Richtig, wir tappen im Dunkeln
Hallo twc-online,
Allerdings ist es meiner Meinung nach ein klarer Fehlschluss, zu sagen,
wenn wir nicht wissen, ob es dort indeterministisch zugeht, muss es
deterministisch zugehen.
Richtig. Es lassen sich keine Aussagen über kausale Zusammenhänge bzw. die Determiniertheit / Indeterminiertheit der Bewusstseinsinhalte bzw.mentaler Phänomene machen. Streng genommen gibt es im Bewusstsein nicht einmal ein dort, sondern nur die Gegenwart in der ein dort als Bewusstseinsinhalt erscheint.
Nur weil es sich bei allen physischen Erscheinungen um Bewusstseinsinhalte handelt, weil das Bewusstsein über den Willen des Menschen auf die physischen Phänomene einwirkt (Griff nach dem Glas Wasser), bedarf es für Messungen und Aussagen immer noch notwendige Einheiten. Doch der Wissenschaft ist es derzeit nicht einmal möglich zwischen Teilen des Bewusstseins oder dem Bewusstsein als Ganzes zu differenzieren. Es verhält sich eben ganz anders als bei den physischen Phänomenen. Es gibt keinen Ansatz, um eine allgemeingültige BewusstseinsEINHEIT zu definieren, mit der sich Aussagen über eine eventuelle Gesetzesmässigkeit der alle physischen Phänomene beinhaltenden Bewusstseinsinhalte erstellen zu lassen.
Es handelt sich deshalb bei jeder Annahme, man könne diese Tatsache beiseitekehren, lediglich um eine Simulation wissenschaftlicher Aussagen. In Wahrheit gibt es keine Loslösung der physischen Phänomene vom nicht ergründeten Bewusstsein.
So zu tun als sei die Welt allein durch die Erscheinungen im Bewusstsein kausal geschlossen mißachtet die Tatsache, dass uns diese Welt eben nur als Bewusstseinsinhalt erscheint und dass wir durch mentale Phänomene (Willen) auf sie einwirken können.
Anzunehmen jemand würde aufgrund seines freien Willens wahnsinnig handeln, dies ist lediglich der fehlenden Trennung mentaler und physischer Phänomene zu verdanken. Der Wille als mentale Fähigkeit (Potential) darf nicht mit der in die physische Welt einwirkenden physischen Fähigkeit (Macht) verwechselt werden. Nur weil jemand gegenwärtig etwas will, bedeutet dies eben nicht, dass er dieses Willensziel auch gegenwärtig realisieren kann. Denn um auf die physischen Phänomene der Welt einzuwirken, bedarf es eines entsprechendes physischen Potentials (Macht). Und hier kommen über 7 Milliarden andere Bewusstseine und ihre als Schnittstelle dienenden physischen Phänomene bzw. Potentiale ins Spiel. Im zweifel reichen schon die eigenen physischen Phänomene, um zu erkennen, dass man mal wieder eine Flasche Wasser kaufen sollte bevor der Wille nach einem gefüllten Glas Wasser zu greifen in die physische Welt wirken kann. Ich stelle mich damit klar gegen die Behauptung, dass derjenige, der etwas will, auch die Macht dazu hat.
Egal wie wir es angehen, es führt derzeit nichts an der Tatsache vorbei, dass wir keine Aussagen über mögliche Gesetzmäßigkeiten der Bewusstseinsinhalte, geschweigedenn die noch viel tiefer greifende Frage beantworten können, wer oder was das "Erscheinen lassende" hinter den Erscheinungen eigentlich ist.
Wir tappen im Dunkeln. Und das kann nur sehr schwer, wenn überhaupt, akzeptiert werden. Hinzu kommt, dass der Wille nicht wie ein physisches Ereignis verstanden werden kann, sondern als eine das ganze Leben des Menschen umfassende Fähigkeit bewusst werden muss, als ein unsere Gegenwart immer zu durchdringendes und zu seiner Gegenwart auf die Welt einwirkendes Potential.
Zwischen Minute 51:27 und Minute 56:37 des bereits verlinkten Vortrags von Frau Prof. Dr. Dr. Brigitte Falkenburg wird die verteidigte Simulation gemeinsamer Messgrößen als blinde Analogie erklärt.
Herzlichst,
Ashitaka
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.