Über deterministische Modelle

Leserzuschrift, Montag, 24.10.2016, 12:31 (vor 3424 Tagen) @ Zarathustra5040 Views

> ... wenngleich es ein ebenso deterministischer Prozess ist wie das Wetter von morgen.

Das wissen wir aber nicht, ob dem Wetter tatsächlich ein deterministischer Prozess zugrunde liegt.
Zwar sind unsere Wettermodelle - nichtlineare Differentialgleichungssysteme - deterministisch, aber das heißt ja noch lange nicht, dass das für das real existierende Wetter auch zutrifft. Dass wir allen Aufwand zum Trotz über eine bestimmte Vorhersagegenauigkeit nicht hinauskommen, sollte doch zu denken geben.

Das aus dem deterministischen Chaos abgeleitete Standardargument "man könne ja besser vorhersagen, wenn man nur die Anfangsbedingungen genauer kennen würde" hilft nicht weiter.
Denn wenn es tatsächlich nur an der Unkenntnis der Anfangsbedingungen läge, dass wir das Wetter ungenau vorhersagen können, dann müsste sich ja aus dem bekannten Wetter von heute die Wetterlage von vorgestern berechnen lassen - und zwar präziser als man sie damals messen konnte. Das ist in der Praxis nicht der Fall.

Kurzum: Wir wissen nicht, ob Gott nicht irgendwo auf mikroskopischer Ebene eben doch echt "würfelt", und wir sollten nicht den Fehler begehen, unsere Vorstellungen von der Welt (mathematische Modelle) für die Realität zu halten.


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