Wie würdest Du Ursoll/Urschuld in diesem Kontext einordnen?
Lieber Zara,
schöne Diskussion
... kann es in einer Welt, in der es keine kontingenten Ereignisse gibt,
logischerweise nicht geben, sowenig wie es einen allgütigen Allmächtigen
geben kann. Das ergibt schlicht keinen Sinn. Alles was geschieht, geschieht
notwendigerweise. Liebe, Lust, Verachtung und Schuldgefühle dagegen
sind real, weil es Gefühle sind und keine abstrakten Definitionen. Die
Religionen definieren Schuldigkeit jedoch nicht als Gefühl, sondern als
etwas, wofür man sich bei einer höheren Instanz zu verantworten habe,
notabene jener Instanz, die uns angeblich geschaffen hat, wie wir sind.
"Die Absurdität ist schreiend."
Leider ist die Religion nicht die einzige Instanz, die uns über Jahrtausende geschunden und geformt hat.
Die weltliche Herrschaft ist eine gleichwertige Instanz, die ähnlich operiert.
Die Naturgewalten stehen über all dem und geben sehr klare Grenzen vor, was geht und was nicht geht.
Instanz"ähnlich?" fordert das Leben die Bedienbarhaltung meiner Urschuld (nicht nur ich als Person sondern Ich als die Meinen, die Gemeinschaft), Ich habe mich aus meinen Verantwortungsgefühlen heraus in die Verantwortung zu begeben, die Urschuld bedienbar zu halten und den Zins beizubringen (nach Schopi) oder die Sanktion Hunger, Durst, Frieren/Überhitzen, Einsamkeit, usw. bis zur letzten Konsequenz, dem Bankrott (dem Ende von Körper und Geist von mir oder den Meinen) zu erleiden und vor mir, vor uns zu verantworten.
Oder gibt es bei indigenen so etwas nicht?
Grüsse, Zara
Liebe Grüße
Silke
Weiter so, und Dank.