Freiheit wozu?
Diese religiöse Betrachtung trifft auf Deine Werte-Religion zu: da wird
Schuldigkeit und Verantwortung herbeigeredet, was es jenseits dieser
religiösen Frontenwelten aber gerade nicht gibt.
Das sind wieder einmal Behauptungen über Behauptungen.
Und außerdem unsauber argumentiert. Von Schuldigkeit
war überhaupt keine Rede.
Aber wer glaubt, dass der Charakter eines Menschen
feststeht und sich nicht verändern oder weiter entwickeln
kann, der muss Werte als moralisch und religiös betrachten.
Das behaupten und glauben alle Religionen und Fronten. Alle glauben sie,
irgendwelche Werte an sich definieren zu können, und die Werte der
anderen als falsch. Solches Denken gibt es jenseits der Zivilisation nicht,
weder bei den Jägern noch bei den Gejagten. Die Welt ist kein moralisches
Wertekonstrukt; keine Herz-Jesu-Veranstaltung. Im Gegenteil. Da
hilft keine Religion und auch keine esoterische Ersatzreligion.
Das Leben ist an sich schon ein Wert, für den es lohnt
verantwortlich zu sein. Zum Glück gibt es viele Menschen,
die das ebenso sehen. Auch Nietzsche wusste das, sonst
hätte er wohl keine Bücher geschrieben und nicht versucht
den Geist seiner Mitmenschen zu wecken.
Auch er wusste, dass es nicht nur darum geht, sich aus der Herrschaft
zu befreien, sondern etwas zu wollen. Frei wozu?
Dieses „wozu“ – das ist die Frage, auf die jeder selbst eine Antwort
finden muss. Es kann natürlich kein Wertekonstrukt sein, das von
Priestern gepredigt wird. Es ist ein Wert an sich, der sich aus sich
selbst erklärt. Der Regenwäldler wüsste jetzt wohl, was gemeint ist.
Gruß
nemo