Multidimensional falsch

Bernadette_Lauert, Freitag, 03.04.2015, 22:56 (vor 3936 Tagen) @ Mephistopheles11012 Views
bearbeitet von Bernadette_Lauert, Freitag, 03.04.2015, 23:24

Wie sollte das denn gehen, dass er womöglich recht behält?

Seine These:
"Dieser Verhaltensmüll wie "Wasserrechte" und Konzerne generell sind vorübergehende und uninteressante Phänomene. Damit braucht sich ein Mensch nur oberflächlich beschäftigen. Man braucht sie nicht bekämpfen. Das Zeug verschwindet eh von alleine."

Das ist auf vielen Ebenen falsch, selbst WENN Konzerne samt Privatarmeen als machtvakuumsfüllender Staatsersatz, irgendwann einfach so verschwinden sollten.
Selbst dann.

Denke nach: Wir alle hier leben noch ein paar Jahrzehnte auf dem Planeten die Kinder weitere Jahrzehnte.

Es ist für uns und künftige Generationen relevant, in welcher Gesellschaft wir leben. Wie sie sich entwickelt. Wie Transformationsprozesse ablaufen. Ein starker Bürger formt die Gesellschaft und gesellschaftliche Veränderungsprozesse mit. Ein schwacher Bürger muss akzeptieren, was die Korrupten in STAAT und KONZERNWIRTSCHAFT ihm für eine Welt bauen.

Wie kann es da richtig sein, dass man sich nicht mit der Oligarchenkonzernwirtschaft zu beschäftigen braucht? Genauso wie man als den gerechten schlanken Staat anstreben muss. Sind eh Gegenpole. Ein funktionierender Rechtsstaat, der Eigentum, Verträge, innere und äußere Sicherheit schützt, ermöglicht erst eine blühende Wirtschaft und Gesellschaft.
Schau Dich um auf der Welt. Die ist größer als der Waldgarten mit dem Arzt und der Schule um die Ecke.

Bildung ist auch zentral, die sollte auch nicht in Bildungskonzernhände fallen, wo jede Unterrichtsstunde bezahlt wird.

Diplom-Ingenieure und Informatiker kommen auch nicht von der Baumschule. Ich schreibe das, weil Konstantins Bildungspolitik so aussieht: "Bildung muss man nicht finanzieren weil sie schon immer kostenlos zur Verfügung steht. Geh in den Wald, da findest Du alles."

"Die verschwindet eh, die Konzernoligarchie...", sagt Konstantin lapidar.

Beispiel: Wie könnte das für diese Typen hier egal sein, die in einem Lebensmittelkonzern schuften müssen, welches ihnen das Grundwasser im Dorf nahm: https://www.youtube.com/watch?v=GpH3Oph2XbU
Die Väter dort bekommen einen Euro am Tag und müssen das Wasser für sich und Familie kaufen. Früher war das ihr Grundwasser!!!

Wachsam und aktiv zu sein heißt als Bürger das eigene Gemeinwohl aktiv zu gestalten.

Bei uns geht´s noch nicht ums blanke Überleben. Aber die Einschläge kommen näher: Ukraine, Griechenland...
Da wird viel destabilisiert da draußen. Einer unserer Jobs als wehrhefte Bürgerklasse ist es, den Akteuren klar zu machen, dass sie uns nicht verarschen können.
Wenn Deutschland ein Failed State wird schießt Dir vielleicht einer eine Mine auf Deinen Waldgarten.
Und wenn Du einen Arm verlierst, Konstantin, ist es egal üb Du sagst: Ich brauche die medizinische Versorgung nicht, ich GE-brauche sie nur. Als ob diese Wortklauberei ändert, dass Du im Notfall ärztlich Versorgt werden musst. (Ja, die Gesundheitsbranche ist ein Moloch. Aber dank mal drüber nach, seit wann es immer extremer wird? Steile aber meiner Ansicht nach wahre These: Seit dem das Gesundheitswesen immer mehr verkauft wird, ist das so.)

Die Einschläge kommen näher. Kommt es zu einem Failed Germany (der Staat, den Du abschaffen willst), dann wird womöglich auch Dir das Wasser unter dem Arsch wegprivatisiert. Und dann werden auch hier genügend Privatsöldner die neuen Machtstrukturen der Konzernoligarchie Deutschland durchsetzen.

Konstantin und die anderen Waldmystiker müssen einsehen, dass bloß "Staat weg!" keine Lösung sein kann, weil auch anders Machtverhältnisse entstehen können.

Dass alle irgendwie und sowieso auf einmal im Wald brav nebeneinanderleben wie in Schlumpfhausen...
...das ist eine der naivsten Annahmen, die ich jemals irgendwo gelesen habe.

Geradezu drollig süß.

[image]

Das läuft in einer Reihe mit:

Wenn Deutsche gärtnern, kommt kein Asylant her, weil gärtnern kann der [Asylant]auch zuhause. [Whaaaaat?]

Als Begründung für: keine Staatsgenzen

Bildung muss man nicht finanzieren weil sie schon immer kostenlos zur Verfügung steht. Geh in den Wald, da findest Du alles.

Als Begründung für: keine staatl. Schulen, Unis

Medizinische Versorgung ist seit jeher jedem gegeben. Dazu braucht es nichts zu tun.

Als Begründung für: kein staatl. Gesundheitswesen.

Das "Staat" baut keine Autobahnen, das machen Mitarbeiter von Unternehmen unter dem Namen von Firmen.

Als Begründung für: keine staatl. Infrastruktur

Und... mein persönlicher Favorit, weil es tatsächlich um Voodoo-Manifestationen geht:

Wenn ich in meinem Inneren eine Räuberbande entstehen lassen wollte, dann würde diese im Aussen auch auftauchen können. Derzeit habe ich jedoch andere Interessen.

Begründung für: keine polizeilich organisierte innere Sicherheit

Das ist... Ich versuche es mal mit einem Katzenbild:

[image]

Sorry, bitte aufhören, ich will mich nicht drüber lustig machen, kann aber nicht anders...

Nichts gegen Permalandwirtschaft et cetera. Und ja, die Gesellschaft wäre womöglich besser, wenn sie - wo es denn geht - in den Wald zieht.

Trotzdem muss das alles dorch irgendwie geregelt werden. Und das darf man weder den Politikern, noch den Konzernmächten überlassen. In den nächsten Jahrzehnten sind das Basisakteure in einem System, in dem wir alle eine aktive Rolle spielen. Daher darf ich sie nicht ignorieren, wie Konstantin fordert.

Kernthesen sollten Sinn ergeben. Man sollte sie auf Plakate schreiben können und es müsste ein stimmiges Bild bei einer Demo geben.

Auf Konstantins Schild stünde:

"Ignoriert das Konzernproblem!"


Gruß, B.


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