Dualismus allüberall

Zarathustra, Donnerstag, 03.09.2015, 16:07 (vor 3795 Tagen) @ Silke5330 Views

Hallo Silke

Mir scheint, lieber Hinterbänkler, Du idealisierst das Leben! Das

Leben

ist aber nicht ideal, sondern dualistisch.


Nein grau, nicht schwarz, nicht weiß sondern grau.

Nein, farbig.

Der natürliche Gegenpol von
Lust ist Unlust.


Beweist wer und wie?

Der natürliche Gegenpol von Sonnenenergie ist?
Der natürliche Gegenpol von Liebe ist?
Der natürliche Gegenpol von Glück ist?
Der natürliche Gegenpol von Freude ist?

Der natürliche Gegenpol von Lust ist?
Keiner!.

Doch. Lust ist ein Oberbegriff. Lust gibt es in mannigfaltigster Ausprägung; und so auch deren Gegenpol. Nenn' es halt Abneigung statt Unlust.

Ich kann nur Lust in unterschiedlicher Größenordnung empfinden

Ja, genau wie den Gegenpol, die Abneigung.

wenn ich
nicht in Zivilisation herumwurschteln muss per Gewaltandrohung.

Lustmax->Lustwenig->Lust-0
Lust kann nicht negativ werden, wie auch Leben nicht negativ werden kann
mit dem Todestriebschwachfug Freud vs. Reich.

Doch. Die Abneigung ist der negative Gegenpol zur Lust.

Beides gehört zum Leben.


Nein, bestenfalls zu Zivilisation.

Nein, ist ein universelles Prinzip.

Wenn Du einer Forderung nicht
nachkommst (nachkommen konntest), wirst Du als gesunder Mensch Unlust
verspüren, und darauf folgend wiederum eine Lust zur Wiedergutmachung.
Forderung und Verpflichtung sind für mich eindeutig Ur-Meme, bzw.
Ur-Gefühle.


Nein, überhaupt nicht.

Was, nein?

Triebe/Bedürfnisse/Soll entstehen in Natur ständig bei jedem neu.

Ja, eben. Und deshalb sind sie auch als Ur-Gefühle vorhanden.

Jede Gemeinschaft weiß instinktiv, dass die abgeführt gehören, weil es
sonst Zeitbomben werden, die im Vergleich zur Sofortabfuhr
unverhältnismäßig teurer zu neutralisieren sind.

Ja, eben!

Wenn Du sagst, jede Aktion ist ein Akt der Lust, dann kann ich gerade

so

gut das Gegenteil postulieren: Jede Aktion, jede Bewegung ist ein Akt

der

Unlust, einer Unlust, im aktuellen Zustand zu verharren.


Das ist aber Dein persönliches (historisch irgendwie verständliches)
Problem.

Nein, ein universelles.

Ein anderer Mensch würde halt zu seinen Mitmenschen sagen:
"Drück mich und umarme mich, ich mag jetzt in diesem Augenblick nicht
allein sein."

Das bestätigt es ja wieder. Eine Bedürfnis (Forderung) wird ausgedrückt.

Und viele würden es auch machen, weil sie ja selber davon profitieren
würden.
Es ist einfach nur schön, einen Menschen ohne Hintergedanken zu drücken,
zu umarmen und zu streicheln....für Beide.

Ja, und? Soll das eine Gegenthese sein? Zu was?

Jede Bewegung ist
eine Folge der Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation, aus der man
sich befreien will. Man befindet sich somit pausenlos und immer wieder

von

neuem (ohne Ende bis zum Ende) in einem negativen Zustand der Unlust,

aus

dem man mit Lust entkommen will. Oder nach Schopenhauer:


Nein. Unzufriedenheit schon, aber doch nicht Unlust.

Das sind Synonyme. Zufriedenheit – Unzufriedenheit; Lust – Unlust. So schaut sie nunmal aus, die dualistische Welt.


"...das menschliche Daseyn, weit entfernt den Charakter eines Geschenks

zu

tragen, hat ganz und gar den einer kontrahirten Schuld. Die

Einforderung

derselben erscheint in Gestalt der, durch jenes Daseyn gesetzten,
dringenden Bedürfnisse, quälenden Wünsche und endlosen Noth. Auf
Abzahlung dieser Schuld wird, in der Regel, die ganze Lebenszeit

verwendet:

doch sind damit erst die Zinsen getilgt. Die Kapitalabzahlung geschieht
durch den Tod." [/i]


Ach lass doch mal den Schopi stecken und sprich von Dir oder irgendeinem
imaginären Menschen/Avatar.
Soll ich Dich umarmen?
Mach ich jetzt ganz doll, weil Du ein liebenswerter Mensch bist - Punkt.

Ich suche für mich, wo die Lebenslust liegt.
Der Spur gehe ich nach.
Wo Verpflichtung liegt, verstehe ich bereits


Suchst und strebst Du aus Lust oder aus Unlust?


Lust ist die Triebfeder - nix anderes.
Unlust gibt es nicht. Nur „weniger Lust“ oder keine Lust.

Unzufriedenheit/Abneigung.

Wieder Schopenhauer:

Aus der Nacht der Bewußtlosigkeit zum Leben erwacht findet der Wille

sich

als Individuum, in einer end- und gränzenlosen Welt, unter zahllosen
Individuen, alle strebend, leidend, irrend; und wie durch einen bangen
Traum eilt er zurück zur alten Bewußtlosigkeit. – Bis dahin jedoch
sind seine Wünsche gränzenlos, seine Ansprüche unerschöpflich, und
jeder befriedigte Wunsch gebiert einen neuen. Keine auf der Welt

mögliche

Befriedigung könnte hinreichen, sein Verlangen zu stillen, seinem

Begehren

ein endliches Ziel zu setzen und den bodenlosen Abgrund seines Herzens
auszufüllen. (...)[/i]

http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-welt-als-wille-und-vorstellung-zweiter-band-7745/47

Tapfer geschwätzt..der hätte mal öfter Knuddeln, Kuscheln und xxxx
sollen..
Ich streichele Dich jetzt und umarme dich, drücke Dich wie eben meine
Katze. Die hat laut geschnurrt…also war es ok für sie.
Dir gefällt das wahrscheinlich auch als Mensch, egal ob es Dir in Dein
Konzept passt oder nicht.

Keine Ahnung, was Du mir damit sagen willst. In meine dualistische Welt passt das alles bestens. Es ist ja nicht mein Konzept. Ich bin nicht dessen Schöpfer.

Ich komme mit meinen Kindern verbal häufiger in sehr unangenehme
Situationen - Streit.
Sobald wir uns aber umarmen (das blöde „Geistige“ draußen lassen)
und drücken stimmt alles wieder.

Dualismus allüberall. Auf Streit folgt Versöhnung folgt Streit folgt Versöhnung.
Ohne Ende bis zum Ende.

Beste Grüsse, Zara


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