Darf man mal etwas dazu fragen?
Hallo Kurt!
In Deinem Link auf einen älteren Beitrag von Dir schreibst Du:
Wie im hiesigen Thread sehr schön herausgearbeitet, haut das mit dem "freien Willen" ja nicht so richtig hin -- egal von welcher Seite man sich ihm zu nähern versucht.
Versuchen wir es doch einmal.
.. Entweder ist die Welt deterministisch, und dann ist der freie Wille bestenfalls Illusion, da meine Entscheidungen dann zu 100% unabänderlich von der Vergangenheit determiniert sind.
Oder aber die Welt ist nicht deterministisch, es gibt also Dinge oder Gedanken Ex Nihilo, gleichbedeutend mit Zufall. Der freie Wille ist hier fast noch blöder dran, denn meine Entscheidungen hängen jetzt (zu einem unbestimmbaren Prozentsatz) vom Nihilo=gar nichts mehr ab (von mir selber schon gar nicht) -- sondern sind beliebig, statistisch, zufällig, potentiell falsch.
Dann gibt es noch die dritte Möglichkeit, die Welt ist "nicht ganz" deterministisch, aber jetzt greift der Schöpfer ein. Gott schenkt mir die (hoffentlich) richtigen Gedanken für meine schwierigen Entscheidungen. Auch hier ist es aber wieder nichts mit dem freien Willen, denn ich mache ja jetzt was ERâ„¢ will -- und nicht was ich will.
Lieber Kurt,
wissen denn die vielen Entscheider, Analysten und Ratgeber in Politik, dem Militär, der Industrie und vor allem in der Psychologie etwas von Deinen genialen Erkenntnissen?
Wenn es so absolut wäre, wie Du es formulierst, könnte man Werbung und politische Propaganda sofort einstampfen, weil sie nichts anderes sind als rausgeschmissenes Geld, denn die Beeinflussung des Wählers und des Soldaten und vor allem des Konsumenten ist nichts anderes als eine Illusion.
Der intelligente und raffinierte (aber unfreie) Stratege hämmert den einfältigen (aber auch unfreien) Schlafschafen die neue Zielvorgabe ein.
Das ist alles für die Katz! ![[[lach]]](images/smilies/lach.gif)
Jegliches Mühen ist umsonst, weil der Weg, den wir alle gehen müssen, längst vorgezeichnet ist, entweder mit oder ohne Gott.
Und diese Einsicht erlangen wir während eines verzweifelten US-Wahlkampfs, wo man schnell noch olle schlüpfrige Kamellen ausgräbt, um jeweils die Kandidaten zu stützen oder zu Fall zu bringen. Es wird alles vergeblich sein, weil sowieso feststeht, wer demnächst ins Weiße Haus einzieht.
Alle Schurzträger, alle Hintertanen, alle Revolutionäre und alle Marionetten der Macht haben in den letzten tausend Jahren völlig sinnlos agiert, weil es sowieso so gekommen wäre, wie es kam.
Und wenn doch der Zufall „Träger“ allen Geschehens ist, dann ist auch hier Analyse, Planung und Strategie sinnlos, weil nun – definitionsgemäß â€“ gar nichts mehr geht bzw. alles beliebig war, ist und immer sein wird.
Die Welt ist eben doch ganz anders, als die meisten von uns vermuteten und wir im Gelben sind die ersten, die davon erfahren.
Das hätte ich nicht gedacht. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
mfG
nereus