Permakulturdesigner denken anders: Für mich ist der "Staat" ein potemkinsches Dorf.

Konstantin ⌂, Waldhessen, Sonntag, 05.04.2015, 14:35 (vor 3934 Tagen) @ azur9939 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 05.04.2015, 15:24

Hallo azur,

Wie, Du kennst keinen Staat, bist als ein Tom Bombadil - das ist aber
sympatisch.**)

Ein Tom Bombadil sein? Vielleicht nicht ganz, aber eine innere Ausrichtung habe ich schon.
[[lach]]

Und hör Dich mal um, wo rechtliche
Dinge nicht so regelbar sind, wie hier. Wo Warlords und Willkür regieren,
und staatliche Entscheidunge nicht anfechtbar sind.

Dieses Argument höre ich immer wieder. Ich seh keinen großen Unterschied zu anderen Regionen diese Welt. Es gibt unterschiedliche potemkinsche Dörfer, die sich "Staat" nennen. Solange es Menschen gibt, die an die Substanz hinter dieser Fassade glauben, haben diese Fassaden eine gewisse beeindruckende Wirkung. Ohne den Glauben der Masse fehlt jedoch an Substanz. Egal wo, egal bei welchem "Staat".

Der deutsche
Rechtsstaat bietet da schon eine Menge,

Ich nenne es lieber: Die deutsche Rechtsstaats-Simulation bietet da schon eine Menge...

um dann doch die Vorteil zu nutzen und einen Verein eintragen zu lassen.

Ich nutze egal wo und egal wie die Eigenschaften (sogenannte Vorteile UND sogenannte Nachteile) von egal was für den Aufbau von Permakultur. Das ist einer der zentralen Aspekte der Permakultur, die viele Aussenstehende nicht verstanden haben. Es geht darum, das zu nutzen, was da ist und was funktioniert, ohne einem Glauben anzuhängen, nur des Glaubens wegen. Wenn eine Eintragung eines Verein vermutlich funktioniert auf dem Weg, dann wird das ausprobiert. Wenn in anderer Situation, beispielsweise in anderen Regionen dieser Welt, die Bestechung funktioniert, dann wird auch dieser Weg ausprobiert. Ist doch völlig logisch.

Wenn ich Unmengen an toten Bäumen rumliegen habe, ist das ein Berg an Rohstoff, genauso wie es ein Berg aus Altreifen ist. Aus allem kann man etwas Produktives machen. Man muss nur wissen, WIE!

Und wie ist es, wenn Dir Vandalen etwas zerstören und/oder klauen: Rufst
Du dann nicht die Büttel und willst Schadensersatz?

So ein Gedanke kommt mir nicht in den Sinn. Ich habe schon mal den Notruf gewählt, als ich beobachtete, wie ein Mensch über die Gleise der Bahn lief und es leider nicht ganz geschafft hat, den Gefahrenbereich rechtzeitig zu verlassen (der Zug hat ihn daher gestreift / am Nachmittag ist er verstorben). Wenn es irgendwo brennen würde und ich bin der erste, der es sieht, dann würde ich auch die Feuerwehr anrufen, bevor ich das Spritzenhaus aufschließe und mich in die Einsatzkleidung werfe (ab dann bin ich in "hoheitlichem Auftrag" unterwegs, hihi). Aber die Polizei rufen wegen Schadensersatz? Nö. Höchstens zur Hilfe beim Herausfinden des Gegenübers, um dann mit diesem Menschen in direkter Begegnung einen Weg zu finden.

Und wenn ich mal in die Situation kommen sollte, keinen anderen Weg zu sehen als die Polizei zu rufen, dann würde ich dies sofort und ohne jede Hemmung machen. Siehe oben: Nutze das, was da ist ...
Wenn ich beispielsweise jemanden auf frischer Straftat ertappe und dieser sich nicht ausweisen will oder abhauen will (und dieser der Glaubensrichtung der BRD angehört), dann kann ich ganz im Sinne seines Glaubens ihn entsprechend 127 StPO festnehmen und zur Polizei bringen zwecks Feststellung seiner Personalien.

Ich suche jedoch immer nach Wegen, ohne sogenannte Obrigkeit zurecht zu kommen. Wie bei der Medizin: Ich nutze übergangsweise vielleicht 1 % von des vom "Staat" Angebotenen im Verhältnis zu meinen Mitmenschen. Man muss ja nicht gleich 100 % autark sein.

Es braucht keinen Mittler zwischen dem Schöpfer und dem Menschen!

Dazu 2 Dinge: 1) ist das so bei der Eintragung akzeptiert worden?

Ja, ohne Rückfrage.

2) habe viel Vereinen in solchen Dingen geholfen. Aus Erfahrung muss man
sagen, dass die Satzungen so gestaltet werden sollten, dass man sie leicht
steuern kann. Also bestimmte Teile quasi auslagern, damit nicht andauernd
Notars- und Gerichtsgebühren anfallen, wenn man Änderungen eintragen
lassen will.

Hier in Hessen gibt es keine Notargebühren. Hier geht man zum (sehr günstigen) sogenannten "Ortsgericht". Ansonsten stimme ich dem Gesagten zu.

Und die Gemeinnützigkeit sollte in Vordergrund stehen.

Sehe ich komplett genauso, wenn es um das Inhaltliche geht.
Von einer Anerkennung der Gemeinützigkeit gegenüber der Firma mit dem Namen Finanzamt halte ich nichts. Dies gilt aus grundsätzlicher Überlegung. Ich will keine Anerkennung von irgendwem, außer ich brauche sie unbedingt für irgendetwas, was ich anders nicht bekommen kann. Und ohne die Anerkennung der Firma Finanzamt, die aus Willkür auch schon mal rückwirkend die Anerkennung der Gemeinnützigkeit aberkennen kann... komme ich viel besser klar.

Die Idee finde ich nicht schlecht, allerdings agiert man nicht in
luftleeren Raum, wie wir Juristen gern sagen. Da gibt es andere, mit denen
man sich stellenweise klar absprechen muss, Regelungen treffen, die halten
usw. Und ein z. B. Grundstückerwerb geht hierzulande nur rechtsförmig via
Notar und Grundbuch - genannt Auflassung. Also wohl (noch?) notwendig sich
im Rechtsraum zu bewegen, der so wüst gar nicht ist.

Ich habe kein Interesse, Hehlerware zu erwerben. Und Grundstücke gehören definitiv dazu. Oder kann jemand die erste Verkaufsurkunde vorlegen mit der Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde, zum ersten Mal ein Grundstück verkauft hat? Nein, das gibt's nicht. Land wurde immer geraubt und dann weiterverkauft (z.B. zur Refinanzierung der Kriegs- und Raubkosten).

Ich habe Dein Schreiben in diesem Forum schon länger beobachtet und erkenne, dass es Dir besonders schwer fallen dürfte, den Glauben an einen "Staat" loszulassen. Dies liegt sicher auch an Deinem Zeit- und Herzensaufwand, den Du in das Verständnis dieser geistigen Konstruktion gesteckt hast. Würdest Du dies loslassen, wäre all dieser Aufwand: versunkene Kosten.
Siehe: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=350259

Seit Langem sehne ich mich danach, dass Dein juristisches Fachwissen uns allen die Auswege aufzeigt, die es in diesem potemkinschen Dorf gibt. Leider bisher ohne Erfolg. Ich sah bisher nur (trotzdem danke dafür) Tipps innerhalb dieses Dorfes. Daher bin ich selber auf der Suche und am Finden...

Viele Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"


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