Ur-Bilanz

Zarathustra, Mittwoch, 25.11.2015, 14:06 (vor 3723 Tagen) @ Silke10010 Views

Lieber Zara,

schöne Diskussion[[top]]

Gell!

... kann es in einer Welt, in der es keine kontingenten Ereignisse

gibt,

logischerweise nicht geben, sowenig wie es einen allgütigen

Allmächtigen

geben kann. Das ergibt schlicht keinen Sinn. Alles was geschieht,

geschieht

notwendigerweise. Liebe, Lust, Verachtung und Schuldgefühle

dagegen

sind real, weil es Gefühle sind und keine abstrakten Definitionen. Die
Religionen definieren Schuldigkeit jedoch nicht als Gefühl, sondern

als

etwas, wofür man sich bei einer höheren Instanz zu verantworten habe,
notabene jener Instanz, die uns angeblich geschaffen hat, wie wir sind.
"Die Absurdität ist schreiend."


Leider ist die Religion nicht die einzige Instanz, die uns
über Jahrtausende geschunden und geformt hat.
Die weltliche Herrschaft ist eine gleichwertige Instanz, die
ähnlich operiert.

Ich weiss nicht, was Du meinst. Die seit Jahrtausenden herrschende Instanz ist unsere Organisation durch Kirche/Religion und Staat. Aber das weisst Du ja. Davor waren die 'Schwärme' kleiner, im Dunbar-Format.

Die Naturgewalten stehen über all dem und geben sehr klare Grenzen
vor, was geht und was nicht geht.

Ja, das waren immer die Rahmenbedingungen, schon vor unserer Hyperkollektivisierung (Verstaatlichung).

Instanz"ähnlich?" fordert das Leben die Bedienbarhaltung meiner Urschuld
(nicht nur ich als Person sondern Ich als die Meinen, die Gemeinschaft),
Ich habe mich aus meinen Verantwortungsgefühlen heraus in die
Verantwortung zu begeben, die Urschuld bedienbar zu halten und den Zins
beizubringen (nach Schopi) oder die Sanktion Hunger, Durst,
Frieren/Überhitzen, Einsamkeit, usw. bis zur letzten Konsequenz, dem
Bankrott (dem Ende von Körper und Geist von mir oder den Meinen) zu
erleiden und vor mir, vor uns zu verantworten.
Oder gibt es bei indigenen so etwas nicht?

Ich sehe es nicht ganz so radikal wie SUCRAM und Hinterbänkler. Ich gehe davon aus, dass es Verantwortlichkeitsgefühl und 'schlechtes Gewissen' auch bei den Indigenen gibt, sobald man irgendwie in Verzug gerät, nur eben in einer weitaus natürlicheren und weniger exzessiven Form. Auch dort ist man einem Verbindlichkeitsgefühl unterworfen. Auch dort wird gefordert, und nicht jeder Forderung wird entsprochen. Auch dort gibt es Zwiespalt und Abwägen bezüglich liefern oder nichtliefern. Ich denke, wenn ich dies bestreite, dann idealisiere ich die akephalen Gemeinschaften über Gebühr. Dottores Urschuld-These im Sinne von Ur-Forderung/Ur-Verbindlichkeit (Ur-Bilanz) hat meines Erachtens noch niemand überzeugend widerlegt.

Beste Grüsse, Zara


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