Das belegte Naturgesetz
Aber es gibt zwei Dinge, die ich in den letzten Wochen lernen durfte:
a) dass, anders als ich glaube, in meiner Jugend, man heute in der
Mehrzahl durchaus sonst gebildeter Kreise nicht mehr zu wissen scheint, was
ein Naturgesetz ist (es vielmehr fuer ein "emergentes" Phaenomen haelt, das
sich auch mal aendern koennte - schliesslich herrscht ja Gedankenfreiheit)
Mag durchaus daran liegen, dass es sich um stark zu hinterfragende Konstrukte handelt, wie auch in den Antworten hierauf deutlich hervorgeht. So stellt sich unter Umständen gar noch heraus, dass auch dein sogenanntes "ökonomisches Naturgesetz" halt keines ist:
- Giffen-Paradoxon
- Snobeffekt
- Veblen-Effekt (ja: der Veblen)
- ...
und
b) dass - womoeglich als Ausfluss von a) - es unmoeglich ist, logisch
stringent und kohaerent zu formulieren oder zu erwarten, dass Behauptungen
belegt werden. Oder wenn sie "belegt" werden, dann nicht einfach mit der
Behauptung eines andern, d.h. einer weiteren Erfindung.
Belege findest du beim Finanzamt. In der Erfahrungswissenschaft Ökonomie hingegen vorwiegend Quellen, die man aufgrund des erkenntnistheoretischen Relativismus und unter ontologischen Aspekten erst im historischen und sonstigen sozialen Umfeld einordnen muss. Es handelt sich hier v.a. aufgrund der untersuchten, nicht greifbaren Makrophänomene um additive und nicht kumulative Forschungsergebnisse, was die Auseinandersetzung mit dieser Wissenschaft und zwischen den verschiedenen Denkschulen so schwierig, langatmig und anstrengend gestaltet, weil sie allein schon endlose Kommunikationsprobleme durch Definitionsunterschiede beinhaltet. Diesbezüglich fand ich es seltsam, dass du BillHicks nicht deutlich gemacht hast, worauf sich dein sog. Naturgesetz konkret bezieht - also aus welcher Schule heraus du argumentierst: siehe diesen Beitrag und folgende.
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Gruß!™
Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.
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