Sehr genaue Beschreibungen
Hallo nemo,
die Beschreibungen, wie das Bewusstsein gestaltet ist, sind im Palikanon ausgesprochen gründlich dargelegt. Es ist ist stellenweise sogar für heutige Begriffe fast enervierend genau in den Details abgehandelt und könnte für z. B. Wissenschaftler, welche sich mit Kognition beschäftigen fast einen Pfad bieten.
Das mögliche Missverständnis bei Zs Aussage ist, dass es scheinen könnte, als müsse man nur den kürzesten Weg zur Auslöschung des Bewusstseins wählen. Im Gegenteil dazu sind u. a. die wichtigen Regeln für die Buddhistische Praxis, welche u. a. Rauschmittel ablehnen, weil sie "den ohnehin unruhigen Geist noch unsteter machen" würden (für Mönche ist daher u. a. sogar Musikgenuss ausgeschlossen), und die auf die Entwicklung des Bewusstsein dessen, der Zuflucht genommen hat, zielen.
Es geht also nicht darum, wie es es missverstanden werden könnte, das Bewusstsein auszuschalten, sondern Gewahrsamkeit und Achtsamkeit zu trainieren und zu entwickeln, vorzugsweise mittels Meditation (das ist nicht zufälligerweise in vielen Weiseheitslehren so, neben weiteren Übungen der Kontemplation).
Eine sehr schöne Hilfestellung für Interessierte ist:
Nicht so viel denken, mehr lieben
von Ayya Khema
„Viele Jahrhunderte lang haben Menschen versucht, einander zu beweisen, dass ihre eigene Religion, ihre Rituale und geistigen Praktiken denen anderer überlegen sind. Diese Einstellung hat zu Isolation, Entfremdung und sogar Aggression mit oft schrecklichen Folgen geführt. Selbst heute, am Ende des 20. Jahrhunderts, hält sich diese Einstellung noch und führt zu unermesslichem Elend und Leid.
Es sind jedoch mehr und mehr Stimmen zu hören, die auf die Ähnlichkeiten zwischen den Weltreligionen hinweisen, auf ihren einmütigen Ruf nach Frieden und Harmonie und ihre wesensmäßige Übereinstimmung. Theologen, Schriftsteller, Universitätsdozenten, Meditationsmeister, Mönche und Nonnen rücken zusammen gegen übertriebenen Glaubenseifer, trennendes Denken und Vorurteile."
Im Besondern wird dort der Vergleich von Kernaussagen des Gautama Buddha und des Jesu vorgenommen, mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass sie nicht so weit auseinander liegen, wie oft behauptet wurde, und keineswegs sehr unterschiedlich sind.
Eine weitere Beschreibung des eben genannten Buches:
"Die Essenz von zwei Weltreligionen: Die Bergpredigt und die Lehrrede des Buddha über die liebende Güte als Quellen derselben ewigen Weisheit. Ayya Khema beschreibt Liebe und Mitgefühl als Königsweg aus dem menschlichen Leid."
Der Entwicklung des Bewusstseins kommt demnach dabei besondere Bedeutung zu. Natürlich mit dem Ziel der Auflösung alles Anhaftenden, mithin letztlich des Bewusstseins selbst.
Weder die buddhistische Lehre, noch die buddhistische Praxis sind von Verachtung des menschlichen Bewusstseins geprägt, sondern messen dessen Entwicklung einen besonderen (zudem besonders hohen) Stellenwert bei.
Viele freundliche Grüße - azur
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