Sorry, Konstantin... Ich will ganz offen sein... @ALLE_DIE_ES_INTERESSIERT_IM_FADEN
Hab jetzt ein schlechtes Gewissen, dass ich Dich so krass angegangen bin.
Als ich gestern Deine Thesen las, hätte ich nie gedacht, dass Du das ernst meinst. Für mich war das reines Rumtrollen. Wirklich. Sorry für´s fies drüber Lustigmachen.
Ich meine, überleg Dir mal, was Du geschrieben hast:
Wenn Deutsche gärtnern, kommt kein Asylant her, weil gärtnern kann der [Asylant]auch zuhause. [Whaaaaat?]
Begründung für: keine Staatsgenzen
Bildung muss man nicht finanzieren weil sie schon immer kostenlos zur Verfügung steht. Geh in den Wald, da findest Du alles.
Begründung für: keine staatl. Schulen, Unis
Medizinische Versorgung ist seit jeher jedem gegeben. Dazu braucht es nichts zu tun.
Begründung für: kein staatl. Gesundheitswesen.
Das "Staat" baut keine Autobahnen, das machen Mitarbeiter von Unternehmen unter dem Namen von Firmen.
Begründung für: keine staatl. Infrastruktur
Wenn ich in meinem Inneren eine Räuberbande entstehen lassen wollte, dann würde diese im Aussen auch auftauchen können. Derzeit habe ich jedoch andere Interessen.
Begründung für: keine polizeilich organisierte innere Sicherheit
Und das ist nur eine Auswahl...
Da sich inzwischen abzeichnet, dass das Dein voller Ernst ist, tut es mir leid. Wenn das wirklich Deine Überzeugungen sind, war das respektlos, sich so darüber lustig zu machen. Aber lies Dir bitte nochmal durch, was Du da alles geschrieben hast. Versuche zu verstehen, warum Thesen wie "Bildung muss man nicht finanzieren weil sie schon immer kostenlos zur Verfügung steht. Geh in den Wald, da findest Du alles." auch Gegenreaktionen auslösen können. Auch die Medizinische Versorgung willst Du dem Wald überlassen. Für viele ist das völlig abstrus.
Ich erwarte ja nicht, dass Du aus dieser Staatsabschaffungsideologie so schnell aussteigen kannst. Sie ist es, die Dich dazu treibt, auf ganz normale Fragestellungen des menschlichen Lebensalltages, welche *huibuh* via staatlicher Institution organisiert wurden, immer nur mit "WEG!" zu antworten. Auch wenn das Zepter der Macht dann halt einfach an Player in einer gut vernetzten Konzernwirtschaft übergeht...
...dem die Infrastruktur...
...der Bildungssektor...
...das Gesundheitswesen...
...das Rentensystem...
...alles...
...übergeben wird, durch privatisierende Staatsabschaffung.
Hast Du gewusst, dass das Wort "privatisieren" aus dem Lateinischen kommt und deswegen so gut passt, weil es "befreien" aber eben auch "berauben" heißt. Heute und hier auf dem Planeten namens Erde ist die erste Wortbedeutung die Lesart, die zweite die Wahrheit.
Alle Bereiche von Infrastruktur bis Rente, die sie sich noch krallen wollen, werden genauso mafiotisch werden, wie es jetzt bereits die Finanz-Mafia, die Konzern-Medien-Mafia oder die Pharma-Mafia sind.
Zur aktuellen Empirie:
1. Ukraine
Kann man alles wunderbar in der Oligarchen-Ukraine beobachten, wenn man mit offenen Augen hinblickt. Wie sich alles unter den Nagel gerissen wird.
2. Griechenland
Der Staat Griechenland ist auch kaputt. Nach der Militärdiktatur haben die keinen soliden Staat hinbekommen. Die Schuld der vielen arbeitslosen Griechen heute? Schwer zu beziffern. Jedenfalls wird über den IWF auch das Land geplündert. Stichwort "privare". (siehe dazu Schuhmann-Doku oder aktuelle Anstalt).
Diese Scheuklappen bitte abnehmen, sonst bekommst Du die Realität nicht ganz mit.
Fazit: Es gibt da Gegenargumente zur anarchokapitalistischen Marschroute, die nur eine Kampfparole kennt: "Staat weg!". Fragestellungen aus diesem Themenkomplex lassen sich nicht so - aus meiner Sicht - sinnentleert-realitätsfern abtun, wie Du es getan hast. Da gibt es - sagen wir mal - begründeten Diskussionsbedarf.
Kann mit Dir beispielsweise für den Anfang über einen schlanken Staat gesprochen werden oder läuft immer alles auf den Wald raus?
Ich hege jedenfalls keine schlechten Absichten, wenn ich darauf hinweise, dass diese Aspekte der Realität (Konzernoligarchietendenz) in Deinen Ausführungen nicht berücksichtigt wurden.
Die Welt ist voller gemachter Failed States. Aus meiner Sicht ist es gefährlich, auch noch dafür zu kämpfen, dass Deutschland auch so einer wird.
Sorry für das Ungemach, Konstantin.
Ich will friedlich in Ostern gehen.
Gruß, B.