Diesmal wird alles ganz anders
@Zarathrusta:«Ja, und wenn da einer vorausgeht und diese Erkenntnis auch in Taten umzusetzen sich erdreistet, wie der Konstantin, dann werden einige Leute rasend und ausfällig, weil sie sehen, wie weit entfernt sie selber sind von der einzig nachhaltig möglichen Art und Weise der Existenz dieser Spezies.
Also erst gar nicht damit anfangen und unbedingt an der Idee und am Konstrukt der Organisierten Gewalt festhalten!»
Guten Tag, @Zarathrusta,
nachdem Du dich selbst hier als Theoretiker in Bezug auf die Überwindung von Kollektvismus/Idiotismus (Zitat @Zarathrusta: «… die Abhängigkeit vom Staat (Organisierte Gewalt) nicht nur im Kopf überwunden, sondern zu einem beachtlichen Teil auch in Taten. Das unterscheidet Dich von den meisten von uns, auch von mir …» Zitatende) bezeichnet und ich mir nun erkläre, warum Deinerseits von einer Antwort zu meiner Frage Abstand genommen wurde, möchte ich dennoch nochmals versuchen den Faden aufzunehmen.
Doch einleitend hier die von Dir hier veröffentlichte Sicht auf vermeintliche Einstellungen anderer (siehe stellvertretend einleitendes Zitat oben), die m. E. über die Jahre hier im Forum zu dem geführt hat, was hier Oberthema ist, da es bei mir so ankommt, als wenn nach der Eintönigkeit der Gebetsmühle oder aber auch reflexartig immer das Gleiche wiederholt wird und das seit Jahren und diese Widerholung damit nach meinem Empfinden ein Baustein zur "Kippgefahr" darstellt. Gelungen ist es mir allerdings auch nicht aus Deinen Vorstellungen etwas für meine Gedanken zu erhalten. Doch das ist wohl dann mein Unvermögen.
Was Konstantin mit seinem Waldgartendorf als Lebensplanung mit seinen Kommilitonen umsetzt, halte ich für erstrebenswert. Ein funktionierendes Netzwerk bildet die Grundlage, wie auch im "staatlichen" Leben, nur eben, dass ihre Verknüpfungen wohl anders "geknotet", von anderer Qualität sind.
Ich hoffe du erwiderst jetzt nicht flach "Also erst gar nicht damit anfangen …", wenn ich darauf hinweise, dass alle bisherigen Familienlandsitz-Siedlungen, und dazu gehört wohl auch das Waldgartendorf, in "sicheren" (Rechts-)Staaten eingebettet sind und Konstantin selbst einen Interessierten darauf hinweist, dass eine Rechtsform zu beachten sei. Ich habe das Empfinden, dass die alternative, vermeintlich auch in der Staatenlosigkeit funktionierende Idee unter "Laborbedingung" - bei weitestgehender Ausklammerung von Störungen (Rechtsunsicherheiten) - umgesetzt werden können.
Was könnten Störungen sein? In meinen Überlegungen – bestimmt nicht vollendet - schreibe ich da
1. 1ha pro Mensch (aus Leitfaden zum Projekt Waldgartendorf, Seite 4) erfordert am Rechenbeispiel für die Bundesrepublik ca. 81 Mio ha Boden (=verwertbares Gelände). Für dasselbe Land wird allerdings nur eine Gebietsfläche von 357.340 km^2 (~ 36 Mio. ha) ausgegeben (hierin enthalten auch Flächen, deren Boden lagebedingt nicht oder nur erschwert im gewollten Sinn nutzbar sind).
2. Aus 1. wird es, bei genügender Dichte, zu Ausgleichen zwischen "Waldgartendörfern" kommen müssen, die eben nicht diesen 1 ha/Mensch nutzen können (im hiesigen Staatswesen heißt es Länderfinanzausgleich, der im Idealfall sichern soll, dass auch unterentwickelte Regionen Perspektiven haben, damit sich in jeder nutzbaren Region Gesellschaften halten (Vermeidung von "Völkerwanderungen").
3. Aus 2. ist jedoch anzunehmen (muss nicht so sein, aber nach meinem derzeitigen Menschenbild eher wahrscheinlich), dass es zu "Koalitionen einzelner Regionen" kommen kann, um verfügbare Ressourcen im angestrebten Sinne nutzen zu können.
4. Schließlich besteht die Möglichkeit der "Völkerwanderung" mit ihren bekannten Auswirkungen.
An diesem Punkt möchte ich die Entwicklungsmöglichkeiten nicht weiter spezifizieren um jede Denkrichtung auch in mir zu zulassen.
Versuch ich mir jedoch das "Modell des Waldgartendorfes" in die "vorstaatliche" Ära zu setzen, so bin ich mir nicht sicher, ob es tatsächlich mit Sippen und vorstaatlichen Gesellschaftsformen etwas zu tun hat, allein schon wegen der zwischenzeitlich durchlebten und prägenden Epochen.
Nehme ich jedoch als vorstaatliche Form die heterarchische Organisationsstruktur an, so bleibt wohl unstrittig festzustellen, dass die Entwicklung aus ihr heraus sich mit heutigem Stand eben zum Staat entwickelt hat. Daher war ich so interessiert an Deinen Gedankengängen zum praktikablen Weg hin zur und zum Erhalt dieser "staatenlosen" Gesellschaft.
Gruß,
Uwe