Ist das so eingetragen worden? Edit: "auf Herrschaft verzichtet"
Hallo Konstantin,
2 Dinge: Hierzu:
Hihi, soll ich lachen oder weinen? Welcher "sichere" (Rechts-)Staat soll
denn hier sein? Die BRD? Deutschland? Das Deutsche Reich? Ich kenne
hierzulande keinen Rechtsstaat, ja noch nicht mal einen Staat.
Wie, Du kennst keinen Staat, bist als ein Tom Bombadil - das ist aber sympatisch.**)
Aber ehrlich: Wer kennt ihn nicht. Und hör Dich mal um, wo rechtliche Dinge nicht so regelbar sind, wie hier. Wo Warlords und Willkür regieren, und staatliche Entscheidunge nicht anfechtbar sind. Der deutsche Rechtsstaat bietet da schon eine Menge, auch wenn er nicht perfekt ist. Aber hier soll ja wohl in Schwarz-Weiß verfallen werden, um dann doch die Vorteil zu nutzen und einen Verein eintragen zu lassen.
Wir nutzen auch die Rechtsform des eingetragenen Vereins.
Und wie ist es, wenn Dir Vandalen etwas zerstören und/oder klauen: Rufst Du dann nicht die Büttel und willst Schadensersatz?
Zum Folgenden: Der Marxismus plante auch das Ableben des Staates*). Das sollte "aufgehoben" werden, und das bedeutet ja zugleich Vieles: beenden, t. w. bewahren und auf höhere Stufe (auf-)heben.
Konkret haben wir bei unserer
Vereinssatzung diesen Punkt unter Ziele und Zwecke mit aufgenommen um die
Endlichkeit der Rechtsform Verein mit einzubauen:§ 2 Punkt 5 Selbstauflösung wegen Unnötigkeit
Im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe beabsichtigt der Verein Strukturen zu
unterstützen, die den Verein langfristig unnötig machen. Auch wenn die
Vervollkommnung des artgerechten Lebensraumes für Menschen, Tiere und
Pflanzen (siehe §2 Punkt 3) praktisch ewig fortgeführt werden kann, so
ist doch zu hoffen, dass eines Tages die Bewusstseinsentwicklung so weit
entwickelt ist, dass für die weitere Fortführung und Verwirklichung der
Vereinsziele der Verein als juristische Person nicht mehr gebraucht
wird.
Daz 2 Dinge: 1) ist das so bei der Eintragung akzeptiert worden?
2) habe viel Vereinen in solchen Dingen geholfen. Aus Erfahrung muss man sagen, dass die Satzungen so gestaltet werden sollten, dass man sie leicht steuern kann. Also bestimmte Teile quasi auslagern, damit nicht andauernd Notars- und Gerichtsgebühren anfallen, wenn man Änderungen eintragen lassen will.
Und die Gemeinnützigkeit sollte in Vordergrund stehen.
Für die Selbstverständigung eignen sich Vereinssatzunge nur bedingt. Die sind vor allem für die Rechtsform
. Mein Tipp: Steckt die Kraft dorthin, wo sie effektiv ist. Nicht bei relativen Formalien verschwenden.
Die Idee finde ich nicht schlecht, allerdings agiert man nicht in luftleeren Raum, wie wir Juristen gern sagen. Da gibt es andere, mit denen man sich stellenweise klar absprechen muss, Regelungen treffen, die halten usw. Und ein z. B. Grundstückerwerb geht hierzulande nur rechtsförmig via Notar und Grundbuch - genannt Auflassung. Also wohl (noch?) notwendig sich im Rechtsraum zu bewegen, der so wüst gar nicht ist.
Viel, viel Erfolg!
Viele freundliche Grüße
azur
*) " Bei diesem Übergang zum klassenlosen Kommunismus werde der Staat, der ein Produkt der polit-ökonomischen Verhältnisse und Ausdruck der politischen Klassenherrschaft ist, nicht abgeschafft, sondern sterbe ab, [9][10]"
http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunismus
U. a. "Der Staat wird nicht abgeschafft, er stirbt ab.“ – Friedrich Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. MEW 19, S. 224.
„Alle Emanzipation ist Zurückführung der menschlichen Welt, der Verhältnisse, auf den Menschen selbst.“
– Marx: Zur Judenfrage. MEW 1, S. 370, 1844.
„Staat = politische Gesellschaft und Zivilgesellschaft, das heißt Hegemonie, gepanzert mit Zwang.“
– Antonio Gramsci: Gefängnishefte, H. 6, §88, 783.
„Freier Staat - was ist das? (...) Die Freiheit besteht darin, den Staat aus einem der Gesellschaft übergeordneten in ein ihr durchaus untergeordnetes Organ zu verwandeln.“
– Marx: Kritik des Gothaer Programms, 1875, MEW 19, S. 27
(„Der reale Humanismus hat in Deutschland keinen gefährlicheren Feind als den Spiritualismus oder den spekulativen Idealismus, der an die Stelle des wirklichen individuellen Menschen das ‚Selbstbewußtsein‘ oder den ‚Geist‘ setzt und mit dem Evangelisten lehrt: ‚Der Geist ist es, der da lebendig macht, das Fleisch ist kein Nütze.‘ (Joh 6,63 EU) Es versteht sich, daß dieser fleischlose Geist nur in seiner Einbildung Geist hat."
Friedrich Engels, Karl Marx: Die heilige Familie, Vorrede (September 1844), MEW Bd. 2
An welchen Foristen erinnert mich das nur?)
**) "Er schien sich nicht sehr für die Ereignisse im Dritten Zeitalter zu interessieren. Auch als er den Ring auf seinen Finger setzte, blieb er sichtbar und gab ihn Frodo unbeeindruckt zurück."
Tolkien sagt, er wäre die Sinnfigur eines freien Mannes, der im Einklag mit der Natur lebe und sich nicht in Verstrickungen verfangen habe.
"Tolkiens vielleicht aufschlussreichste Bemerkung über Tom Bombadil findet sich in Briefe:
„ Ich glaube, etwas Bedeutung hat er als »Kommentar« [...] er steht für etwas ein, das ich wichtig finde, obwohl ich nicht bereit wäre, dies genau zu analysieren. [...] So, wie die Geschichte angelegt ist, gibt es eine gute und eine böse Seite, Schönheit gegen gnadenlose Abscheulichkeit, Tyrannei gegen Königtum, maßvolle Freiheit mit Zustimmung gegen einen Zwang, der längst jeden Zweck außer dem bloßen Machtstreben verloren hat, und so weiter; aber beide Seiten, die konservative wie die destruktive, erfordern ein gewisses Maß an Herrschaft. Wenn man aber sozusagen ein »Armutsgelübde« abgelegt hat, auf Herrschaft verzichtet und sich an den Dingen um ihrer selbst willen, ohne Bezug auf uns selbst, erfreut, sie beobachtet, ihnen zusieht und sie bis zu einem gewissen Maß kennt, dann könnte einem die Frage nach dem Recht und Unrecht von Macht und Herrschaft völlig sinnlos werden, und die Machtmittel würden ziemlich wertlos. “
— J. R. R. Tolkien: Briefe. Herausgegeben von Humphrey Carpenter. Brief #153 An Peter Hastings (Entwurf) (September 1954)."
http://ardapedia.herr-der-ringe-film.de/index.php/Tom_Bombadil
--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)
Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.