Ein Bericht "Dorf" anno... Zeitzeugen und unwissenschaftliche Ausrichtung

Leserzuschrift, Samstag, 14.11.2015, 14:57 (vor 3731 Tagen) @ CrisisMaven5774 Views

Hallo,
da die letzten Zeitzeugen am Wegsterben sind, habe ich diesen Text schon vor längerem geschrieben. Von meiner Mutter, von dieser die Erlebniserzählung stammt, auch überprüfen lassen.

Eine Erlebniserzählung:
Meine Familie mütterlicherseits lebte in Ratibor. Mein Opa war, wohl aus mehreren Gründen, bei der Heimatfront. In den letzten Kriegsjahren war er bei einer Einheit, deren Aufgabe Versorgungsfahrten an die näher rückende Front war.

Im Winter 44? hatten sie per Zug solch eine Fahrt getätigt und waren mit dem leeren Zug auf der Rückfahrt, als die Lok in einem Waldstück einen schweren Schaden hatte und eine Weiterfahrt über längere Zeit nicht möglich war. Als Versorgung hatten sie mysteriöser Weise nur noch ein wenig Lebkuchen und etwas Rotwein. Mein Opa und ein weiterer Soldat brachen über Land auf, um in der nahe gelegenen Stadt Auschwitz, welche erreichbar war, Lebensmittel zu besorgen.

Auf ihrem Weg querfeldein fiel ihnen dann ein starker Gestank auf, in diese Richtung gingen sie dann weiter. Und erreichten schließlich vom Feld kommend die weiträumigen, gesicherten Anlagen. Die Soldaten, die innerhalb des Zaunes Wache standen, baten sie um Hilfe wegen ihrer prekären Lage, wurden aber sofort mit vorgehaltener Waffe aufgefordert, zu verschwinden.

Daraufhin gingen die Beiden dann doch nach Auschwitz Stadt. Beide waren über ihre Entdeckung und das, was sie gesehen und vor allem gerochen hatten, aufgeregt. In der Stadt fragten sie bei verschiedenen Personen nach dem Lager und auch nach der Ursache des Gestankes und erhielten tatsächlich von zahlreichen Personen Auskunft über das Lager, die Transporte und auch darüber, dass dort Menschen vergast und dann verbrannt werden. Dies in großer Zahl, der Gestank „sei schon lange allgegenwärtig“. Die Bäckersfrau: „Wäsche kann man draußen gar nicht mehr aufhängen“.

Nachdem die Lok notdürftig repariert worden war, hatten sie dann wieder Aufenthalt in Ratibor. Während diesem Aufenthalt kam mein Opa mit 4 oder 5 Soldaten aus dem Zug nach Hause und sie saßen in der Küche, während meine Oma ihnen ein Essen zubereitete.
Die Kinder, darunter meine Mutter, waren mit in der Küche. Da die Gruppe sich dann über das Erlebnis der zwei unterhielt, wurden die kleineren hinausgeschickt. Die beiden ältesten, meine Mutter, 15 oder 16, und ihre ältere Schwester durften bleiben. Über das Unfassbare, dass das vorher durchaus Gemunkelte (heute würde man das als Verschwörungstheorie bezeichnen) tatsächlich Realität ist, brachen die Männer in Tränen aus.

Über die „Ursachen“, dass allzu vieles zu unserer Geschichte verschleiert, unklar diffus und dennoch aber provokativ propagandistisch ÜBERSTEUERND zum „Zwecke“ benutzt wird, hab ich schon mal einen Beitrag geschrieben „Der Fluch in Vorbereitung“.

Wissenschaftlich beweisen kann und will ich gar nichts. Mir reichen zum gehobenen Hausfrauenverstand das, was früheren Menschen zur Beurteilung auch reichen musste. Erzählungen der Altvorderen, kritisch hinterfragt; Geschichte, umfänglich aufgenommen und nach dem emotionalen Schritt zurück, neu betrachtet; Wahrnehmung jetzt, immer mal wieder auf Prüfstände gehoben: Wie und Warum fühle, denke ich zu aktuellen Ereignissen oder ähmmm?? „Nachrichten“ so oder so und was wird da erzeugt?

Schuldzuweisungen interessieren mich nicht, ich möchte lediglich verstehen, wie und warum es zu Abläufen kam und kommt.
Alles überaus angreifbar, ABER immer noch besser, wie sich Propagandafronten von hüben (Mainstream) oder drüben (vermeintliche Aufwachszene) zu Füßen zu schmeißen.

So ganz nebenbei möchte ich anmerken, dass die Euthansie der Behinderten, Jahre vorher ihren Vorlauf zur Umkehrwirkung hatte.
1920 kam das sogenannte „Krüppelgesetz“ heraus. Recht kurz nach dem ersten Weltkrieg und „vermeintlich“ wohlmeinend. Schon um 1924 wurde „die Anstaltsunterbringung“ überaus stark forciert, auch gegen den Willen der Eltern. Auch noch ca. 1930 und weiter gab es umfängliche staatliche Erleichterungen zum Neubau und Versorgung solcher zu pflegenden. Was zur Folge hatte, dass dann Hitler seine Propagandafilmchen mit wohlbehüteten und sehr kostenintensiven zu pflegenden (zur Lasten aller, im Unterschied zu früher) in Unterbringung in Schlösschen mit Park filmen konnte.

Zu einem Zeitpunkt auf „den Markt“ gebracht, wo die Arbeiterfamilie wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr wusste, wie sie den eigenen, gesunden, aber vor Hunger und Kälte greinenden Nachwuchs durchbringen sollte. (Auch das kommt bei uns dann schon noch.)
Die Forcierung dessen in knapp 10 Jahren in diesen Zeiten, kurz nach dem ersten Weltkrieg, lädt mich zum Wundern und Nachhaken ein.

Und da ich dies auf heutige Zeiten dann auch anwende.........
Wundere ich mich über allzu vieles, bin mir bewusst, welche Umkehrwirkung dies erzeugen wird und weiß, dass es beim nächsten Mal nicht um Ethnien gehen wird, sondern um NICHT Nachschuldner Befähigte und wie immer Störenfriede.

Leider, leider wundert das nicht jeden, denn sonst wäre es nicht ganz so einfach, die Menschen in genau dieselbe Falle zu locken.
Eigentlich reicht es, bei allem, woran der gesunde Menschenverstand zweifelt, zu stoppen und äußerst umsichtig wegen verborgener Böswilligkeit und Educationsbestrebungen, sowie kalkulierten Umkehrwirkungen den eigenen nächsten Schritt zu suchen.
Zum Überleben dient das nicht, aber zum Seelenfrieden.

Freundliche Grüße von Sigrid


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