Die Absurdität einer akausalen Vernunft
Da sind viele Fragen offen und in der Scientific Community ist es auch
keine Frage, dass solche Fragen offen sind.
Es ist auch offen, ob ein rosa Hase auf dem Pluto unsere Welt regiert.
Absurde Fragen stellen aufgrund von absurden Prämissen hilft nirgends weiter.
Der logische Beweis die Absurdität einer akausalen Vernunft betreffend wäre eigentlich ganz simpel zu verstehen, wenn man nicht zur Absurdität hingezogen sich determiniert sähe. Wie Kurt schon zu bedenken gab, den Text ein paar mal gründlich durchstudieren könnte helfen. Zum Beispiel diesen Abschnitt über die Absurdität einer akausalen (indeterminierten) Vernunft:
Jeder auf die Zukunft gerichtete Präventionseffekt richtet sich jedoch auch an die Vernunft des Menschen, die negative Gefahr der Strafe zu erkennen und im Einzelfall danach zu handeln.
Akausale Vernunft?
In „Kritik der reinen Vernunft“ hat Kant die Vernunft als etwas abstraktes, jenseits der Zeit stehendes bezeichnet. Man kann sich darüber den Kopf zerbrechen, was das überhaupt heißen soll. In seiner Kritik an Kant bezeichnet Ulrich (Johann Heinrich August Ulrich, Eleutheriologie oder über Freiheit und Notwendigkeit, Jena, 1788) Kant hinsichtlich des Determinismus-Indeterminismus Streits eben wegen dieser Abstraktheit als „Neutrum“ und kommt zu dem Ergebnis, dass eine akausale Vernunft undenkbar ist (a. a. O., S. 34).
Wäre die Vernunft akausal, so müsste sie bei den gleichen Voraussetzungen unter den selben Bedingungen einmal zu diesem Ergebnis und ein andernmal zu einem anderen Ergebnis kommen können! Wenn man so „Vernunft“ definieren will, dass sie beliebig (also akausal zufällig) einmal dies und einmal das Ergebnis liefern kann, so definiert man ihren Wortsinn um und bennent eher schlichten Wahnsinn. In einer indeterministischen Welt könnte es keine Vernunft geben.
Was hier für die Vernunft logisch bewiesen ist, gilt in ebensolchem Maße für menschliche Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Charakterstärke, Prinzipientreue, Gewissenhaftigkeit, Standhaftigkeit, ja sogar für das Versprechen und damit die menschliche Ehre schlechthin. Wenn das Verhalten einer Person vom echten Zufall abhinge, könnte man sich auf eine solche Person nicht verlassen. Prinzipientreue wäre keine solche, wenn die Einhaltung der eigenen Prinzipien vom Zufall abhängen würde. Von einer gewissenhaften Person könnte man nicht mehr sprechen, wenn das gewissenhafte Verhalten einmal so ausfallen würde, und das nächste mal in einer identischen Situation aus purem Zufall eben anders. Was wäre der Eid eines Richters auf den Rechtsstaat wert, wenn der Wille zur Einhaltung dieses Eides purem Zufall unterliegen würde?
Würden die Handlungen hier von einem echten Zufall abhängen, wären diese Eigenschaftend des Menschen hinfällig. Während bei deterministischer Weltanschauung also zwar kein freier Wille im Sinne eines akausal freien Willens existiert, sondern perspektivisch und damit durchaus real existent, wäre selbst letzteres im Indeterminismus damit unmöglich: Der Indeterminismus weist hier eine unüberwindbare Kluft zur rationalen Verstehbarkeit der Welt auf - weil er nicht real ist.