Metaphysik
Hallo Kurt,
Bewusstsseinseinheiten wie Signale, Aktivitäten und Reaktionen in Nerven
und Gehirn sind definierbar und messbar.
Das immer subjektive Bewusstsein lässt sich nicht durch eine Messung physischer Phänomene aus der Außenperspektive beschreiben, auch wenn du das gerne so hinbiegen würdest.
Bewusstsein ist ein ausschließlich mentales Phänomen (Introspektion). Niemand kann einen Bewusstseinsinhalt definieren, indem das Bewusstseinssubjekt von außen mittels physischer Phänomene (Gehirnströme) beschrieben wird.
Maturana/Varela haben (ebenso wie
Tausende andere Neurobiologen) solche Bewusstsseinseinheiten gemessen, und
gelangten basierend auf diesen Messungen zu ihren empirischen
experimentellen Erkenntnissen zur Gehirnwahrnehmung, auf welche sich
wiederum Luhmanns Begrifflichkeiten und Erkenntnisse zum Bewusstsein
stützen.
Es sind blinde Analogien, ein so tun als ob an den Bewusstseinsinhalten einer auf dem Tisch liegenden Person durch Messung der Gehirnaktivität teilgenommen werden könnte und sich diese Inhalte auch noch in Einheiten (Teile/Ganzes-Beziehung) fassen lassen könnten. Nein, die Gehirnforschung ist lediglich damit beschäftigt physische Phänomene (Gehirnaktivitäten) mit einem metaphysisch beanspruchten Bauplan des Bewusstseins zu verwechseln. Es wird nur simuliert. Bewusstsein ist immer eine Innenperspektive und kein mittels physischer Phänomene von außen messbarer Bewusstseinsinhalt des zu untersuchenden Subjekts.
Luhmanns "Gesetze über das Bewusstsein" basieren auf den empirischen
Erkenntnissen der Biologen Maturana/Varela zur Gehirnwahrnehmung. Die
Beschreibungen von Maturana/Varela/Luhmann bilden eine, wenn nicht die,
anerkannte Theorie des
Bewusstseins.
Die Empirien beziehen sich allesamt nicht auf das Bewusstsein. In Wahrheit hat noch nie jemand von ihnen einen fremden Bewusstseinsinhalt gemessen (Introspektionsproblem) oder gar das eigene Bewusstsein in Einheiten unterteilt.
Alles was sie in Einheiten unterteilen und mittels Messgrößen vergleichen können sind die physischen Phänomene ihres eigenen Bewusstseins. Sie wissen weder, was Bewusstsein begründet, noch wissen sie ob Bewusstseinsinhalte überhaupt eine Einheit haben. Es sind gescheiterte Versuche, Simulationen. Keiner von diesen Thinkaholics hat während seiner Grübeljahre jemals eine gemeinsame Messgröße gefunden, um durch die Messung von Gehirnaktivitäten einen Bewusstseinsinhalt erklären zu können. Das ist leider eine Tatsache.
Bei Naturgesetzen handelt es sich um die aktuell jeweils am besten mit
allen bisherigen Beobachtungen übereinstimmenden Begrifflichkeiten und
Theorien.
Theorien worüber? Eine Theorie des Bewusstseins kann schon deshalb nichts greifen und erfundene Bewusstseinsprozesse beschreiben, weil gar nicht wissenschaftlich bewiesen ist was das der Theorie zugrunde liegende Bewusstsein und der Bewusstseinsinhalt überhaupt sind (Zutaten unbekannt, kein Rezept, nicht einmal eine Küche mit ausreichenden Hilfsmitteln). Du jubelst lediglich wohltuenden Priestern zu, lässt dich von dieser tief verankerten Metaphysik einfangen.
Zu der Messklöße-Problematik von Frau Prof. Brigitte kommen wir nochmal
bei Gelegenheit. Ich habe da einen wahrhaft wunderbaren Ansatz entdeckt,
doch ist dieser
Rand
hier leider zu schmal, um ihn zu fassen.
Du hast keinen Ansatz, umkreist das eigentliche Problem. Deshalb lässt es dich auch nicht los.
In der Zwischenzeit mag man sich vielleicht den
Verriss des
zugehörigen Buchs von Frau Prof. Brigitte, dem ich mich
vollständig anschließe (insbesondere zu ihrem Zeitpfeil-Stuss, den sie
neben dem Wirkungsgrad-Stuss und dem Thermodynamik-Stuss andauernd
wiederholt), seitens @Ceebulon auf Amazon (ersichtlich Kenner der Materie)
anschauen wollen, ebenso wie die sich dort anschließende Kurzdiskussion.
Die amateurhafte Kritik ist bekannt, jedoch aufgrund der Tatsache, dass die vom Amazonnegativbewerter gerne unerwähnt gebliebenen "verborgenen Variablen" lediglich ein philosophisches Fundament haben, wenig hilfreich. Diese "verborgenen Variablen" wurden wissenschaftlich niemals empirisch nachgewiesen. Einstein hat nach seiner in den Schriften merklichen Verwunderung über die indeterministischen Ergebnisse der Messungen lediglich Behauptungen aufgestellt (Metaphysik betrieben bzw. Alkohol für die Empörten statt Reinigungsmittel bereitgestellt). Dafür wurde er trotz seiner übrigen Arbeiten anschließend auch zurecht kritisiert.
Ich würde an deiner Stelle lieber mal die Fachpresse zur Quantenphysik lesen, statt irgendwelchen Amateurbewertungen auf Amazon Folge zu leisten. Und wenn die Fachliteratur nicht greifbar ist, dann erkundige dich halt im Netz.
Und wenn du damit fertig bist, dann werde dir in einer ruhigeren Minute darüber bewusst, dass die Quantenmechanik keine Messungen der mentalen Phänomene, sondern ein tiefgehenstes Abtauchen in den Ozean aller phyischen Phänomene zum Ziel hat.
Ansonsten würde ich schrauben gehen.
Herzlichst,
Ashitaka
--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.