Die Schulden kann man niemals netto tilgen

Philip Marlowe, Location: Europe's Paymaster, Freitag, 22.05.2015, 00:43 (vor 3889 Tagen) @ Rybezahl11452 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 22.05.2015, 00:48

Da die Staatsschulden faktisch steigen, müssen auch Wege gefunden werden,
diese immer weiter immer schneller steigenden Schulden zu tilgen. Wie geht
das?

Netto-Tilgung löst eine deflationäre Spirale aus, die sich immer schneller dreht, denn Schulden bestehen aus (fixen) Nominalforderungen, die dann von den Unternehmen und Privaten aufgrund der sinkenden Preise nicht mehr bedient werden können, denn Buchgeld, das für Schuldentilgung verwendet wird, vernichtet in gleichem Umfang Guthaben, die nicht mehr für Käufe zur Verfügung stehen -> Game Over.

Es können niemals alle gleichzeitig tilgen. Wenn der Staat tilgt, müssen die Unternehmen und die Privaten aufschulden und umgekehrt.

Verschuldet sich der Staat wesentlich schneller als der gemeine
Bürger dies tut (mittels Staatsanleihen), bekommen wir eine
(Hyper)Inflation, da dem frischen Geld keine oder kaum (konsumierbare)
Leistung gegenüber steht.
-> Frühes Ende.

Was du meinst, ist die berühmte "Druckerpresse" (Staat druckt Banknoten und kauft damit ein: Das darf selbst die EZB (noch) nicht). Wenn sich der Staat bei den Privaten verschuldet, entsteht keine Inflation. Dadurch wird nur Nachfrage umgelenkt.

Der Privatier muss aber immer schneller immer mehr Schulden machen und
diese Schulden durch konsumierbare Leistung tilgen --- dann
funktioniert der Kapitalismus.
-> Späteres Ende.

Alle zusammen (Staat, Private, Unternehmen) müssen immer schneller immer mehr Schulden machen und netto dürfen sie in der Summe nicht tilgen. Das ist der einzig mögliche Weg ("Aufwärts ohne Ende bis zum Ende").

Gruß,
Phil.M.


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