Der freie Wille kann ad acta gelegt werden
Liebe Diskutanten,
einige Monate lang war hier im Forum ein Werbebanner zu einem Buch angebracht. Es war das Buch "Desuggestion" von Edwin Tietjens.
http://www.survivalpress.org/shop/index.php?main_page=product_info&cPath=1_20&p...
Ich kann dieses Buch (ich habe erst ca. die Hälfte durchgearbeitet) jedem wärmstens empfehlen. Die dort genannten Schlussfolgerungen sind für jeden mittelmäßig gebildeten Menschen leicht zu verstehen.
Der "freie Wille" kann nach Studium des Buches für alle Zeiten ad acta gelegt werden. Weitere Diskussionen erübrigen sich dann.
Wie hier schon bemerkt wurde, hat die Abwesenheit des "freien Willens" überhaupt nichts mit Fatalismus zu tun. Sondern nur mit "richtigen" oder "falschen" Taxismen (Schlussfolgerungen), die sich im Gehirn jedes einzelnen Menschen eingenistet haben. Deswegen reagiert ja jeder einzelne von uns völlig anders auf Gegebenheiten und Geschehnisse. Jeder einzelne sieht die Welt eben nur aus seiner Perspektive, mit seinen Taxismen, mit seinem Blick auf die Welt.
Der große Verdienst des o.g. genannten Autors ist der, dass ein Weg aufgezeigt wird, wie diese Taxismen (die z.B. durch gesellschaftliche, religiöse, anerzogene Dogmen entstanden sind) aufgelöst werden können. Dadurch lösen sich auch psychologische "Probleme" wie Hemmungen, unbegründete Ängste, Wahnvorstellungen, Traurigkeit, Nervosität, diffuser Haß usw. unmittelbar auf.
Einfacher erklärt: Taxismen sind wie gefärbte Brillen, die man sich aufsetzt (oder aufgesetzt bekam!), und fortan alles nur noch rosa oder grün sehen kann. Aber die meisten Menschen tragen eben nicht nur eine Brille, sondern viele Dutzend. Dementsprechend ist der klare Blick getrübt (wie hier gelegentlich zu bemerken). Wenn man die eigene "Hirnmechanik" verstanden hat, wird es für jeden auch einfach, die eigenen Brillen Stück für Stück abzunehmen.
Anders formuliert: Jeder von uns trägt ein ganzes Bündel von Fehlvorstellungen mit sich herum. Dieses Bündel aus vielen einzelnen Stäben kann man nicht auf einmal zerbrechen. Es muss jeder einzelne Stab aus dem Bündel herausgezogen werden, einzeln zerbrochen werden. Dies ist der einzige Weg zu umfassender Kenntnis und Klärung des Verstandes.
Und – es wächst vor allem das Verständnis darüber, dass der andere eben nichts dafür kann, dass er so ist, wie er ist. Weil er eben andere Dinge nur so wahrnehmen kann, soweit seine Taxismen dies zulassen. Einem Blinden kann man ja keinen Vorwurf machen, dass er blind ist, und dadurch einen Schaden verursacht hat!*)
Grüße,
R. S.
*) Natürlich kann man ihm einen Vorwurf machen, er ist aber sinnlos und wirft nur ein entsprechendes Licht auf denjenigen, der diesen Vorwurf äußert!