Der kosmische Kicherfaktor

nemo, Donnerstag, 03.09.2015, 14:03 (vor 3795 Tagen) @ Zarathustra5408 Views
bearbeitet von nemo, Donnerstag, 03.09.2015, 14:23

Mir scheint, lieber Hinterbänkler, Du idealisierst das Leben! Das Leben
ist aber nicht ideal, sondern dualistisch. Der natürliche Gegenpol von
Lust ist Unlust. Beides gehört zum Leben.


Auch das ist ein Mem.

Das Leben ist nicht dualistisch, denn zwei gegensätzlich gepolte Dinge
heben sich gegenseitig auf und neutralisieren sich. Wäre das Universum
dualistisch, könnte nichts entstehen. Es braucht eine dritte Kraft des
Ausgleichs, die beide Kräfte miteinander verbindet, so dass etwas
neues daraus erwachsen kann.

So gibt es bei Ja und Nein auch ein Vielleicht. Das Vielleicht ist ein
unbestimmter Faktor, der Ja und Nein neutralisiert und eine dritte
Möglichkeit bietet. Im Dualismus gefangen zu sein bedeutet,
die dritte Möglichkeit nicht zu erkennen.

Lust und Unlust werden aufgehoben, wenn ein dritter Faktor hinzu
kommt wie z.B. Bedürfnisse, Notwendigkeiten usw.
So ist das Handeln sowenig die Lösung, wie das Nicht-handeln.
Erst eine richtige Handlung führt zu der Lösung eines Problems.

Robert A. Wilson nannte es den kosmischen Kicherfaktor. Der
tritt jedoch erst dann auf, wenn beide Pole – positiv und negativ –
gleichzeitig betrachtet werden.

Hier noch ein altes Fundstück aus dem Gelben, das das Problem
beschreibt.

Der Schluss daraus heißt: unsere Logik reicht nicht weit. Sie gilt nur im Bereich des Endlichen. Im Bereich unserer messbaren, dualen oder dipolaren, d.h. durch Gegensatzpaare (Tag-Nacht, lang-kurz, gut-böse, hell-dunkel, schön-hässlich etc. pp.) gekennzeichneten Natur. In der Welt des Unendlichen gelten andere Axiome, wie z.B. die Allgegenwärtigkeit. Ferner: Das Gestern, das Heute und das Morgen sind eins und das Hier und das Entfernte sind zugleich gegenwärtig. Eine absurde Erfahrung, auf die in den so genannten heiligen Schriften immer wieder hingewiesen wird und die uns heute, infolge der Ergebnisse der Quantenphysik, auf einmal nicht nur als denkbar vorkommen, sondern wir müssen sie sogar als mehr als wahrscheinlich ansehen, auch wenn uns die inneren Zusammenhänge noch verschlossen sind.

Gruß
nemo


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