja wieder! So ein Zufall! Den gibt's nicht mal beim Roulette!
Ich bin kein Einsteiger auf diesem Gebiet. Und ich weiß, wie gerne du die
Diskussion einzig und allein in eine solche Behauptungen feiernde
Diskussion zu entführen versuchst. Die von Silke zurecht hervorgehobene
Tatsache, dass du dir den Vortrag nicht einmal ansehen gesehen hast, obwohl
die Argumentation auf dieser Empfehlung basiert, verdeutlicht, dass deine
Äußerungen gegen eine sachliche Diskussion zielen.
Meine Argumentation basiert unter anderen auf jenen Denkern der Zeitgeschichte, der sich am intensivsten mit diesem Thema auseinandergesetzt haben und folgedessen das Mass aller Dinge auf dem Gebiet der Willensfreiheit sind.
Einen Schopenhauer müsstest Du erst mal ausgiebigst studieren, bevor ich auch nur erwäge, mir ein einstündiges Video mit diesem - wie Kurt sagt - Quatsch anzutun. Die Zitate, die Kurt aufbereitet hat, reichten mir voll und ganz, um zu wissen, was für ein Unsinn mich dort erwartet. Aber ich wiederhole mich.
Ich möchte dir und den Lesern noch einmal kurz zusammengefasst
verdeutlichen, weshalb die hinter deiner Behauptung, dass die Welt in sich
kausal geschlossen ist und der Lauf dieser Welt determiniert sei, nach dem
heutigen Stand der Wissenschaft ein lediglich auf blinden Analogien und
Ausblendungen wissenschaftlicher Empirien basierendes Dogma darstellt.
Gerhard Roth und Wolf Singer sind führende Wissenschafter auf dem Gebiet der kausal geschlossenen Hirnaktivitäten, im Gegensatz zu dieser Frau Falkenburg, und in der Physik postuliert auch nur eine Minderheit den akausal handelnden homo sapiens.
Deren Argumentation, dass akausales, beliebiges Handeln ein rationales Leben von vorn herein verunmöglicht, ist logisch nicht widerlegbar. Darum konfrontiert man diese Logik auch mit blödsinnigsten Behauptungen à la ein Schuhkauf sei zu komplex, um determiniert (= verursacht) zu sein.
Das Problem, welchem sich die Populärwissenschaft nicht zu stellen wagt,
ist die Tatsache, dass nicht einmal der Ansatz vorhanden ist, um nach
gemeinsamen wissenschaftliche Messgrößen der mentalen und physischen
Phänomene, zu suchen.
Erstens sind Singer und Roth keine Populärwissenschaftler, zweitens ist deren Logik (Beliebigkeit führt nicht in eine Ordnung) nicht vernünftig bestreitbar, und drittens sind deren Messungen – wie sie selbst sagen – irrelevant bezüglich dieser Logik.
Der den Schluss bestimmende Brückenbegriff der
"Information" kann nicht beidseitig verwendet werden, da in der
Neurowissenschaft bis heute kein Ansatz bekannt ist, um einen
Bewusstseinsinhalt (mentales Phänomen) "als messbare Einheit" zu
definieren. Die mentalen Phänomene lassen sich nicht über den
methodologischen Leisten der physischen Phänomene schlagen, obgleich
dieser Schlag ohne wissenschaftliche Grundlagen in der Populärwissenschaft
dogmatisch simuliert wird.Es existiert kein empirischer Befund der kognitiven Neurowissenschaft, der
eine Informationseinheit als mentales Phänomen, dessen semantischer Gehalt
sich auch freundlicherweise experimentell analysieren und objektivieren
lässt, beweist. Das ist eine Tatsache, vor der du dich in all deiner
dogmatischen Verspieltheit verschließt. Deine Beweggründe sind
hinreichend bekannt.
Komplett aus der Luft gegriffene Unterstellung. Projektionen ohne Ende wie immer.
Ich sage im Gegenteil, die Messungen der Neurowissenschaftler sind irrelevant. Logisches, rationales Denken ist hier gefragt: Beliebiges, nichtdeterminiertes, unbestimmtes Denken und Handeln verunmöglicht rationales Handeln von vorn herein. Kein einziges Lebewesen könnte auf diese Weise entstehen, geschweige denn leben.
Eine kausale Geschlossenheit der Welt ist wissenschaftlich nicht
nachweisbar
Dass vereinzelt Kinder nicht durch gebären entstehen, sondern durch den Storch gebracht werden, ist nicht nachweisbar.
Und nun? Komm hör' mir doch auf mit dieser sinnlosen Floskel.
Die von dir als "offensichtlich" als logisch erachtete kausale
Geschlossenheit der Welt ist leider nur eine metaphysische Behauptung und
in keinster Weise durch wissenschaftliche Empirien gestützt.
Natürlich nicht, denn wie jeder, der logisch denkt, weiss, entsteht durch absoluten Zufall/Akausalität/Beliebigkeit keine Ordnung. Du antwortest ja schon wieder. Siehst Dich dazu determiniert, zu antworten. Determinismus (Bestimmtheit) vom Feinsten.
Desweiteren hat sie aufmerksam berücksichtigt, dass die Mechanismen, mit
denen die Naturwissenschaft kausale Prozesse zu erklären versucht,
indeterministisch verlaufen und stochastische Grundlagen haben.
Stochastische Prozesse sind ganz normale deterministische Prozesse:
http://www.mathematik.uni-muenchen.de/~duerr/einleitung.pdf
Hierzu
führt sie insbesondere die thermodynamischen Vorgänge (auf
Wahrscheinlichkeitsüberlegungen basierend) und die Erkenntnisse über das
neuronale Geschehen auf.
Das war der Quatsch kurz vor dem Quatsch-Tiefpunkt, den Kurt erwähnte, oder?
Aber vor allem die fundamental wirkenden Erkenntnisse der Quantenmechanik
sind soweit gefestigt, dass ihre Ergebnisse aufgrund der empirischen
Beweise als ausschließlich indeterministisch beurteilt werden müssen.
Hab' ich Dir nicht gerade verlinkt, dass eine Mehrheit der führenden Cracks auf diesem Gebiet an eine deterministische Interpretation der QM glaubt? Vergessen?
Und hast Du auch schon wieder vergessen, dass wir in puncto Freiheit noch viel blöder dran wären, wenn unsere Gedanken und Handlungen nicht bestimmt (determiniert), sondern beliebig und unberechenbar wären? Du könntest dann nicht dauernd auf meine Beiträge antworten wollen, und das wäre doch schade, oder? Stell Dir vor, was der Welt verloren ginge!
Die statistische Thermodynamik basiert lediglich auf Messprozessen, die
wiederum auf Wahrscheinlichkeitsüberlegungen beruhen. Ihre die nicht
tiefer greifenden Mechanismen erklärenden Ergebnisse sind mit den
Erkenntnissen der Quantenmechanik (d.h. dem Indeterminismus) zu vereinen,
um statt einem bloßen Parallelismus festzuhhalten auch Aussagen über die
kausale Geschlossenheit der Welt treffen zu können. Und diese Aussagen
sind eindeutig: Eine kausale Geschlossenheit ist wissenschaftlich nicht
nachweisbar. Auch Einstein konnte bis zu seinem Tode keine gegenteiligen
wissenschaftlichen Beweise liefern.
Er konnte auch für den gekrümmten Raum keine Beweise liefern. Erst später durfte man feststellen, dass dem halt so ist.
Du solltest dich deshalb der Tatsache stellen, dass deine Versuche, die
kausale Geschlossenheit der Welt durch physische Phänomene zu erklären,
schon aufgrund der fundamentalen Indeterminiertheit scheitern.
Beliebiges (indeterminiertes) Denken und Handeln führt zu berechenbarem, geordnetem Handeln und Verhalten, gell. Und Du antwortest mir schon wieder ohne jede Ursache, nicht wahr? Du glaubst doch selber nicht an so einen Unsinn.
Deine Dogmen
einer kausal geschlossenen Welt klingen für den Leser nur solange logisch,
wie du die deine Logik ad acta legenden Empirien der Wissenschaft
ausblendest und dich in einem altertümlichen Glaubenskrieg (der
"Offensichtlichkeit") verlierst.
Die Frage ist immer, für welche Art Leser klingt man logisch.
»die Einsicht in die strenge Notwendigkeit der menschlichen Handlungen ist die Grenzlinie, welche die philosophischen Köpfe von den andern scheidet."
Schopenhauer
„Ich weiß ehrlich nicht, was die Leute meinen, wenn sie von der Freiheit des menschlichen Willens sprechen. Ich habe zum Beispiel das Gefühl, dass ich irgend etwas will; aber was das mit Freiheit zu tun hat, kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich spüre, dass ich meine Pfeife anzünden will und tue das auch; aber wie kann ich das mit der Idee der Freiheit verbinden? Was liegt hinter dem Willensakt, dass ich meine Pfeife anzünden will? Ein anderer Willensakt? Schopenhauer hat einmal gesagt: ‚Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.‘“
Einstein
„Schuhkauf ist zu komplex, um deterministisch zu sein.“
Tante Brigitte
Beste Grüsse, Onkel Zara