Der konstruktivistische Verlust der Realität
Hallo Nonpopulo,
Ich finde, die Mathematik beinhaltet nicht ganz zu Unrecht das Wort Theos
= Gott. Denn einerseits ist sie universell und andererseits braucht sie
abseits der Zivilisation kein Mensch.![]()
Wurde ja auch in Tempeln erfunden.
> Dann gibt es die ganzen Geisteswissenschaften,
Ja, hier werden Kräfte analysiert und interpretiert, je nach kulturellem
und individuellem Gusto. Hier machen wir die Welt, wie sie uns gefällt.
"Proaktiv für das System".
> Die Psychologie ist ein "Zwischenfach", irgendwo zwischen
naturwissenschaftlicher Grundlage und Meinung.[/i]
Ich sehe die Psychologie als Königsdisziplin des Konstruktivismus, da die
Naturkräfte, die hinter der Psyche stehen, besonders schwer zu erfassen
und zu beschreiben sind.
Sie hat das Zeug zur Superwissenschaft. Leider verstehen das die meisten Psychologen nicht und auch nicht Otto Normalbürger.
> Ein häufiger Konflikt ist nun der, dass viele Leute glauben: Mein /
unser
Denken macht die Welt. Statt: Mein Denken / unser Denken bildet sie in
einer bestimmten Weise ab, die auch anders sein könnte.[/i]
Ich erkenne da keinen Gegensatz. Wir konstruieren die Welt bzw. unsere
Ansichten über die Welt, diese Konstruktionen könnten aber auch ganz
anders sein.
Der Gegensatz liegt darin, daß viele Menschen glauben, ihre Einstellung würde die Realität in gleicher Weise verändern, wie es Handlungen können. Daß sie durch eine andere Meinung/Haltung nicht nur ihr Abbild der Welt verändern, sondern tatsächlich die Substanz der Welt. Handlungen als Zwischenschritt scheinen sie nicht für erforderlich zu halten.
Sicherlich gibt es eine große Bandbreite, in der Einstellungen sehr weitreichende Änderungen bewirken können. Doch das hat Grenzen.
> Doch der Gegenstand ist und bleibt der Gegenstand, der er ist. Egal,
in
welcher Weise ich ihn in meinem Kopf zuordne. Da geht es eher um die
Funktion bzw. die Bedeutung für mich.Aber in der Existenz der Gegenstände - da scheren die sich halt einen
Teufel darum, wie ich oder wir über sie denken. Darüber streiten wir
nur
in unserer menschichen Eitelkeit.[/i]
Ob wir von einem Baum denken, er sei ein Schutz oder eine Behüttung oder
er sei Nutzholz, ist für den Baum schon ein Unterschied.
Dem Baum ist das egal. Allerdings verläuft sein Schicksal anders.
> Aber die Nachkiregsforscher sind Wohlstandskinder - sie halten die
Kränkung nicht aus, dass die Realität sich ihren Ansichten nicht
beugt.[/i]
Ja, heutzutage stellt sich mE z.B. heraus, dass die auf Toleranz und
Integration beruhenden Konstruktionen der Linken, Grünen, Multikultis usw.
der Realität nicht standhalten. Sie haben die Naturkräfte falsch
eingeschätzt. Doch die Meisten sind nicht fähig, ihr Denken der Realität
anzupassen, sondern bilden Reflexe heraus, die sie davor schützen, sich
mit ihren Konstruktionen auseinanderzusetzen.
Ja, sie phantasieren lieber die Realität als unendlich formbar nach ihrer persönlichen Hitliste.
Spannend. Für mich war das Erkennen dieser Grenzen auch der Abschied meiner Gutmenschenphase.
Gruß
Mercury
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