Ulrich Horstmann hat wohl Altbekanntes aufgewärmt
Guten Tag Phoenix,
bezüglich des von Dir genannten Buches von Ulrich Horstmann aus dem Jahr 2005 - ich habe es nicht gelesen - möchte ich anmerken, dass die Kernthese "Leben als kosmischer Unfall" bereits in den 1970er Jahren von Gottfried Gummerer in seinem Buch "Weltbild ohne Illusion" ausformuliert wurde.
Das Büchlein gibt's günstig im Antiquariat und dürfte zum geringen Preis erhältlich sein. Es ist an Pessimismus kaum zu überbieten.
Ebenso in die Kategorie fällt u.a. das Buch "Der Mensch - Irrläufer der Evolution" von Arthur Koestler.
Die Erkenntnis, dass wir Irrläufer der Evolution sind, bringt mich auch nicht weiter. Dafür dass ich ein Krüppel bin, kann ich nichts, weil meine Eltern bereits Krüppel waren. Erkenntnisgewinn? Praktischer alltäglicher Nutzen daraus für mich und meine Mitmenschen? - Komplette Fehlanzeige!
Da der Mensch (jedes Lebewesen) allerdings nach Lust, und nicht nach Unlust strebt, wird diesen Büchern wohl keine große Leserschaft beschieden sein. Sie zielen daher meines Erachtens in eine falsche Richtung, da diese Erkenntnisse ("alles hat ein Ende" und "nur der Tod erlöst uns von Schmerz und Leid") zwar sachlich richtig sind, aber no-brainer sind. "Alles hat ein Ende." Ja, und? - Deswegen ist noch lange nicht alle sinnlos, solange real Lust erlebt wird oder die Hoffnung auf Lusterleben besteht.
Wer das nicht verstanden hat, tut mir ehrlich leid. Wer kein Lustempfinden mehr hat, und auch solches geistig nicht extrapolieren kann, begeht zunächst geistigen, und dann körperlichen Selbstmord. Das ist der EINZIGE Grund für eine Selbsttötung: Die Abwesenheit von Lust und das Erwarten großer, ständiger Unlust. Man könnte auch sagen: Wenn die Hoffnung stirbt, stirbt man selbst.
Oder warum bringen sich denn Suizidanten um? - Weil das Leben so etwas Schönes ist, oder weil man (momentan!) nur alles schwarz sieht, sogar die gesamte Zukunft? - Es handelt in vielen Fällen um Fehlvorstellungen, die daher durchaus korrigiert werden könnten, wenn diese Personen die passende Hilfe erhalten würden. Was in den meisten Fällen aber nicht geschieht. Was dann natürlich oft in einem Fiasko endet, indem sogar noch 'unschuldige' Personen hineingezogen werden (z.B. Kinder, die man vorher auch noch tötet, bevor man von einem Hochhausdach hinunter springt, weil einen die Frau verlassen hat). Wenn es nach Horstmann und Gummerer ginge, müsste man diesen Menschen ja noch posthum mit einem Orden auszeichnen, da "dieser liebende Vater" ja so "gütig zu seinen Kindern war, und zukünftiges Leid verhindert hat". Das ist eine ziemlich abartige, kranke Ideologie, wenn ich das mal so abgeschwächt formulieren darf!
Deswegen besteht ja der Sinn des Lebens darin, möglichst häufig ein Lustempfinden zu erleben. Darauf zielt JEDES Lebewesen ab, vom Einzeller bis zum Säugetier: Lusterleben und Unlustvermeidung.
Das entsprechende Buch dazu hatte ich ja bereits oben empfohlen (Desuggestion). Da steht alles drin, was man wissen muss. Dieses Buch sorgt für Lustgewinn, während Horstmann, Gummerer und Koestler genau das Gegenteil machen und Unlustgefühle erzeugen ("es ist eh' alles sinnlos!! - Wir werden alle sterben! - Holt die Giftspritzen.").
Wer ständig nach Unlust sucht und eine solche erleben will, hat einen organischen Defekt oder eine schwere psychische Erkrankung und sollte ggf. professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. (Das ist kein Witz.)
Grüße,
R. S.