Ein schönes Märchen

Zarathustra, Sonntag, 30.10.2016, 08:32 (vor 3464 Tagen) @ nemo4462 Views

Hallo lieber nemo[[zwinker]]

In einem Buch bin ich über ein interessantes Beispiel gestolpert: Die
Bedeutung
des Freitags. Der Freitag wurde ursprünglich so benannt, weil an diesem
Tag
nicht gearbeitet, sondern die Waren auf dem Markt verkauft wurden.

Soso.

https://de.wikipedia.org/wiki/Freitag#Etymologie

Gleichzeitig
war es der Tag, an dem alle Rechnungen und offenen Schulden der letzten
Woche
beglichen wurden. Daraus entstand das geflügelte Wort, dass für jemanden
alle
Tage Freitag ist, wenn er seine Schulden an diesem Tag nicht zurück
zahlen konnte.

Da wäre jeder blöd, der seine Schulden bezahlt, wenn sie ihm jeden Freitag erlassen würden. So etwas gibt es nirgends als funktionierendes gesellschaftliches Grundprinzip, nemo.

Es ist also eine Frage der Disziplin und der Übereinkunft, seine Schulden
einmal
in der Woche glattzustellen und einen Ausgleich zu schaffen. Wenn man
dieser
Geschichte glaubt, dann

... glaubt man an Märchen.

ist es nicht schwer herauszufinden, dass der
Debitismus
entstanden ist weil man dazu übergegangen war, auf Kosten der Zukunft
(der Zeit)
Schulden anzuhäufen, woraus eine permanente Schuldenspirale wurde. Oder
anders gesagt: Der Kredit wurde erfunden. Das Jetzt wurde mit der Zukunft
erkauft.

Um die Schuldenspirale anzuhalten, hat die Occupy Bewegung gefordert,
allen alle
Schulden zu erlassen.


Gut Idee. Dann wäre auf einen Schlag alles Geld erlassen und niemand ginge mehr irgend etwas einkaufen.

Damit würde man wieder im Jetzt sein und müsste
nicht für
die Zukunft wirtschaften. Wir wären damit keine Sklaven der Zukunft und
des
selbsterschaffenen Zwanges – Kausalität – mehr.

Ja, und der homo oeconomicus (sieben Milliarden Bürger) könnte endlich wieder Mensch werden (sieben Millionen Sammler).

Debitismus in seiner Endform bedeutet, dass alle ständig mehr
erwirtschaften
müssen als sie brauchen, um die gemeinschaftlichen Schulden zurück
zahlen zu können.

Sehr gut erkannt.

Dieses Phänomen ist heute so vergemeinschaftet worden, so dass in jedem
Produkt
Steuern, Zinsen und Zinseszinsen stecken. Da diese unaufhörlich steigen,
muss
ständig Wachstum erzeugt werden, damit Produkte überhaupt noch gekauft
werden
können und das Leben weiter gehen kann.

Sehr richtig.

Allgemein kann man sagen, dass all unser Fortschritt hauptsächlich auf
Kosten der
Zukunft erschaffen wurde, während ein kleinerer Teil durch die
Unterdrückung und
Versklavung anderer Völker erschaffen wurde. So verstehe ich Debitismus.
Wir
sind selbst zu Sklaven unseres Systems geworden.

Das ist gar nicht mal so schlecht formuliert.

Irgendwann muss wieder ein Freitag kommen, an dem alle Schulden glatt
gestellt
werden. Erst dann werden wir wieder in der Lage sein, Zeit sinnvoll zu
nutzen.

Der Schuldkult und mit ihm die Gesellschaft müsste grundsätzlich überwunden werden.

Gruß
nemo

Grüsse, Zara


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